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Inflation lässt Kredite teurer werden

16.06.2008 | 19:57 |  CHRISTINE DOMFORTH (Die Presse)

Die Teuerungsrate ist auf 15-Jahres-Hoch und könnte in Österreich bald die Vier-Prozent-Marke „knacken“.

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Wien. Die Inflationsrate ist in Österreich im Mai im Jahresabstand auf 3,7 Prozent nach oben geschnellt. Das ist der höchste Wert seit 15 Jahren. Nach EU-Berechnungsmodus betrug die Teuerungsrate in Österreich sogar 3,8 Prozent und lag damit knapp über dem Durchschnitt der Eurozone. Preistreiber waren im Mai wie schon seit Monaten vor allem die Bereiche Energie und Nahrungsmittel. So kostet Heizöl jetzt um 42 Prozent mehr als vor einem Jahr, Diesel um 36 Prozent. Käse wurde um 20 Prozent teurer, Lebensmittel in Summe um 7,2 Prozent.

Und die Experten erwarten eine Verschärfung der Situation. „Wenn der Ölpreis weiter so rasant steigt, ist nicht auszuschließen, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten auch die Vier-Prozent-Marke erreicht,“ erläutert Josef Baumgartner vom Wirtschaftsforschunginstitut (Wifo) im „Presse“-Gespräch.


Neuer Ölpreis-Rekord

Prompt sprang der Ölpreis gestern, Montag, auf eine neues Rekordhoch. Ein Fass (zu 159 Liter) der US-Sorte WTI kostete am Nachmittag 139,89 Dollar und war damit um mehr als fünf Dollar teurer als am Freitag. Die für Europa relevante Nordseesorte Brent war mit 139,32 Dollar pro Fass kaum billiger. Im US-Bundesstaat Iowa verursacht eine Überschwemmung derzeit schwere Ernteausfälle bei Mais, was ebenfalls die Preise nach oben treiben dürfte.

 

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Die Wirtschaftsforscher hatten noch im März für das Gesamtjahr 2008 eine Teuerungsrate von 2,9 Prozent prognostiziert. Das ist mittlerweile Makulatur, Baumgartner bestätigt, dass das Wifo Ende Juni seine Prognose für die Jahresinflation deutlich anheben wird. Auch für 2009 ist mit höheren Preisen zu rechnen. Die Prognose von 2,3 Prozent wird laut Baumgartner ebenfalls nach oben korrigiert werden müssen. Wegen der hohen Inflation – sie lag im Mai in der Eurozone ebenfalls bei 3,7 Prozent, das war der höchste Wert seit Juni 1992 – müssen sich die Bürger bald auch auf teurere Kredite einstellen. Schon Anfang Juni hatte Jean-Claude Trichet, der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), eine Anhebung der Leitzinsen für Anfang Juli angedeutet.

Mittlerweile ist es so gut wie sicher, dass die Währungshüter im Frankfurter Euro-Tower bei ihrer nächsten Sitzung am 3. Juli die Zinsschraube fester anziehen werden. Die strikt auf Preisstabilität bedachte EZB peilt Inflationsraten von etwa zwei Prozent an und ist angesichts der massiven Teuerung seit Monaten in „erhöhter Wachsamkeit“, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Gertrude Tumpel-Gugerell am Montag in einem Zeitungsinterview.


Gefahr für die Wirtschaft?

Finanzexperten erwarten für Anfang Juli eine Anhebung der Leitzinsen von 4,0 auf 4,25 Prozent, einige schließen auch eine Erhöhung auf 4,5 Prozent nicht aus. Bernhard Felderer, Chef des Instituts für Höhere Studien (IHS), rechnet mit einem „deutlichen Anstieg“ des EZB-Leitzinses. „Und das wird unserer Wirtschaft nicht gut tun,“ meinte er gegenüber der Austria Presse-Agentur.

Sobald die EZB die Zinsschraube anzieht, steigen nicht nur die Sparzinsen, es werden auch die Kredite für Firmen und Private teurer. „Wenn sich für uns die Refinanzierung verteuert, geben wir das an unsere Kunden weiter,“ erläuterte am Montag der Generaldirektor der Volksbank AG, Franz Pinkl. Wie stark die Kreditzinsen anziehen werden, hänge nicht nur vom Zinsschritt der EZB, sondern auch vom Wettbewerb in der Bankenwelt ab. „Billiger wird es aber sicher nicht,“ meinte Pinkl.

Als Reaktion auf die hohe Teuerung forderte AK-Präsident Herbert Tumpel nicht nur kräftige steuerliche Entlastungen der Arbeitnehmer, sondern auch ein Ende der Beimischungspflicht für Biosprit. Und Werner Kogler von den Grünen wünscht sich Hausdurchsuchungen bei Handelsketten, um Preisabsprachen aufzudecken.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.06.2008)

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21 Kommentare
Gast: Busenglauer
17.06.2008 12:59
0 0

Danke Fred & Michl

ihr hobts es gschoft, das ois so teira wird, danke danke danke

arno-graz
17.06.2008 10:01
0 0

Zinserhöhung gegen importierte Inflation???

Wie soll das gehen? Eine Zinserhöhung gegen importierte Inflation wirkt so gut wie eine Halskrause gegen einen verstauchten Knöchel. Zusätzlich entsteht dabei die Gefahr, dass den PatientInnen wegen zu restriktiver Vorgehensweise die Luft weg bleibt. Der einzige, der dabei zu Lachen haben wird ist der sarkastisch-zynische Arzt (meist männlich) in der kontrastreichen Sonntagsuniform.

Motto: Wir lassen uns doch nicht von den Spekulanten (auch diese meist männlich) an den Ölbörsen die Kohle vor der Tür wegschnappen. Schließlich wollen wir¿s auch im nächsten Winter wohlig warm zum 5-Uhr-Tee.

Geiz ist und bleibt nun einmal gerade für jene geil, die ihre Schäfchen schon ins Trockene gebracht haben - ein Ende dieser Machtpolitik ist erst dann abzusehen, wenn uns keine technische Alternative zur Verfügung steht, wenn es heißt: Baugenehmigung für Geldspeicher oder weiterhin landwirtschaftliche Nutzung. Dann wird¿s für alle eng - nur die einen haben sich schon gewöhnt daran ;-)

democrates
16.06.2008 23:42
0 0

Die ökodemografische Zeitbombe hat gezündet!

Europa, mit einer ökodemografischen Habitatskapazität von rund 80-100 Mio- Menschen, ist als Energie- und
Rohstoff-Armenhaus der Erde hochgradig erpressbar.

Der indigene, europäische Souverän reagierte 1973 (Vervierfachung des Ölpreises) verantwortungsvoll und wohlwissend, welche ökodemografische Katastrophe auf seine indigenen Nachkommen zukommen würde, mit der wohlüberlegten Reduktion seiner Fortpflanzungsrate.

Doch das peudalen (Parteien+Politiker+Parlamente) Herrschaftssystem, hat in seiner unermesslichen Gier nach Wählerzombies begonnen, den Willen des Souveräns, mittels Einwanderung, zu sabotieren.

Lösung: Zerschlagung und Wiederbetätigungsverbot für Peudalsysteme sowie Auswanderung der unassimilierten Einwanderer.


Denker
17.06.2008 12:21
0 0

Re: Die ökodemografische Zeitbombe hat gezündet!

Ihre Meinung deckt sich völlig mit der meinen !

Gast: Jojo
16.06.2008 18:37
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Lüge von A bis Z

Friseur +17%
Putzerei + 12%
Gas + 25%
1 kg Brot 3 Euro
Käse kauf ich gar nicht mehr, weil die Preise ein Wahnsinn sind

Geringfügige Beschäftigung boomt
Sozialhilfeempfänger boomen
Massenzuwanderung boomt
Privatkonkurse explodieren
WGKK angeblich konkursreif

Merkt in diesem Land noch irgendjemand etwas?

Antworten Gast: Wohlstand
16.06.2008 20:18
0 0

Re: Lüge von A bis Z

@gast jojo

GEHT ES DER WIRTSCHAFT GUT, GEHT ES UNS ALLEN GUT.


Peter Falk
16.06.2008 18:34
0 0

Schüssel und Molterer sei's Dank+ Vranitzky

Natürlich wollen die Regierungen auf dieser Welt ihr Budget sanieren und kräftig am Einkommen mitnaschen.
Die Preistreiberei in den letzten Jahren kommen aber nicht aus den alten Bedingnissen alleine. Wie Wirtschaftswachstum, Wohlstand und übermäßiger Konsum.
Ich schätze die besondere Inflation verdanken wir
* den Schüssel Rezepten mit Co Lustknabe Grasser
* alten Schulden der 80 u. 90er Jahre
* dem Euro mit seinen Preisverfälschungen
* dem Faktum, dass hier verdientes Geld aus privater Hand leichtsinnig in ausländische Vergnügungen transeriert werden
* dem Faktum, dass die Eigentümer unserer Grundinvestitionen in Lebenshaltung ihre erhöhten Gewinne auf Preise ins Ausland transferieren

**Gehts uns gut, gehts der Wirtschaft gut

Gast: Begriffsverwirrung
16.06.2008 16:42
0 0

... und wieder ein Artikel über Inflation,

der das G-Wort nicht in den Mund nimmt. Das Niveau des Wirtschaftsjournalismus verhält sich umgekehrt proportional zum Geldmengenwachstum: je höher die Inflation, desto tiefer das Niveau.

Gast: ASVG-Sklave
16.06.2008 13:03
0 0

pure Propaganda

Man darf beruhigt eine Inflationsrate in der doppelten Größenordnung annehmen. Derartige Meldungen dienen nur als subtile Beruhigungstherapie, auch wenn sie aufmacherisch formuliert werden. Die Inflation ist wesentlich höher. Wir alle wissen das.

Antworten Gast: Prediger
16.06.2008 20:27
0 0

Re: pure Propaganda

@ASVG-Sklave

So ist es.

Das Vieh muss man ja irgend wie unter Kontrolle halten
(Beruhigungstherapie).

Und auf jeden Fall das Erzählen oder Predigen(Medien), was es hören will(soll).

Damit es Gefügig bleibt.

Antworten Gast: Inflationswahn
16.06.2008 19:53
0 0

Re: pure Propaganda

Aber unsere "Experten" haben uns das doch schon hundert mal erklärt: das wird von uns nur subjektiv so gefühlt ;-))
Und in den Augen der Experten ist halt eine Steigerung von 1,00 auf 1,50 nur eine Steigerung von etwa 2%. Ich war eben immer schlecht in Mathematik und diese hochbezahlten "Experten" müssen es schließlich wissen

Gast: drachir
16.06.2008 12:34
0 0

Juhu!

Sind wir doch froh! Der Staat hat weniger Schulden, mehr Einnahmen und real weniger Ausgaben! Der Finanzminister wird sich freuen! Endlich ist der Euro so hart wie die Lire. Dies war aber auch nicht anders zu erwarten, da doch die meisten Euroländer traditionell eine hohe Inflation aufweisen!

Peter
16.06.2008 12:33
0 0

"erhöhter Achtsamkeit"

na toll, die lieben EZBler übersehen dabei nur leider dass sie damit voll die Schuldner treffen. Also diejenigen die bereits jetzt ums überleben kämpfen und sich nur noch mit Kontoüberziehungen, Überbrückungskrediten usw. über Wasser halten. Aber wie's solls auch anders sein, wäre ja furchtabr wenn die Reichen Europas wegen der Inflation in die Armut stürzten. Oder glauben die EZBler wirklich dass durch eine Zinserhöhung in Europa die Teurung von Energie und daraus resultierend die Teuerung aller Produkte aufgehalten werden kann?

freeman
16.06.2008 15:26
0 0

Eine Zinserhöhung

ist praktisch der einzige Weg, die Inflation im Zaum zu halten.

Der Mechanismus ist recht einfach:
Ist viel Geld verfügbar (niedrige Zinsen) wird über die eignen Verhältnisse konsumiert, die Währung nimmt immer mehr den Charakter eines ungedeckten Schecks an.
Irgendwann kommen die Menschen drauf, daß das so nicht stimmen kann, und wollen mehr für ihre Güter und Leistungen - und die Inflation zeigt ihre hässlichste Fratze.

Abhilfe schafft, dem Geld seinen realen (Markt-)Preis zu geben - d.h. in der derzeitigen Situation die Zinsen zu erhöhen.

BTW zählen Schuldner - d.h. Menschen die in der Vergangenheit über ihre Verhältnisse gelebt haben nun wirklich nicht zu den schützenswerten Spezies.

Antworten Antworten Gast: bond
16.06.2008 17:41
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Re: Eine Zinserhöhung

17,3 Prozent
nicht 3,7 Prozent oder

Brot 1 kg 42,90 Schilling
Benzin 1 l 19 Schilling
1 Ei 5,20 Schilling
etc.etc.

3,7 Prozent? bei Autoreifen, Tui-Urlauben und Schuhnägel oder so im Invlationswagerl

JoeJo
16.06.2008 18:29
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Schilling?

Was ist das?

Immer noch nicht begriffen, daß es Euro gibt und das seit Jahren?

Prolet
17.06.2008 07:32
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Re: Schilling? - Der Schilling als vergleich ist ausgezeichnet weil er Zeit und Wertangabe vereint - Das braucht aber ein Mindestmaß an Mitdenken!


Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: bond
16.06.2008 22:50
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Re: Schilling?

hat das nur so geschrieben, weil es in Schilling für viele noch viel deutlicher demonstriert, WIE TEUER heute alles im Vergleich zu den guten alten Schilligzeiten ist.

Viele haben dies sicher ohne Worte und Erklärungen so in sich aufgenommen. ... Und manche beissen halt durchs Leben....

und ob Sie mir das Wasser reichen können bleibt fraglich ...

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Wohlstand
16.06.2008 20:14
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Re: Schilling?

@JoeJo

Leider gibt es den Euro.


hl_1001
16.06.2008 12:04
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Einzig sinnvolle Lösung

Runter mit der Umsatzsteuer!

Antworten Gast: Germanicus
17.06.2008 09:45
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Re: Einzig sinnvolle Lösung

Wie man an den Kommentaren sehen kann, wacht das Volk auf und läßt sich von den Politikastern kein X mehr für ein U vormachen. 3,8 %: lächerlich, das dreifache und man kommt der Wahrheit etwas näher. Und ja, das G-Wort, das meiden sie wie der Teufel das Weihwasser, denn das würde ihr Fiat-Money-Kartenhaus zum Einsturz bringen...