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US-Regierung wegen Ölförderung vor Alaska verklagt

09.07.2008 | 08:18 |   (DiePresse.com)

Die US-Regierung hat Ölbohrungen vor der US-Küste genehmigt. Dabei nimmt sie in Kauf, dass die Lebensräume von Eisbären und Walrössern gestört werden.

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Zwei Umweltschutzgruppen haben die US-Regierung wegen der Ölförderung vor Alaska verklagt. Die am Dienstag in Anchorage eingereichte Klage richtet sich gegen eine Entscheidung der Regierung, wonach die Ölkonzerne auch die unbeabsichtigte Schädigung von Eisbären und Walrössern in Kauf nehmen können.

Das Zentrum für Biologische Vielfalt (Center for Biological Diversity) und die Organisation Pacific Environment sehen darin einen Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften zum Schutz der beiden Tierarten und ihres sensiblen Lebensraums in der Tschuktschensee zwischen Amerika und Asien. Dieses Meer sei ein wichtiger Lebensraum für Eisbären und Walrösser, sagte Brendan Cummings vom Zentrum für biologische Vielfalt. "Damit sie angesichts der globalen Erwärmung überleben, können wir eine Erschließung des Gebiets für die Ölförderung einfach nicht zulassen."

Genehmigung für Bohrarbeiten


Die Klage richtet sich gegen Innenminister Dirk Kempthorne und gegen die zu seinem Verantwortungsbereich gehörende Naturschutzbehörde (U.S. Fish and Wildlife Service). Diese hat beschlossen, dass sieben Ölunternehmen in der Tschuktschensee in den nächsten fünf Jahren nicht verklagt werden dürfen, wenn sie bei Bohrarbeiten versehentlich eine "kleine Anzahl" von Eisbären oder Walrössern schädigen. Die Behörde hat erklärt, dass die Erschließung des Meeresgebiets für die Öl- und Gasförderung allenfalls geringe Auswirkungen auf die Eisbär- und Walross-Populationen habe. Ursache für den Rückgang der Bestände sei wahrscheinlich die globale Erwärmung.

Die Regierung hat im Februar die Genehmigung für Bohrarbeiten vor Alaska an Shell, ConocoPhillips und fünf weitere Unternehmen versteigert und dafür 2,6 Milliarden Dollar erhalten (1,7 Milliarden Euro). Im Mai wurde der Eisbär als bedrohte Art eingestuft.

In der Tschuktschensee leben etwa 2.000 der rund 25.000 Eisbären der Arktis. Außerdem stellt dieses Randmeer nach Angaben von Biologen den Lebensraum von nahezu der gesamten weiblichen Population des Pazifischen Walrosses dar.

(APA)

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