Die britischen Fahnder haben ebenfalls Daten von Steuerflüchtlingen aus Liechtenstein gekauft. In Großbritannien werden jedoch Forderungen lauter, schärfer gegen Steueroasen vor der eigenen Haustür vorzugehen. Etwa die Kanalinsel Jersey. Hier sind dem US-Thinktank "Tax Analysis" zufolge 491 Milliarden Dollar illegal geparkt.
Nach Schätzungen der britischen Association for Accountancy and Business Affairs (AABA) gehen dem Fiskus jährlich 12 Mrd. Pfund (16 Mrd. Euro) durch legale und illegale Kapitaltransfers in Offshore-Zentren verloren.
Freihandel dank EU-Beitritt
"Viele dieser Steueroasen werden von der britischen Regierung gesponsort", kommentiert der Steuerexperte Prem Sikka von der Universität Essex.
Steuerparadiese wie Jersey, Guernsey und die Isle of Man sind zwar direkt der Krone unterstellt. Sie haben aber im Rahmen der britischen EU-Beitrittsverträge ihre Rechte zum freien Handel erhalten. Dennoch könne die britische Regierung gegen Steuerflucht vorgehen, sagt der Experte Sikka: "Letztendlich ist die britische Regierung für eine ordentliche Regierung in allen Krongebieten verantwortlich. Das bedeutet offene, überprüfbare und transparente Strukturen."
Sikka kritisiert auch, dass das britische Finanzamt 2.000 Beamte, die Sozialhilfebetrügern nachspüren beschäftige, aber nur 700, die sich mit Kapitalströmen auf Auslandskonten befassten. So bezahle Rupert Murdochs News Corporation im Vereinigten Königreich praktisch keine Steuern.
Im Sommer 2007 spürten Fahnder 100.000 britische Steuerzahler auf, die nicht deklarierte Vermögen ins Ausland schafften. Auf das Angebot einer Teilamnestie meldeten sich 64.000 "Sparer". Über 100 Millionen Pfund (rund 120 Millionen Euro) wurden bereits durch Strafen und Nachzahlungen eingetrieben. (APA)

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