04.07.2009 12:33 | Meine Presse Merkliste0

Musikindustrie: Bertelsmann verzichtet auf Musikgeschäft

10.06.2008 | 20:02 |   (Die Presse)

Das Verlagshaus steht kurz davor, seine Anteile an Sony BMG zu veräußern.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Frankfurt (ag./mac). Vor vier Jahren ist der deutsche Medienkonzern die Musik-Ehe mit dem japanischen Elektronikkonzern Sony eingegangen. Seitdem sind beide Unternehmen bis 2009 zu je 50 Prozent an Sony BMG beteiligt. Doch offenbar will Bertelsmann den Durchhalteparolen in der Musikindustrie nicht mehr so recht Glauben schenken, und versucht, einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zufolge, seine Anteile an Sony BMG los werden. Voraussichtlicher Abnehmer ist Sony selbst, das über ein Vorkaufsrecht verfügt und die Lage am Musikmarkt optimistischer einschätzt.

Insider rechnen damit, dass die offizielle Entscheidung schon im Herbst diesen Jahres fallen wird. Inoffiziell hat sich das deutsche Medienhaus schon vor zwei Jahren vom Musikgeschäft verabschiedet. Damals verscherbelte Bertelsmann sein Musikverlagsgeschäft just an den Rivalen Universal Music. Und das, obwohl dieser Teil des Geschäfts als besonders krisenfest in der Branche gilt. Hier fallen etwa Einnahmen aus Airplays im Radio hinein, die im Gegensatz zu den CD-Einnahmen weiter steigen. 2007 setzte die Musikindustrie in Österreich um 30 Prozent weniger um. Aufstrebende digitale Vertriebsformen konnten den Verlust im CD-Geschäft nicht auffangen.


Verkauf als Finanzspritze

Doch nicht nur die pessimistischen Marktaussichten dürften den deutschen Medienkonzern zur Entscheidung geführt haben, sich aus der Musikwelt zu verabschieden. Auch finanziell steht das Gütersloher Familienunternehmen derzeit schwer angeschlagen da. Nach einem Aktienrückkauf über 4,5 Mrd. Euro steckt die Bertelsmann AG immer noch tief in den roten Zahlen. Da käme der Verkauf der Sony BMG Anteile gerade recht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.06.2008)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

Schlagzeilen Wirtschaft

  • Fall Madoff: Neue Spuren führen nach Wien
    Im „Fall Madoff“ gibt es schwere Vorwürfe gegen Sonja Kohn, Gründerin der Wiener Bank Medici. Dabei geht es um umstrittene Geldflüsse von rund 40 Mio. Dollar (28,4 Mio. Euro).
    Ohne Job: Generation Krise
    Der Einstieg ins Berufleben wird schwieriger. Die Jugendarbeitslosigkeit steigt daher deutlich stärker als die allgemeine Arbeitslosenquote. Firmen nehmen lieber freigesetzte Mitarbeiter als Neueinsteiger.
    Verteilungskonflikt: "Wir brauchen Aufstand der Jungen"
    Keine Pension, kein Job und keine Kinder. Droht ein Kampf der Generationen? „Die Verteilungskonflikte zwischen Alt und Jung werden zunehmen“, meint Experte Wolfgang Gründinger.
  • Pflege: 22 Prozent mehr offene Stellen als 2008
    Während am allgemeinen Arbeitsmarkt um 38,2 Prozent weniger Menschen eine Beschäftigung haben, fehlen im Pflegebereich Arbeitskräfte.
    AUA: Streik liegt in der Luft
    Wegen des geplanten Stellenabbaus bei der AUA-Tochter könnte es zu Streiks kommen. Betriebsrat Junghans meint aber, dass man gegen die Kündigungen nicht viel tun könne. Sie sollen nur "sozial verträglich" sein.
    SPÖ: An der Peripherie der Macht
    Jetzt hat es die SPÖ quasi amtlich: Die Partei hat massiv an Macht und Einfluss in der Wirtschaft eingebüßt. In einem Ranking der hundert einflussreichsten Österreicher findet sich nur eine Handvoll SPÖler.
  • Skylink: Rechnungshof macht Druck
    Die Oppositionsparteien fordern eine Untersuchung des Finanzdebakels. Derzeit kann der RH ein Unternehmen nur prüfen, wenn die öffentliche Hand mindestens 50 Prozent der Anteile hält.
    Kroatien/Slowenien: Polemisch um Gäste buhlen
    Slowenien macht Kroatien die Urlauber aus Serbien abspenstig – mit einer Kampagne voller Spott und Ressentiments.
    Bau: Strabag: Zukunft ohne Cemex
    Kein Okay der Kartellhüter, Konzern zieht sich zurück. Cemex Austria und Cemex Hungaria betreiben zusammen 85 Betonmischanlagen und 38 Stein- und Kiesgruben.
  • Bahn: Steuernachzahlung für ÖBB
    Die Mitarbeitertickets wurden nicht versteuert. Der heimische Fiskus verlangt nun eine Steuernachzahlung von rund 80 Mio. Euro für die letzten fünf Jahre.
    Russland: Lenins Leuchte wird ausgedreht
    Auch Moskau verkündet ein Glühbirnenverbot. Medwedjew hat entschieden, dass ab 2011 herkömmliche Glühbirnen in Russland verboten werden.
    Telekom: Eine Milliarde fürs Glasfasernetz
    Konzern startet Pilotprojekte in Wien und Kärnten. Aktie reagiert mit Kursanstieg. Durch neue multimediale Anwendungen verdopple sich das Datenvolumen alle ein bis eineinhalb Jahre.