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Ferrari-Plagiate: Autofälscher in Italien verhaftet

29.02.2008 | 13:01 |   (DiePresse.com)

Geschickte Mechaniker vergingen sich an "Italiens Heiligtum": Sie fälschten ganze Ferraris und verkauften sie im Internet. Auch den Käufern drohen Strafen.

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Bei Produktpiraterie denkt man normalerweise an Markenbekleidung, Accessoirs und Uhren. Die Financial Times Deutschland berichtet von einer neuen Dimension: Eine geschickte Bande aus Italien erweiterte das Feld auf das nationale Wahrzeichen des Dolce Vita: Sie fälschten Ferraris. Die vermeintlichen Traumangebote kursierte durch Internetforen: ein Ferrari 328 GTB aus den 80er-Jahren, Bestzustand, Maranello-Rot (Sakrileg!), um 20.000 Euro. Zu besichtigen in einer Werkstatt in Licata an Siziliens Südküste.

Neben dem ausgesprochen niedrigen Preis (der Marktwert ist knapp sechsstellig) war jedoch auffällig, dass der Verkäufer 21 der raren Modelle anbot. Viel zu viele für einen nicht landesbekannten Ferrari-Sammler. 14 Stück waren bereits verkauft, als die Polizei zugriff. Sie beschlagnahmte die Wagen im ganzen Land.

 

(c) Reuters (Ho New)

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Bild: Das Cockpit eines der gefälschten Ferraris. Wem es zu "plastiklastig" vorkommt: In den frühen 80ern sahen auch die echten so aus.

Außen Ferrari, innen Toyota/Pontiac

Unter dem roten Lack verbargen sich meist alte Toyotas (mit zumindest im ersten Eindruck ähnlichen Beschleunigungswerten) und Pontiacs, die in Deutschland gekauft wurden. Die Chassis passten in Länge und Bauart am ehesten zu den roten Rennern aus Maranello. Auf den Unterbau setzten die Mechaniker perfekte Nachbaue der originalen Karosserie. Sogar die Polizei lobt die "äußerst fähigen" Hände. Kotflügel, Spoiler, Luftschlitzte und Türgriffe waren nicht von den Originalen zu unterscheiden. Was handwerklich nicht zu bewältigen war, besorgten sich die "Motorlästerer" auf ebay: Echte Pferdchen für die Haube, Lenkräder, Schaltknüppel und Instrumente. Die Ermittler schätzten den echten Wert der Autos auf rund 3.000 Euro.

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Bild: Spätestens der Blick unter die Motorhaube hätte die Käufer misstrauisch machen müssen: In den paar Zylindern sollen hunderte Pferde hausen?

Auch Käufern drohen Strafen

Nicht nur, dass ihre Autos beschlagnahmt wurden - den möglicherweise gutgläubigen Käufern drohen auch strafrechtliche Konsequenzen. Denn in Italien können sie mit bis zu 10.000 Euro Geldbuße bestraft werden. Die Ausrede, selbst betrogen worden zu sein, lässt Polizeichef Carofiglio nicht gelten: Ein bisschen Menschenverstand könne man auch von Ferrari-Fans erwarten. (red)

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Bild: So sehen echte Ferraris aus - Maranellorote Demonstration bei der 60-Jahr-Feier der Traumfabrik aus Maranello 2007. Ob ein Fake hier aufgefallen wäre?


 

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1 Kommentare
keyplayer
29.02.2008 15:59
0 0

habe mich unlängst mit einem Mechaniker unterhalten, der einen Original-Ferrari (lt. eigenen Angaben) schon warten "durfte"

selten jemanden so herablassend über ein Auto sprechen gehört...

schlechte Verarbeitung sobald es nicht mehr zu sehen war, standard Teile von anderen Fahrzeugen...

vielleicht hat er einen gefälschten reparieren müssen?

egal, jedenfalls sind diese Autos von der Idee her Oldtimer... ein Anachronismus in Zeiten wo man mehr auf die Umwelt achten sollte, als seine eigene schwache Potenz hinter PS zu verstecken...

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