07.11.2009 23:47 | Meine Presse Merkliste0

US-Regierung wegen Ölförderung vor Alaska verklagt

09.07.2008 | 08:18 |   (DiePresse.com)

Die US-Regierung hat Ölbohrungen vor der US-Küste genehmigt. Dabei nimmt sie in Kauf, dass die Lebensräume von Eisbären und Walrössern gestört werden.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Zwei Umweltschutzgruppen haben die US-Regierung wegen der Ölförderung vor Alaska verklagt. Die am Dienstag in Anchorage eingereichte Klage richtet sich gegen eine Entscheidung der Regierung, wonach die Ölkonzerne auch die unbeabsichtigte Schädigung von Eisbären und Walrössern in Kauf nehmen können.

Das Zentrum für Biologische Vielfalt (Center for Biological Diversity) und die Organisation Pacific Environment sehen darin einen Verstoß gegen gesetzliche Vorschriften zum Schutz der beiden Tierarten und ihres sensiblen Lebensraums in der Tschuktschensee zwischen Amerika und Asien. Dieses Meer sei ein wichtiger Lebensraum für Eisbären und Walrösser, sagte Brendan Cummings vom Zentrum für biologische Vielfalt. "Damit sie angesichts der globalen Erwärmung überleben, können wir eine Erschließung des Gebiets für die Ölförderung einfach nicht zulassen."

Genehmigung für Bohrarbeiten


Die Klage richtet sich gegen Innenminister Dirk Kempthorne und gegen die zu seinem Verantwortungsbereich gehörende Naturschutzbehörde (U.S. Fish and Wildlife Service). Diese hat beschlossen, dass sieben Ölunternehmen in der Tschuktschensee in den nächsten fünf Jahren nicht verklagt werden dürfen, wenn sie bei Bohrarbeiten versehentlich eine "kleine Anzahl" von Eisbären oder Walrössern schädigen. Die Behörde hat erklärt, dass die Erschließung des Meeresgebiets für die Öl- und Gasförderung allenfalls geringe Auswirkungen auf die Eisbär- und Walross-Populationen habe. Ursache für den Rückgang der Bestände sei wahrscheinlich die globale Erwärmung.

Die Regierung hat im Februar die Genehmigung für Bohrarbeiten vor Alaska an Shell, ConocoPhillips und fünf weitere Unternehmen versteigert und dafür 2,6 Milliarden Dollar erhalten (1,7 Milliarden Euro). Im Mai wurde der Eisbär als bedrohte Art eingestuft.

In der Tschuktschensee leben etwa 2.000 der rund 25.000 Eisbären der Arktis. Außerdem stellt dieses Randmeer nach Angaben von Biologen den Lebensraum von nahezu der gesamten weiblichen Population des Pazifischen Walrosses dar.

(APA)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

Schlagzeilen Wirtschaft

  • Finanzkrise: Brown will Banken zur Kasse bitten
    Der britische Premier fordert, die Banken wegen ihrer Mitverantwortung an der Finanzkrise zu belangen. Dies könne mittels "Versicherungsgebühren" oder Steuern auf Transaktionen passieren.
    Karstadt: Mitarbeiter verzichten auf 150 Millionen Euro
    Arbeitnehmer und Insolvenzverwalter einigen sich auf Eckpunkte für eine Sanierung der deutschen Warenhauskette: Die Mitarbeiter verzichten unter anderem auf Teile des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes.
    Managementguru: "Wenn ihr nicht werdet wie die Inder"
    C.K. Prahalad, für die Londoner "Times" der einflussreichste Managementdenker des Jahres, kommt nach Wien. Mit der "Presse am Sonntag" den neuen Konsumenten als Produktentwickler und One-Man-Zielgruppe.
  • Quelle Österreich: Pleite einer gesunden Firma
    Der Konkursantrag bei Quelle Österreich wird bereits vorbereitet. Kommenden Donnerstag soll er eingereicht werden, falls der letzte Interessent Quelle nicht doch noch übernimmt. Das gilt als sehr unwahrscheinlich.
    Anleihen als "Zeitbombe": Warnung vor "Coco-Bonds"
    Auf der Suche nach Eigenkapital erweisen sich Banken als erfinderisch. So wurde eine neue Anleiheform erfunden: der sogenannte Coco Bonds. Kritiker warnen allerdings vor einer sich ankündigenden "Todesspirale".
    Raiffeisen Tirol verlangt Geld für Bankomat-Abhebung
    60 Cent müssen Kunden der Raiffeisen Landesbank Tirol zahlen, wenn sie bei einer anderen Bank Geld abheben. Nicht nur die RLB liebäugelt seit Längerem mit einer Gebühr für Bankomat-Behebungen.
  • EU droht Deutschland wegen Staatshilfe für Opel
    Staatshilfe nur beim Erhalt aller deutschen Werke - das verstoße gegen die Binnenmarktregeln, heißt es aus der Kommission. Die deutsche Politik stellt Bedingungen an den Opel-Mutterkonzern GM.
    Jede Sekunde zählt: Wraps kosten McDonalds Geld
    Wraps sind eine Tempo-Bremse bei der Bedienung. Das hat ein Probelauf in einer Testküche der Fastfood-Kette McDonalds ergeben. Am britischen Markt dürften die gerollten Teigfladen daher nicht eingeführt werden.
    Kalaschnikow: Das Instrument des einfachen Tötens
    Michail Timofejewitsch Kalaschnikow, Erfinder des berühmten Sturmgewehrs AK-47, feiert kommenden Dienstag seinen 90.Geburtstag. Der greise Konstrukteur sieht sich selbst als Mann des Friedens und der Freundschaft.
  • Libyens Bauboom: Die Wüste bebt
    Der Ex-Schurkenstaat will sich zum Dubai des Mittelmeers mausern. Doch Unternehmen wie Asamer und Strabag brauchen Nerven aus Stahl, um sich in Gadhafis Reich zu behaupten.
    Studium: Gratis, aber sehr teuer
    In kaum einem anderen Land ist der Weg an die Uni für Arbeiterkinder so steinig wie in Österreich – dem Land des freien Bildungszugangs.
    Let's make money: Die Buffett-Aktie
    Warum die Buffett-Aktie für kleine Leute ein Kauf ist, der Goldpreis nicht in den Himmel wächst und Edelholz riskant sein kann.