Holz- und Papierwirtschaft: "Alarmierende Standortrisiken"

Vier von fünf Standortfaktoren werden als unattraktiv eingeschätzt, ergibt eine Studie. Schließungen und steigende Arbeitslosigkeit werden befürchtet.

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EPA

Wieder übt eine Branche Kritik am Standort Österreich. "Alarmierende Standortrisiken" identifiziert eine Studie für die österreichische Holz- und Papierwirtschaft. Die anlässlich der österreichischen Papierfachtagung in Graz vorgestellte Online-Erhebung unter 170 Unternehmern und Führungskräften kommt zum Schluss, dass dringender Handlungsbedarf besteht, weil ansonsten unter anderem mit Standortschließungen zu rechnen sei.

Die vom Unternehmensberater StepChange Consulting durchgeführte Studie hat ergeben, dasss vier der fünf wichtigsten Standortkriterien in Österreich - Rohstoff- und Energiepreise, Personalkosten und -produktivität sowie Steuern und Abgaben - als unattraktiv eingeschätzt werden. Einzige Ausnahme: Die Exportmöglichkeiten werden in Österreich positiv gesehen.

Hälfte der Papierindustrie pessimistisch

Insgesamt hat besonders für die Zellstoff- und Papierindustrie der Standort Österreich schlechte Karten - 51 Prozent sehen ihn als nicht bzw. wenig attraktiv an. Die heimische Forstwirtschaft hat dagegen eine positive Sicht.

Akuter Handlungsbedarf ist gegeben - von der Politik werden klare Taten erwartet. Falls keine geeigneten Maßnahmen ergriffen werden, befürchtet die Industrie eine Schließung von Standorten (86 Prozent der Befragten), steigende Arbeitslosigkeit (79 Prozent) und einen Rückgang des allgemeinen Wohlstandes (76 Prozent) in den nächsten fünf Jahren.

Lohnnebenkosten senken

Die dringendsten Forderungen an die Politik sind eine Senkung der Lohnnebenkosten sowie Arbeitszeitflexibilisierung. Auch Investitionshilfen für Umwelttechnologien sowie die Steigerung von Investitionen in das Bildungssystem werden als wichtig angesehen. Die Hoffnung auf Besserung ist allerdings gering - 79 Prozent der Befragten glauben nicht, dass die Politik in den nächsten fünf Jahren die notwendigen Schritte setzen wird.

Neben den Forderungen an die Politik ist man sich auch der Hausaufgaben bewusst, die zu erledigen sind. So sieht die Industrie auch eigenen Handlungsbedarf in der Steigerung der Innovationsfähigkeit, der Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit und der Rekrutierung von talentierten Mitarbeitern.

(APA)

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