Wien (b.l.). Österreichs Betriebe tun sich zunehmend schwer, geeignete Mitarbeiter zu finden. Die Gründe sind zahlreich: Geburtenschwache Jahrgänge kommen auf den Arbeitsmarkt, es gibt zu wenige technische Facharbeiter, und vielen Bewerbern mangle es an Umgangsformen und Allgemeinbildung: So klagten die befragten Personalverantwortlichen bei einer Umfrage des Instituts für Trendanalysen und Krisenforschung (ITK), das vom SPÖ-Nationalratsabgeordneten Hannes Bauer geleitet wird.
Soziale Kompetenzen („Soft Skills“) sind den Befragten zufolge das wichtigste Einstellungskriterium, erst dann kommen Berufserfahrung und Qualifikation. Dass das Alter der Bewerber eine Rolle spiele, geben nur sieben Prozent zu. Indirekt könnte das häufiger der Fall sein, meint Bauer: Denn ältere Mitarbeiter sind meist teurer, und Kostenargumente spielen für 38 Prozent der Personalverantwortlichen eine wichtige Rolle.
Zu den häufigsten Personalproblemen der Betriebe zählen die hohen Lohnnebenkosten und die hohen Lohnkosten, gefolgt von der starken Fluktuation. Über zu viele Krankenstände und exzessive Fehlzeiten klagt dagegen nur noch jeder zwanzigste – in den Jahren davor waren es mehr.
Gute Manieren bevorzugt
Gefragteste „Soft Skills“ sind Kommunikationsfähigkeit und Einsatzbereitschaft. „Fleiß“ rangiert nur im Mittelfeld. Der Grund sei, dass das Wort als veraltet und zu wenig aussagekräftig gilt. Die Tugend Fleiß ist aber nach wie vor gefragt: So sollten potenzielle Mitarbeiter tunlichst „belastbar“, „flexibel“ und „einsatzbereit“ sein. Weniger gefragte Tugenden sind „Delegieren“ und „Experimentierfreude“. Auf gute Manieren und ein gepflegtes Äußeres legen die Personalverantwortlichen dagegen wieder mehr Wert als noch vor ein paar Jahren.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.03.2008)
In Zahlen Die Erfolgsstory des sozialen Netzwerks
Top 10 Die meistverkauften Autos der Welt
Kreativ Die verrückte Welt der Werbung
Bis 2015 Die aussichtsreichsten Aktien
QUIZ Kennen Sie sich in in der Wirtschaft aus?
