22.11.2009 15:15 | Meine Presse Merkliste0

Dresdner und BayernLB - zwei Banken, ein Problem

25.02.2008 | 13:51 |   (DiePresse.com)

Deutsche Geldhäuser kämpfen weiter mit den Auswirkungen der Finanzkrise. Die Dresdner Bank verzeichnet einen Gewinneinbruch. Und bei der BayernLB will man es offenbar gar nicht so genau wissen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren
Die Bayerische Landesbank BayernLB will sich mehr Zeit für neue strategische Entscheidungen lassen. Größere Änderungen könnten erst erfolgen, wenn an den Börsen wieder Ruhe einkehre und die Belastungen durch die US-Hypothekenkrise endgültig feststünden, teilte die Bank in München mit.

Daher hätten sich die Landesregierung und die bayerischen Sparkassen als Eigentümer der Bank geeinigt, bei der Verwaltungsratssitzung am 4. März zunächst nur die Vorstellungen des Vorstands zu erörtern.

Vergangene Woche musste BayernLB-Chef Werner Schmidt aufgrund von Belastungen aus dem Handel mit "faulen" Hypothekenkrediten in den USA seinen Rücktritt erklären. Der Schaden wird derzeit auf 1,9 Milliarden Euro beziffert.

"Spiegel": Schaden bei BayernLB weit höher


Dagegen berichtet der "Spiegel", das wirkliche Minus würde weit höher ausfallen. Die genaue Berechnung und Veröffentlichung der Zahlen werde systematisch verzögert. Der Grund läge auf der Hand: In Bayern finden heuer Kommunalwahlen im März und Landtagswahlen im September statt.

Dem Bericht zufolge würden die Sparkassen im Zuge der Milliardenaffäre ihren Druck auf Finanzminister Erwin Huber erhöhen. Ihr Wunsch: Die BayernLB solle mit der Landesbank Baden-Württemberg fusionieren. Die Sparkassen drohen andernfalls, dem Land Bayern ihre 50- prozentige Beteiligung an der BayernLB zu überlassen. Dessen ungeachtet hat Huber zuletzt Gespräche über eine Fusion der Geldhäuser gestoppt.

Schwierigkeiten auch bei Hypo-Alpe-Adria


Auf die Landesbank kommen auch von anderer Seite Schwierigkeiten zu: Die BayernLB ist Mutter des Kärntner Finanzhauses Hypo-Alpe-Adria-Bank. Dieses Geldhaus hat wiederum einen Ableger in Liechtenstein erworben und gerät so im Zuge des aktuellen Skandals um verschobene Steuergelder ins Visier der Fahnder.

Dresdner: Milliardenkorrekturen


Auch bei der Dresdner Bank haben Milliardenbelastungen infolge der Finanzmarktkrise 2007 zu einem Gewinneinbruch geführt. Die Krise um faule US-Kredite machte Bewertungskorrekturen in Höhe von 1,275 Milliarden Euro nötig, teilte das Unternehmen mit.

Innerhalb eines Jahres brach der Überschuss von 870 Millionen auf 410 Millionen Euro ein. Der operative Gewinn halbierte sich fast: Nachdem er sich 2006 auf 1,35 Milliarden Euro mehr als verdoppelt hatte, schmolz er im Krisenjahr 2007 wieder auf 710 Millionen Euro zusammen.

Investmentbanker als Sorgenkinder


Die Dresdner Bank gehört zum Versicherungsunternehmen Allianz. Der Mutterkonzern hatte bereits zuvor angekündigt, im Bereich des Investmentbanking bei der Dresdner 450 Arbeitsplätze zu streichen.

Dresdner Kleinwort, also das Investmentbanking der Dresdner Bank, gilt als Sorgenkind des Finanzhauses. Allerdings hieß es am Montag seitens des Unternehmens, dieser Geschäftsbereich stehe derzeit nicht zur Disposition. Dresdner Kleinwort solle nach den Worten von Dresdner-Bank-Chef Walter stärker auf Kerngeschäftsfelder konzentriert werden - etwa Infrastrukturfinanzierung.

(ag./red.)
Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

1 Kommentare
Paco
25.02.2008 18:42
0 0

Handelsblatt Nr. 243 vom 17.12.07 Seite 25

Informativer Artikel, wen's interessiert, Ausschnitt:

http://tinyurl.com/yrlqry

[...] Der ABX bildet 20 hypothekenbesicherte Wertpapiere zweitklassiger Bonität ab, die zusammen einen ursprünglichen Wert von etwa 28 Mrd. Dollar besitzen. Das ist allerdings nur ein kleiner Ausschnitt des gesamten Subprime-Markts, der über eine Bill. Dollar schwer ist. [...]

http://www.markit.com/information/home.html

Link ABX Indices:
http://www.markit.com/information/products/category/indices/abx.html

Schlagzeilen Wirtschaft

  • Hypo: Staatshilfe nach "wohlwollender" OeNB-Prüfung
    Laut "profil" hat die angeschlagene Kärntner Hypo Alpe-Adria auf Grundlage einer nur oberflächlichen Prüfung der Österreichischen Nationalbank Staatshilfen erhalten.
    Wirtschaftskrise: Opfer, entschädigt doch die Täter!
    Hochrangige Banker bauen bereits für die nächste Wirtschaftskrise vor. Die Steuerzahler sollten sich besser anschnallen. Sicher ist sicher. Josef Ackermann ist wohl etwas wie der Mann fürs Grobe in der sonst so zurückhaltend agierenden Bankenszene.
    Fonds floppten, weil zu wenige Versicherte starben
    Fonds der Deutschen Bank investierten in Lebensversicherungen und warteten auf den Tod der ursprünglichen Versicherungsnehmer. Da zu wenige starben, blieben die Erlöse aus. Der Bank droht nun eine Klage.
  • Subventionswettlauf um Opel gestartet
    EU-Industriekommissar Günter Verheugen kritisiert scharf die Ersteigerung von Arbeitsplätzen. Welche Opel-Standorte werden in Europa überleben dürfen? Klar ist, dass etwa 10.000 Mitarbeiter werden gehen müssen.
    Banker auf der Kanzel: "Wir leisten Gottes Arbeit"
    Mit Vorträgen versuchen britische Banker, das Image ihres Berufsstandes auf Vordermann zu bringen. Ort des Geschehens: englische Gotteshäuser. In der Londoner City feiert man die Rückkehr der Megabonuszahlungen
    Design-Dildo statt Kabinen-Porno
    Beate Uhse, Europas größter Erotikhändler, klagt über schlechte Geschäfte. Haben Sexshops ausgedient? Mitnichten. Zumindest, solange sie neue Kunden ansprechen. Der Konzern der verstorbenen Primadonna meldete sinkende Umsätze.
  • Was wurde aus... dem Waldsterben?
    "Der Wald stirbt", wurde uns in den 1980er-Jahren erklärt. Mittlerweile gibt es in Österreich mehr Wald als je zuvor. Warum eigentlich? Haben die Warnungen die Bäume gerettet – oder hat man damals einfach nur heillos übertrieben?
    Sinnfrei an der Börse
    Warum der Neueinstieg in Aktien derzeit keinen Sinn ergibt, K+S aber spekulativ trotzdem eine Überlegung wert wäre.
    Bayern fordern 500 Millionen Euro für die Hypo
    Die Spitze der Bayerischen Landesbank trifft sich demnächst mit Finanzminister Josef Pröll. Ob das Geld vom Bund oder von Kärnten kommt, ist den Deutschen egal.
  • ÖBB: Lopatka ortet Wildwuchs freigestellter Betriebsräte
    Staatssekretär Reinhold Lopatka spricht von einer Selbstbedienungsmentalität der Eisenbahner. Durch die Aufsplitterung in zahlreiche Tochterfirmen gebe es zu viele dienstfreie Betriebsräte.
    Bewerber-Bluttests bei Autobauer Daimler illegal
    Daimler darf von Stellenbewerbern keine Bluttests verlangen, meint der deutsche Bundes-Datenschutzbeauftragte. Denn sie würden Rückschlüsse auf Medikamente zulassen.
    Ein Unternehmen, in dem die Post abgeht
    Georg Pölzl ist erst seit wenigen Wochen neuer Post-Chef, hat aber schon wertvolle Erfahrungen sammeln dürfen. Erstens: In Staatsbetrieben geht's recht behäbig zu. Zweitens: Intrigen feiern fröhliche Urständ'.