Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) ermittelt offenbar gegen Hofer, Rewe, Spar und den Verband Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM). Grund sei der Verdacht auf Preisabsprachen bei der Milch, berichtet das "WirtschaftsBlatt" am Freitag. Der oberste Kartellwächter der Republik, Theodor Thanner, wolle wissen, "wer sich beim Milchgipfel Anfang Juni mit wem getroffen hat, um was zu besprechen".
"Wir ermitteln in Sachen Milch-Preisabsprachen gegen Handel und Molkereien", bestätigte Thanner. Es bestehe der Verdacht, dass beim sogenannten "Milchgipfel" Anfang Juni Preise ausverhandelt worden sein sollen. Wie berichtet trafen sich bei diesem Gespräch Vertreter der Landwirtschaftskammer, des Handels (Hofer, Rewe und Spar) und der Molkereien, um einen Weg aus dem Milchboykott zu suchen.
Seitens der BWB handle sich um ein sogenanntes "Auskunftsverfahren". Dabei werden Fragen gestellt und Informationen gesammelt, von Online-Berichten wie auch aus Zeitungsartikeln. Die Beteiligten dementieren laut Zeitung aber jegliche Preisabsprache.
Besonders die Arbeiterkammer hat in den vergangenen Wochen immer wieder auf Untersuchung der Preise gepocht. Laut Ernst Halbmayr, Obmann der IG Milch, die rund 6.000 der insgesamt 43.500 Milchbauern vertritt und den Lieferboykott Anfang Juni initiierte, sind bei den Eigenmarken die Milchpreise pro Packung in den diversen Supermärkten gleich hoch. Trotzdem glaubt die IG Milch nicht an Preisabsprachen, sondern vielmehr an den Wettbewerb: "Senkt ein Supermarkt den Preis, zieht der andere nach", so Halbmayr.
Indirekter Auslöser der Diskussion um den Milchpreis war der Lieferboykott der Milchbauern. Ihre Forderung: Wegen gestiegener Produktionskosten müsse der Erzeugerpreis nach oben angepasst werden. Laut eigenen Angaben fahren sie pro Liter einen Verlust von neun Cent ein.
(APA)

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