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Aufruf zu Milch-Lieferstopp zeigt wenig Wirkung

29.05.2008 | 15:42 |   (APA)

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Österreichs Bauern sind sich uneinig, wie beim Kampf um einen höheren Milchpreis vorgegangen werden soll. Während die IG-Milch, sie vertritt rund 6.000 der 43.000 Milchbauern, zu einem Lieferboykott aufgerufen hat, sieht die Landwirtschaftskammer derzeit keinen Grund für einen Aufstand. Der Boykott-Aufruf der IG-Milch zeigte unterdessen am Donnerstag kaum bis gar keine Wirkung.

Die Situation in Österreich sei nicht so dramatisch wie in Deutschland, wo seit Mittwoch die Milchbauern die Molkereien nur mehr teilweise beliefern, so Landwirtschaftskammer-Chef Gerhard Wlodkowski am Donnerstag im Ö1-"Mittagsjournal". Der Lieferboykott von Milchbauern nimmt immer mehr europäische Dimensionen an. Den sich ausweitenden Protesten deutscher Bauern gegen die aus ihrer Sicht zu niedrigen Milchpreise schlossen sich Landwirte aus mehreren Nachbarländern an. In Deutschland lieferten nach Verbandsangaben auch immer mehr nicht organisierte Bauern ihre Milch nicht bei Molkereien ab. Vom Wochenende an sei deshalb mit Engpässen in den Kühlregalen der Supermärkte zu rechnen, sagte eine Sprecherin des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) am Donnerstag.

Die IG-Milch erwartet, dass sich bis zum Wochenende die Hälfte der heimischen Milchbauern dem deutschen Milch-Boykott anschließt. Aus den heimischen Molkereien ist zu hören, dass derzeit noch keine Rückgänge bei der Anlieferung zu verzeichnen seien. Dies bestätigten die Chefs der größten Molkereien in der Steiermark, Oberösterreich, Kärnten und Vorarlberg.

"Milch ist unser wertvollstes und gesündestes Lebensmittel. Daher ist es zum Wegschütten viel zu schade", erklärte Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch am Donnerstag in einer Aussendung. Der Konsument sei grundsätzlich bereit, für österreichische Produkte mehr zu zahlen, habe aber kein Verständnis für leere Regale und die Vernichtung von Lebensmitteln.

(APA)

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