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USA: "Sheriff der Wall Street" in Sex-Skandal verwickelt

11.03.2008 | 12:23 |   (DiePresse.com)

Der New Yorker Gouverneur Eliot Spitzer brachte zahlreiche Wall-Street-Größen zu Fall. Nun stolpert er selbst. Die Börsenhändler jubeln: "Es gibt noch einen Gott".

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  • "New York Times"-Artikel

Als Generalstaatsanwalt von New York bekämpfte Eliot Spitzer in den vergangenen Jahren gnadenlos unlautere Geschäftspraktiken und Preisabsprachen von Investmentbanken und Versicherern. Er stellte diese öffentlich an den Pranger, bis die Vorwürfe zumeist in außergerichtlichen Vergleichen in Mrd.-Höhe beigelegt wurden. Das brachte ihm den Spitznamen "Sheriff der Wall Street" ein. "Time" ernannte ihn einst zum "Kreuzritter des Jahres".

Wall-Street-Größen zur Strecke gebracht

Zahlreiche führende Köpfe der US-Finanzbranche brachte Spitzer zur Strecke. Maurice Greenberg, legendärer Chef des größten US-Versicherers AIG musste seinen Hut nehmen, nachdem Spitzer ihm Bilanz-Manipulation vorgeworfen hatte. Auch den ehemaligen New Yorker Börsechef Richard Grasso hatte der gnadenlose Law-and-Order-Mann auf die Rückgabe eines großen Teil seines Gehalt verklagt. Auch US-Banken wie Bear Stearns, Credit Suisse, Deutsche Bank, Goldman Sachs, J.P. Morgan Chase, Lehman Brothers, Merrill Lynch und Morgan Stanley zählten zu Spitzers Opfern.

Nun stolpert Spitzer, prominentes Mitglied der Demokratischen Partei, über eine Prostituierte. Nachdem die "New York Times" einen dementsprechenden Bericht auf ihre Webseite stellte, sah sich Spitzer - einer der "Superdelegierten" der Demokraten - gezwungen, vor die Öffentlichkeit zu treten. In einer eilig einberufenen Pressekonferenz gab sich Spitzer an der Seite seiner Frau reumütig: "Ich habe mich nicht an die Maßstäbe gehalten, die ich von mir selbst erwartet habe". Das Image des Saubermanns ist dahin. Doch was war passiert?

FBI: Spitzer war "Kunde 9"

Der New Yorker Gouverneur hatte sich in der Nacht zum Valentinstag am 13. Februar eine Prostituierte in das Washingtoner "Mayflower"-Hotel bestellt. Sein Pech: Das FBI hörte mit, als er eine New Yorker Zuhälterin bat, ein Call Girl in die Hauptstadt Washington zu schicken.

Mit dieser Reise wurde aus einer "Privatsache", wie es Spitzer nennt, jedoch ein "grenzüberschreitendes Vergehen". Die Prostituierte brach mit ihrer Bahnfahrt durch fünf Bundesstaaten Bundesrecht der USA. Wenn jemand grenzüberschreitend geltendes Recht beugt, wirkt das in den USA strafverschärfend. Mit der Anstiftung zur Reise wurde Spitzer, "Kunde 9", dem US-System zufolge zum FBI-Fall. "In dem Augenblick, in dem die New Yorker Prostituierte ein Ticket der bundeseigenen Bahngesellschaft Amtrak erwarb, stieg auch das potenzielle Strafmaß für Spitzer dramatisch an", schreibt "Welt Online". Einer Anklage wird er kaum entkommen.

Spitzer war Stammkunde

Spitzer verwendete den Namen "George Fox" unter seiner New Yorker Privatadresse an der Fifth Avenue. George Fox ist laut "Spiegel Online" der Name eines Hedgefonds-Beraters und Freundes Spitzers, der von nichts wusste.

Ironie des Schicksals: Spitzer fiel ausgerechnet jenen Ermittlungsmethoden zum Opfer, die er selbst perfektioniert hatte. Die Fahnder hatten den Call Girl-Ring "Emperors Club VIP" schon lange im Visier - Prostitution ist in New York illegal.

Spitzer war offenbar Stammkunde: Er hatte der Anklage zufolge beim "Emperors Club" noch ein Guthaben "von früher" - in Höhe von "400 oder 500 Dollar", schreibt "Spiegel Online". Das Treffen mit dem Call Girl erforderte offenbar komplizierte Finanzverhandlungen. "Kunde 9" habe für das mehrstündige Treffen 4.300 Dollar vorausgezahlt - inklusive eines Vorschusses für "künftige" Termine.

"Schadenfreude-Zeit an der Wall Street"

Spitzer, der sich mit seiner Tätigkeit als New Yorker Justizminister viele Feinde gemacht hat, brauchte auf den Spott nicht lange warten. "Es ist Schadenfreude-Zeit an der Wall Street", schreibt das "Wall Street Journal". TV-Wirtschaftssender CNBC zitierte laut "Spiegel Online" einen schadenfreudigen Börsenhändler mit dem Stoßseufzer: "Es gibt noch einen Gott." Auf den Handelsparketten in der Wall Street sei die Nachricht mit "Wogen des Gelächters" begrüßt worden, berichtete ein Leser des Börsenblogs "Dealbreaker". (phu)

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11 Kommentare
phuter
11.03.2008 13:39
0 0

Schön zusammenkonstruiert.

Der Typ geht in ein Puff und wird dafür fertiggemacht, während sich Waffenschieber, Menschen die Kinderarbeit ermöglichen, Tausende in Arbeitslosigkeit (in den USA auch Obdachlosigkeit) stürzen, in fäustchen lachen...
Mir kommt die nummer reichlich konstruiert und inszeniert rein, um jemanden Mundtot zu machen.

Antworten Peregrin
11.03.2008 13:59
0 0

Re: Schön zusammenkonstruiert.

Dass der Vorfall vielen einflussreichen Personen gerade recht kam, um den Mann abzuservieren, scheint ziemlich klar. Aber die Nummern hat er schon selber geschoben, soviel scheint auch klar.

anna89
11.03.2008 13:25
0 0

Bitte, welche Ehefrau stellt sich da noch daneben?

Die Doppelmoral der amerikanischen Politik ist krank. Dass bei Wahlveranstaltungen immer die gesamte Sippschaft als super perfekte Überfamilie hergezeigt werden muss, -naja. Dass sich eine betrogene und tief verletzte Ehefrau aber noch neben den Trottel in aller Öffentlichkeit hinstellen muss, um optisch zu demonstrieren, dass sie weiterhin zu ihm steht und ihn so nach amerikanischen Moralvorstellungen in der Öffentlichkeit rehabilitieren muss, damit er politisch wieder akzeptabel ist... das ist seelische Vergewaltigung der abstoßensten Art. Selbstgerechte A..... habe damit politische und moralische Narrenfreiheit.

Antworten Michael
11.03.2008 16:16
0 0

Re: Bitte, welche Ehefrau stellt sich da noch daneben?

Vielleicht war sie ja damit einverstanden?

Meine Freundin würde schön jubeln, wenn ich, anstatt sie mitten in der Nacht, völlig übermüdet, zu bedrängen, lieber eine Prostituierte holen würde.

Natürlich versteht das gros der Bevölkerung sowas nicht, ist man doch noch in alten Moralvorstellungen und Besitzdenken verklemmt.

Ich finde es immer wieder lustig, was man "alles nicht tut", und wenn man dann nachfragt warum, hört man die Begründung "weil das eben so ist". :-)

Antworten Antworten anna89
11.03.2008 21:57
0 0

Re: Re: Bitte, welche Ehefrau stellt sich da noch daneben?

Weil es eben nicht so ist! Wäre die Dame damit einverstande gewesen, würde sie nicht wie ein heulendes Elend am Foto daneben stehen.
Männer haben ein begrenztes Vermögen Minen zu lesen - ihr Posting beweist das sehr schön. Vermutlich auch nicht bei ihrer Partnerin - das tut mir leid.

Antworten Antworten Antworten Michael
12.03.2008 22:08
0 0

Re: Re: Re: Bitte, welche Ehefrau stellt sich da noch daneben?

Auf dem Foto sehe ich das verzogene Gesicht eines Mannes, sonst nichts. Oder können Sie aus Text Minen lesen?

Was meine Partnerin betrifft, geht Sie das überhaupt nichts an. Eigenartig ist, dass immer genau Frauen so unterschwellige Bemerkungen machen müssen.

Gast: Ruecktritt
11.03.2008 12:32
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Pressekonferenz erniedrigend

Dass bei der Pressekonferenz seine Frau neben ihm stehen musste, ist fuer sie ein besonders erniedrigender Akt. Alleine deswegen sollte er schon zuruecktreten muessen (zu den Prostituierten ist er ja auch alleine gegangen).

Paco
11.03.2008 11:20
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Spitzer, Fagan, Friedman ...

Sexsucht?

Spitzer mit Österreichbezug:

http://en.wikipedia.org/wiki/Eliot_Spitzer
[...] Spitzer was born to Austrian Jewish parents, and raised in the affluent Riverdale section of The Bronx in New York City. His family was not particularly religious and Spitzer did not have a bar mitzvah.[ [...]

Antworten Peregrin
11.03.2008 12:47
0 0

Re: Spitzer, Fagan, Friedman ...

Bled halt, dass er nicht in Deutschland lebt. Da koennte er nach Orgien mit Koks und Zwangsprostituierten immer noch eine Fernsehshow uebernehmen und moralischer Zeigefinger der Nation werden.

Antworten Gast: Ein Vergleich macht uns sicher
11.03.2008 11:38
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Re: Spitzer, Fagan, Friedman ...

Qualtinger meinte: "Der Spitzer? A matte Sache! Katzav, das nenne ich einen Triebtäter!"

Antworten Gast: Sofort-Heilung
11.03.2008 11:34
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Re: Spitzer, Fagan, Friedman ...

Da kann es nur eine Buße geben: Drei Stunden Golden Times mit Rezi, Weinzi und Ulrik(e). Dann ist der für immer geheilt!

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