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Arbeitsmarkt: „Fachwissen nicht so wichtig wie Sozialkompetenz“

18.03.2008 | 19:27 |   (Die Presse)

Das Alter von Bewerbern spielt laut Personalverantwortlichen keine Rolle. Die Kosten schon.

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Wien (b.l.). Österreichs Betriebe tun sich zunehmend schwer, geeignete Mitarbeiter zu finden. Die Gründe sind zahlreich: Geburtenschwache Jahrgänge kommen auf den Arbeitsmarkt, es gibt zu wenige technische Facharbeiter, und vielen Bewerbern mangle es an Umgangsformen und Allgemeinbildung: So klagten die befragten Personalverantwortlichen bei einer Umfrage des Instituts für Trendanalysen und Krisenforschung (ITK), das vom SPÖ-Nationalratsabgeordneten Hannes Bauer geleitet wird.

Soziale Kompetenzen („Soft Skills“) sind den Befragten zufolge das wichtigste Einstellungskriterium, erst dann kommen Berufserfahrung und Qualifikation. Dass das Alter der Bewerber eine Rolle spiele, geben nur sieben Prozent zu. Indirekt könnte das häufiger der Fall sein, meint Bauer: Denn ältere Mitarbeiter sind meist teurer, und Kostenargumente spielen für 38 Prozent der Personalverantwortlichen eine wichtige Rolle.

Zu den häufigsten Personalproblemen der Betriebe zählen die hohen Lohnnebenkosten und die hohen Lohnkosten, gefolgt von der starken Fluktuation. Über zu viele Krankenstände und exzessive Fehlzeiten klagt dagegen nur noch jeder zwanzigste – in den Jahren davor waren es mehr.


Gute Manieren bevorzugt

Gefragteste „Soft Skills“ sind Kommunikationsfähigkeit und Einsatzbereitschaft. „Fleiß“ rangiert nur im Mittelfeld. Der Grund sei, dass das Wort als veraltet und zu wenig aussagekräftig gilt. Die Tugend Fleiß ist aber nach wie vor gefragt: So sollten potenzielle Mitarbeiter tunlichst „belastbar“, „flexibel“ und „einsatzbereit“ sein. Weniger gefragte Tugenden sind „Delegieren“ und „Experimentierfreude“. Auf gute Manieren und ein gepflegtes Äußeres legen die Personalverantwortlichen dagegen wieder mehr Wert als noch vor ein paar Jahren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.03.2008)

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1 Kommentare
Gast: Clint Eastwood
19.03.2008 20:18
0 0

Kriterien

Der Mitarbeiter soll jung sein, gut aussehen und wenig Geld verlangen. Und weil es sowenige Top-Modells gibt, finden die Unternehmen keine passenden Mitarbeiter. Aja, Erfahrung und Qualifikation sind wurscht, sogar eher hinderlich weil das haben nur die "Alten" die sind aber teuer. Und dann klagt man, die Mitarbeiter seien so wenig qualifiziert. Das Pensionsalter soll auf 67 Jahre angehoben werden, weil man schon mit Mitte 30 keinen Job mehr findet (zu alt und zu teuer und nicht mehr so knackig wie mit 25 Jahren) Mit dem "Anforderungsprofil" wird¿s wirklich schwer, geeignete Mitarbeiter zu finden. Macht aber nix, weil aus dem Ausland kommen eh die Top-Fachkräfte mit dem Aussehen eines Top-Modells und Geld verlangen¿s auch keins. Die "sichern" dann die Pensionen der arbeitslosen Österreicher.

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