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Gusenbauer: AUA muss österreichisch bleiben

19.05.2008 | 13:57 |   (DiePresse.com)

Gegen den Verkauf: Bundeskanzler Gusenbauer erteilte den Überlegungen von AUA-Chef Ötsch eine klare Absage. Die Fluglinie selbst präsentierte am Montag gute Zahlen zur Passagierentwicklung.

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In die Diskussion um die Zukunft der Austrian Airlines (AUA) hat sich am Montag auch Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SP) eingeschaltet. Die "Bundesregierung geht davon aus, dass die AUA ein österreichisches Unternehmen bleibt", sagte der Bundeskanzler am Montagvormittag vor Journalisten. Kritik übte er an der öffentlichen Diskussion über künftige Partnerschaftsszenarien.

Ähnlich äußerte sich Finanzminister Wilhem Molterer (VP). Molterer sprach sich zum wiederholten Mal gegen eine Privatisierung der Fluggesellschaft aus. Allerdings räumte er ein, dass der Druck, eine Entscheidung über die Zukunft der AUA zu fällen, seit dem gescheiterten Einstieg Al Jabers noch größer geworden sei.

Gusenbauer zufolge gebe es für einen mehrheitlichen Verkauf der AUA weder "Beschlüsse der Organe", noch habe sich die diesbezügliche Auffassung der Bundesregierung geändert.

Kritik an der öffentlichen Diskussion


Entsprechend nahm der Regierungschef die öffentliche Diskussion um mögliche ausländische Partnerschaften der AUA in die Kritik. Die jüngsten Stellungnahmen zum Thema seien "ein wenig befremdlich", so Gusenbauer. In dieser Frage werde "in der Öffentlichkeit mit ungelegten Eiern agiert", was zu weiterer Verunsicherung beitrage. Eine Diskussion, die öffentlich und nicht auf Basis von Fakten ablaufe, sei "wenig sinnvoll".

Ötsch: Die Mehrheit verkaufen


Damit ist ohne Zweifel auch AUA-Chef Alfred Ötsch gemeint. In einem Interview plädierte Ötsch gegenüber dem "Standard" klar für einen Verkauf der Merhheit.

Darauf angesprochen, ob die "Stand-Alone-Variante" - also eine eigenständige AUA mehrheitlich in österreichischer Hand - möglicherweise fallen gelassen wird, antwortete Ötsch: "Wenn, dann bin ich für eine klare Lösung, also für den Verkauf einer Mehrheit."

"Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher"


Er gehe "an die Überlegungen neutral heran." Das Management werde dem Aufsichtsrat im Herbst einen Vorschlag vorlegen, "ob und mit wem eine Partnerschaft gut wäre".

Ötsch sagte, bis zu den extremen Ölpreissteigerungen sei er zutiefst überzeugt gewesen, dass die AUA mit Restrukturierungen so weit komme, dass sie nachhaltig positiv bilanzieren könne. "Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher. Die Rahmenbedingungen haben sich geändert, jetzt ist alles anders"

Die AUA selbst präzisiert


Allerdings ist man auch seitens des Unternehmens um eine Relativierung dieser Aussage bemüht. Für die AUA komme ein Mehrheitsverkauf nur dann in Frage, wenn sie alleine nicht in der Lage sein sollte, nachhaltig Gewinne zu schreiben, präzisierte am Sonntag eine AUA-Sprecherin.

Das werde jetzt in einem Projekt untersucht, dessen Ausgang völlig offen sei. "Eine Absage an eine Minderheitsbeteiligung würde es nur dann geben, falls eine Stand-Alone-Lösung nicht zu einem nachhaltig positiven Ergebnis führt", hieß es.

"Finanziell stabiles Unternehmen"


Die AUA ist nach Beseitigung der größten Verlustquellen mit 300 Millionen Euro verfügbarer Liquidität und einer Eigenkapitalquote von 25 Prozent laut Ötsch ein "finanziell stabiles Unternehmen". Allerdings brachten die kräftig gestiegenen Kerosin-Preise die Fluglinie zuletzt wieder unter Druck. Eine nachhaltig positive Bilanz sei jetzt "nicht mehr so sicher", räumte Ötsch im "Standard" ein.

In der Vorwoche war der seit Monaten geplante Einstieg des privaten Investors Scheich Mohamed Bin Issa Al Jaber gescheitert. Der Einstieg hätte der AUA 150 bis 200 Mio. Euro gebracht. Al Jaber hatte bereits Ende April erklärt, er ziehe seine geplante Investition zurück. Der Grund: Er sei durch die Vorlage eines unerwartet schlechten Quartalsergebnisses - ein Verlust von 60 Mio. Euro - "in die Irre geführt" worden.

Ötsch wies das als "völlig absurd" zurück, hält das Projekt aber mittlerweile ebenfalls für "offenbar gestorben". Formal ist noch eine kleine Tür offen: Die AUA hat die Frist für die Vorlage einer notwendigen Bankgarantie bis zum 21. Mai verlängert.

AUA legt gute Passagierzahlen vor


Unterdessen kommen von der AUA zu Wochenbeginn erfreuliche Zahlen zur Passagierentwicklung: In den ersten vier Monaten dieses Jahres verzeichnete die Fluglinie einen Passagierzuwachs von 2,9 Prozent auf rund 3,207 Millionen Fluggäste. Dabei war nach Unternehmensangaben die Kurz- und Mittelstrecke mit 7,3 Prozent Steigerung auf 2,590 Millionen Passagiere einmal mehr der Wachstumstreiber. An der Börse wurden die Zahlen wohlwollend aufgenommen - die Papiere der Linie waren während des Montags gesucht.
Bei der Vorstellung der Zahlen sprach Vorstandschef Ötsch von Auslastungssteigerungen in allen Segmenten. Die AUA-Erstflüge nach Sotschi, Nischniy Novgorod und Baia Mare seien ein weiterer Beweis für die Kompetenz der AUA als "First Mover im Osten".

(Ag./Red.)
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21 Kommentare
Gast: wings
20.05.2008 10:12
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Gusenbauer hat Recht

Als die Swiss in Konkurs ging, ist ein Terminal in Zürich jahrelang leer gestanden. Die AUA ist jedenfalls überlebensfähig. Zuerst gehört jedoch der Flughafen auf den neuesten Stand gebracht. Eine parallelpiste gehört gebaut, damit die AUA effizienter arbeiten kann. Die AUA lebt vom Umsteigeverkehr. Delays gehen also auf Kosten der AUA. Ein neues Terminal alleine reicht nicht.
Vorgestern war die flugsicherung in Wien unterbesetzt. Damit gabs alleine aus diesem Umstand Verspätungen von bis zu einer halben Stunde. Wenn die Gäste die Anschlüsse nicht erreichen gehen sie auf AUA Kosten ins Hotel.


FJP
20.05.2008 07:48
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Gusi

wird doch dem Altvater Bruno nacheifern, der hat ja auch sinnlos Milliarden Schilling in die verstaatlichte Industrie rinnen lassen, ohne dass diese profitabel wurde (daran leidet Österreich noch heute, denn die Schulden die damals aufgehäuft wurden, belasten noch immer das Budget). Erst nach der Privatisierung sind VOeST und Co in die Gewinnzone gekommen, nachdem den Betriebsratswkaisern und Politsekräteren gezeigt wurde, wo der Maurer das Loch in der Wand gelassen hatte. Hat Gusi vielleicht Angst, dass er bei einer im ausländischen Besitz befindlichen AUA nicht mehr upgegradet wird???

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Und Gusi¿s

Kindergarten -Sandkiste darf auch nicht privatisiert werden und muß österreichisch bleiben!

Kein neuer Sand aus dem Ausland!

Noah von der Arche am Berg-der Freude

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Vorschlag

Statt Volksaktie Politikeraktie:
Wie wär's, wenn Gusi & Co mal für etwa 1 Jahresgehalt AUA-Aktien an der Börse kaufen würden. Die sind ja ohnehin wohlfeil. Mit einer Behaltefrist von 1 Jahr.
Da kommen zwar nicht 150 Millionen zusammen, aber ein rundes Sümmchen wär's schon.
Der Gusi darf sich dann von mir aus auch wieder upgraden lassen!

Prolet
19.05.2008 17:10
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Warum?

Wie ORF, ÖBB, etc.

Gehts um schweiereien im freundeskreis - nur freunderl?

Gast: Zappelhans
19.05.2008 17:04
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Dampfplauderer

Der Herr sollte sich lieber darüber Gedanken machen, daß Österreich österreichisch bleibt!

Antworten panda82
20.05.2008 10:45
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Re: Dampfplauderer

Es wird leider nicht gehen, dass Österreich österreichisch bleibt! Denn Österreich ist sowieso eine künstliche Gebilde...

Jetzt sind alle slawische Lander Abhangig.. Die slawische Österreicher fühlen sich wohl mit den slawischen Landern verbunden als ei einer künstliche Gebilde zu leben..

Deutschland hat ja auch angefangen seine Minderheit in Österreich zu schützen!!!

Antworten Antworten panda82
20.05.2008 10:46
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Re: Re: Dampfplauderer

Sorry, Unabhaengig sollte es heissen!!!

Antworten Lepanto
19.05.2008 17:19
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Re: Dampfplauderer


Das wissen die Politclowns eh bestens,

aber sie dürfen in die Richtung nichts unternehmen,

sonst droht ihnen von den Marionettenspielern Futtertrogsperre.

Gast: EinGast
19.05.2008 16:42
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Ach Gusi!

... tappt von einem Fettnapf in den anderen ... er hätte besser Erntehelfer in Nicaragua bleiben sollen, als hier mit unserem Steuergeld staatsnahe (verstaatlichte?) Betriebe am Leben zu erhalten.

Sepperl
19.05.2008 16:33
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von mir aus

soll die AUA österreichisch bleiben, aber wozu braucht die AUA die LAUDA AIR und die Tyrolian.
Die gehören als erstes abgestossen und anschließen die AUA gesund geschrumpft.


Gast: AUA
19.05.2008 16:14
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"Die AUA muss österreichisch bleiben"...

...ein schwachsinniger Satz von einem Politiker der 0 Ahnung von der Wirtschaft hat.
Lieber wäre es, hätte er gesagt, die AUA-Mitarbeiter sollen ihr Jobs behalten, egal wie die Eigentümerstruktur der AUA ausschaut. Die sollen Jobs haben, Steuern zahlen, konsumieren und den österreichischen Wirtschaftszyklus füttern und zum Wohlstand beitragen.
Aber Gusi sagt "egal ob wir alle 3 Monate € 60.000.000 vom Steuerzahler verschwenden, dei AUA soll einen roten Betriebsrat haben!"

Gast: Leser
19.05.2008 15:47
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Warum aufregen?

DAS der Herr Gusenbauer eine Lachnummer ist wissen wir doch mittlerweilen alle (Muendigen halt).

Politik ist wie Fussball. 22 mittelmaessig mit hirn versehene raufen um einen ball. die aber werden dafuer REICHLICH entlohnt.
100tausenden zahlen kleine vermoegen um diese dummheit zu sehen.

meine frage an die leserInnen.
WER ist hier der DEPP?

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gusi rülpst mal wieder

jetzt fangts mit dem staatsinteresse an, dann wird ein regimetreuer "manager" hingesetzt, dann kommen milliarden subventionen mit steuergeldern und dann wird das abenteuer unter dem motto "wir haben eh alles gemacht" an einen ausländischen luftfahrtskonzern verkauft. einziger unterschied zwischen verkauf dann und jetzt sind halt die steuermilliarden.

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Re: gusi rülpst mal wieder

da gusi wird ihnen beibringen, dass sie nach 16:00 uhr auch hackln müssen! dann wird das schon gehen, so schauts aus.

Gast: pan
19.05.2008 14:37
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Warum in aller Welt braucht Österreich seine eigene Fluglinie???

Wie die ÖBB nur ein Spielball der Politik, wo öffentliche Gelder vernichtet werden.

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Re: Warum in aller Welt braucht Österreich seine eigene Fluglinie???

Damit man nicht über München oder Frankfurt nach Rom oder Madrid oder sonstwohin fliegen muß.

Antworten Antworten Gast: Chemicus
20.05.2008 08:53
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Re: Re: Warum in aller Welt braucht Österreich seine eigene Fluglinie???

Als Grazer kann ich mir aussuchen ob ich über Wien, München, Frankfurt oder Stuttgart nach Rom fliege.
Blöd ist nur, dass die "Mitbewerber" meistens billiger als die AUA sind.

Gast: Gregor
19.05.2008 14:16
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Warum sollen Österr. Bürger die AUA finanzieren

Es kann doch nicht sein dass eine Partei, welche den einzelnen Bürger sozial unterstützen und steuerlich entlasten will, weiterhin die Verluste der Airline mit Steuergeldern subventioniert.
Die AUA muss sich dem freien Wettbewerb stellen um endlich kostenefizient zu arbeiten.
Warum schaffen es andere Airlines schwarze Zahlen zu schreiben, vielleicht sollte mal in die eigene Kostenrechnung geschaut werden anstatt alles nur auf die hohen Kerosinpreise und den Wettbewerbsdruck zu schieben.


Re: Warum sollen Österr. Bürger die AUA finanzieren

Was mich bei der ganzen Sache so nachdenklich macht: Eine ganze Reihe großer deutscher Konzerne wird sehr erfolgreich von Österreichern geleitet und bei uns produzieren die deutschen Manager die großen Defizite.......

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Autsch!

Huber & Ötsch sind österreicher. Wo fahren wir sonst noch defizite ein?

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