Der Kabelnetzbetreiber UPC Austria sah sich 2007 massivem Gegenwind ausgesetzt und übt nun scharfe Kritik an den Marktbedingungen. "Im Frühjahr haben wir die Aktionen rund um mobile Datenkarten zu spüren bekommen und im November das aggressive Angebot der Telekom Austria mit dem Kombipaket", kritisiert Geschäftsführer Thomas Hintze.
"Beinharte Quersubventionierung"
Das Kombipaket der Telekom Austria (Festnetz, Handy und Internet) sei eigentlich als Angriff auf die Mobilfunker gedacht gewesen, um den Festnetzbereich zu sichern. Zusammen mit den Diskonttarifen bei Datenkarten der Mobilfunker habe dies zu einem "Kollateralschaden" geführt, was UPC vor allem im Neukundengeschäft zu spüren bekommen habe. UPC habe 2007 zudem zweimal die Geschwindigkeit der Internet-Zugänge massiv erhöht, wodurch "erhebliche Investitionen" nötig geworden seien.
Das Angebot der Telekom sei "eine beinharte Quersubventionierung, das ist evident". Sollte diese Entwicklung anhalten, "ist die TA in drei Jahren allein auf dem Markt".
"Österreich-Partie rückt zusammen"
Dies werde auch Auswirkungen auf den Ausbau des Breitbandinternets haben. "In Zukunft wird die Zahl der Anbieter in ländlichen Gebieten nicht auf zwei steigen, sondern auf null sinken. Als Investitionsstandort sind wir international bereits eine Lachnummer", sagte Hintze. Er habe diesbezüglich inzwischen Erklärungsbedarf bei den amerikanischen Eigentümern der UPC. "Die Österreich-Partie rückt zusammen", kritisierte der Manager.
Digital-TV soll neue Impulse bringen
Für Impulse soll ein ab März massiv beworbenes neues Digital-TV-Angebot sorgen. Die mehr als 500.000 TV-Kunden könnten dann entscheiden, ob sie bei analogem Fernsehen bleiben oder auf Digital umstellen wollen. Der Preis sei bei beiden Paketen gleich, um eine faire Wahlmöglichkeit zu bieten. Die Akzeptanz von Digital-TV sei schwer einzuschätzen, da viele Kunden eine Aversion gegen die dafür notwendigen Boxen hätten. Derzeit würden das Angebot rund 60.000 Haushalte nutzen. (Ag./Red.)