12.02.2012 04:09 | Meine Presse Merkliste0

Nestlé will auch weiterhin Globalisierungsgegener bespitzeln

23.07.2008 | 16:46 |   (DiePresse.com)

Infiltrierung von NGOs gehöre zwar nicht zum "Standardrepertoire" von Nestle, sei aber auch in Zukunft nicht auszuschließen. "Wenn Gefahr droht", sagte der Rechtsleiter von Nestle vor Gericht.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestle will bei Bedarf weiterhin Globalisierungsgegner bespitzeln. Die Infiltrierung von NGOs gehöre zwar "nicht zum Standardrepertoire" von Nestle, sagte der Leiter der Rechtsabteilung des Konzerns, Hans Peter Frick, am Mittwoch bei einer Gerichtsanhörung in Lausanne. Wenn Nestle Gefahr drohe, könne er aber "nicht ausschliessen, auch künftig solche Maßnahmen zu treffen".

Under Cover bei Attac

Die Sicherheitsfirma Securitas hatte im Auftrag Nestles eine junge Mitarbeiterin bei der globalisierungskritischen Organisation Attac eingeschleust, um Informationen über mögliche Protestaktionen zu sammeln. Die Aushorchung der Waadtländer Attac-Sektion sei im Zusammenhang mit den Ereignissen im Vorfeld der G8-Demonstrationen vom Juni 2003 zu sehen. Im Frühjahr 2003 sei bei einer Demonstration von Bauernführer Jose Bove, an der auch Attac beteiligt war, am Nestle-Hauptsitz in Vevey großer Sachschaden entstanden.

Attac
attac (association pour une taxation des transactions financières pour l'aide aux citoyens, dt. „Vereinigung für eine Besteuerung von Finanztransaktionen zum Nutzen der Bürger“) ist ein globalisierungskritisches Netzwerk, welches am 3. Juni 1998 in Frankreich gegründet wurde.
Kritiker werfen Attac oft vor, keine realistischen Alternativen aufzuzeigen.Liberale wie der schwedische Autor Johan Norberg behaupten, Attac präsentiere lediglich alte protektionistische Rezepte und wirtschaftliche Irrlehren in neuem Gewand.

Es sei nur zum Schutz gewesen

Attac habe danach verlauten lassen, dass dies nur der Auftakt gewesen sei und beim G8-Gipfel im nahe gelegenen französischen Evian der "Hauptgang" folge. Deshalb habe Nestle im Hinblick auf den Gipfel Vorkehrungen treffen müssen. Dem Konzern sei es dabei darum gegangen, Angestellte, Gebäude und Anlagen zu schützen, argumentierte Frick.

Infiltration in der Schweiz erlaubt?

Die Affäre war Mitte Juni durch einen Beitrag des Fernsehsenders TSR ins Rollen gekommen. Attac erstattete daraufhin Strafanzeige gegen Nestle wegen unerlaubten Eindringens in die Privatsphäre und des Bruchs von Datenschutzgesetzen. Der Konzern betonte, dass die Maßnahmen mit dem Schweizer Gesetz vereinbar gewesen seien. Ob dies tatsächlich der Fall war, klärt nun das Gericht in Lausanne.

(Ag.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

39 Kommentare
 
1 2
0 0

Übrigens:

Da in Österreich Genmanipulation in Lebensmitteln nicht erlaubt ist hat Neslé sich gedacht:

"Wir produzieren das 'Österreichfutter' in einem Land, wo Genmanipulation in Lebensmittel verkauft werden darf und dann erst liefern wir es nach Österreich!"

Greenpeace-Link: http://www.greenpeace.de/themen/patente/presseerklaerungen/artikel/nestle_nescafe_gentechnik_kaffee/

Greenpeace-München-Link: http://www.greenpeace-muenchen.de/ARCHIV/PE/PE981114.HTM

Antworten miss chief
24.07.2008 14:55
0 0

Re: Übrigens:

zu tode gefürchtet ist auch gestorben ;)

Antworten Antworten alexB
24.07.2008 17:13
0 0

Re: Re: Übrigens:

Von dir eine sachliche Antwort auf diese Argumente zu bekommen, wäre auch zuviel erwartet oder?

Antworten Antworten Antworten miss chief
24.07.2008 18:10
0 0

Re: Re: Re: Übrigens:

gentechnisch veränderte lebensmittel werden auch ohne ihr einverständnis in absehbarer zukunft den hauptbestandteil unserer ernährung darstellen. bio engineering ist völlig zurecht eine der aussichtsreichsten zukunftstechnologien, und zwar weil pflanzen und tiere genetisch optimiert werden können. resistenz gegen schädlinge spart pestizide in der landwirtschaft, verbesserter ertrag erhöht die produktion und das einkommen der bauern. mit bio engineering können auch heilpflanzen optimiert werden. es hat das potential den hunger in der dritten welt abzuschaffen, es wird der menschheit in jeder beziehung glück und freude bereiten. es spielt keine rolle ob ein paar von der neuzeit überwältigte und von diffusen und paranoiden ängsten getrieben neinsager das unvermeidbare zu verhindern suchen. die gentechnik ist ein enormer fortschritt und wir können es uns nicht leisten, auf ihn zu verzichten. und die dritte welt schon gar nicht.

Antworten Antworten Antworten Antworten alexB
24.07.2008 18:25
0 0

Re: Re: Re: Re: Übrigens:

Und seit wann haben wir das Problem dass wir zu wenig Nahrung produzieren?

Es ist ein Verteilungsproblem.
Die Abhängigkeit kleinerer Bauern und Bäurinnen von grossen Konzernen erwähnst du auch nicht.

Es ist ein politisches und ökologisches Problem, kein technisches.

Mal ehrlich

Ein Vorstandsmitglied plaudert unerlaubt Firmengeheimnisse aus. Eine hysterische Organisation hat Firmeneigentum bereits geschädigt und kündigt noch mehr Schaden an.

Ich kann die Konzerne wie Nestle und Lufthansa vollkommen verstehen. Warum soll es ATTAC oder auch Zeitungen (Walraff) erlaubt sein, Konzerne zu infiltrieren und umgekehrt nicht? Ist wer zu Schaden gekommen bei den Bespitzelten? Nein! Umgekehrt sehr wohl.

Wer Angst vor Nestle und Co hat (wovor???) soll halt nix von denen kaufen. Oder am besten selber Nahrungsmittelfirmen gründen.

Gast: alexanderB
24.07.2008 08:29
0 0

Frechheit

Dass sich ein Konzern der nach nur nach Maximierung von Profit agiert, sich so etwas leisten darf und kann.

Nestle tut nichts für die Umwelt, Nestle pumpt Quellen ab.

Nestle tut nichts soziales, sie nutzen die Kindersklaverei für billige Schokolade.

Warum wird hier mit 2erlei Mass gemessen? Grosses Unrecht wird "übersehen", "geduldet".

Der legitime Protest und die Auflehnung wird kriminalisiert.

Antworten miss chief
24.07.2008 15:17
0 0

Re: Frechheit

nestlé tut mehr für die umwelt als alle umwelthysteriker zusammen. nestlé schafft arbeit, nestlé vermehrt den wohlstand der menschen. ohne firmen wie nestlé gäbe es überhaupt kein greenpeace, denn dann gäbe es in der gesellschaft nicht genug wohlstand um tausende mittel- bis gutausgebildete individuen zu erhalten während selbige daran arbeiten das system das sie erhält zu zerstören. das gleiche gilt in noch viel größerem ausmaß für die flaschen die sich einbilden, dass alle kulturen gleichwertig sind, und dass der erfolg einer gesellschaft nicht aufs engste mit der vorherrschenden weltanschauung verknüpft ist. die linke ist der gemeinsame nenner dieser fehlentwicklungen. die linke hat es ohne mit der wimper zu zucken überwunden, dass der von ihnen angebetete kommunismus nicht weniger als 100 mllionen menschenleben auf dem gewissen hat, und sie zögert keinen augenblick um den menschenfreundlichsten kulturkreis zu zerstören. na ihr werdet schon noch bekommen was ihr unbedingt wolltet.

Antworten Antworten alexB
24.07.2008 17:47
0 0

Re: Re: Frechheit

Naja es freut mich dass du Konzerne als Schutzherren der Menschheit zeigst.

Coca Cola als ähnlich grosser Konzern hindert die Etablierung von Gewerkschaften.
Sehr sozial.

Chiquita wurd verklegt wegen Finanzierung von rechten Paramilitärs. (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25493/1.html)

Und du glaubst Nestle stellt eine löbliche Ausnahme dar?

Bei einem hast du recht, gäbe es diese wirtschaftlichen Misstände nicht, gäbe es auch nicht Greenpeace.. es wäre schlicht nicht nowendig.

Re: Frechheit

Schon wieder einer der glaubt daß "Fairtrade" und "Bio" automatisch Kinderarbeit auschließen. Was hättens denn lieber? Kinderprostitution?

Ihr Gutmenschen seid alle so leichtgläubig, des is a Wahnsinn.

Antworten Antworten alexB
24.07.2008 13:22
0 0

Re: Re: Frechheit

Naiv ist zu glauben dass Firmen wie Nestle von selbst sozial und ökologisch verantwortungsvoller werden.
Solange es das Primat der Profitmaximierung gibt.
Bei Bio ist es natürlich nicht ausgeschlossen dass Kinderarbeit drinsteckt. Das bezieht sich ja "nur" auf den ökologischen und weniger auf den sozialen Aspekt.

Eine Firma welche das Fair Trade Logo nutzt, darf jedoch keine Sklavenarbeit verwenden.
Von einer 100% Sicherheit kann mensch natürlich nicht ausgehen. Aber zwischen der Sicherheit mit dem Kauf von Nestle Produkten unsoziale Verhältnisse zu stützen und der (meiner Meinung nach) geringen Wahrscheinlichkeit mit Fairtrade dasselbe zu tun, da liegen schon Welten.

Abgesehen davon dass ich natürlich jederzeit lokal produzierte Nahrungs- und Gebrauchsmittel bevorzuge.

Nutzt natürlich ALLES nichts wenn nicht die Politik die Möglichkeit schafft, dass Menschen mit geringerem Einkommen die auch zu bezahlen.

Antworten Antworten Antworten alexB
24.07.2008 13:24
0 0

Re: Re: Re: Frechheit

sorry wegen den 3 gleichen mitteilungen, hatte probleme beim abschicken

stefania
24.07.2008 08:06
0 0

seit Nestlé sich nach den dänischen Karikaturen

sofort von Dänemark distanzierte und in den arabischen Ländern groß inserierte, nichts mit Dänemark zu tun zu haben, versuche ich Nestle-Produkte zu vermeiden.
(auch wenn nicht "Nestle" draufsteht )

Antworten miss chief
24.07.2008 15:38
0 0

Re: seit Nestlé sich nach den dänischen Karikaturen

sie wissen vielleicht schon, dass ich die verursacher der karikaturenhysterie nicht gerade liebe, ich möchte aber trotzdem festhalten, dass das verhalten des konzerns aus wirtschaftlicher sicht das einzig mögliche war. sein verhalten ist in keinster weise eine verbeugung vor dem diktat einer hassideologie. ich halte es für falsch, firmen und konzernen moralisches verhalten abzuverlangen. das einzige was zählt, ist der wohlstand in unserem kulturkreis. moralische fragen müssen von uns allen, also in form des staats geklärt werden. und einnahmenseinbußen schaden uns mehr als sie uns helfen. sehen sie firmen wie nestlé doch wie eine geldmaschine die für uns* laufend geld druckt.

* der bei weitem größte teil der einnahmen von nestlé landet im westen, wo er nur zunächst ein paar wenigen gehört, sich im in den marktwirtschaftlichen gezeiten aber immer weiter verteilt und auch in form von arbeitsplätzen (mehrere 100k) den wohlstand aller mehrt. firmen wie nestlé sind GUT für uns alle !

0 0

Warum sollen undemokratische Grün-Sekten

mit Gewaltbereitschaft nicht beobachtet werden dürfen?

NGO¿s haben keine demokratische Legitimation im Gegensatz zu Regierungs-Organisationen.

In diesen Vereinen hat es noch nie basisdemokratische Wahlen gegeben und sind intern diktatorisch organisiert.

Noah von der Arche am Berg der Freude

Antworten starfury
24.07.2008 12:56
0 0

Re: Warum sollen undemokratische Grün-Sekten

"NGO¿s haben keine demokratische Legitimation" ... "In diesen Vereinen hat es noch nie basisdemokratische Wahlen gegeben und sind intern diktatorisch organisiert."

Ebenso wie in KMUs oder (multi)nationalen Konzernen. Folglich habe diese die selbe Existenzberechtigung.

Plabutsch
24.07.2008 05:39
0 0

Dem Konzern sei es dabei darum gegangen, Angestellte, Gebäude und Anlagen zu schützen, argumentierte Frick.

Das wäre eigentlich Aufgabe der Behörden - zB. der Polizei. Bemerkenswert, wie Konzerne mittlerweile ungeniert öffentlich deklarieren, dass sie sich um den Rechtsstaat nicht scheren. Überwachung und Bespitzelung der eigenen Mitarbeiter (von Lidl bis Deutsche Telekom), Ausspähung der Kritiker, Preiskartellbildungen usw. - an Gesetze müssen sich anscheinend nur mehr Personen unter einer gewissen Vermögensgrenze halten.

0 0

Re: Dem Konzern sei es dabei darum gegangen, Angestellte, Gebäude und Anlagen zu schützen, argumentierte Frick.

Ich gebe Ihnen völlig recht insofern, dass ein Konzern sich nicht wie ein Staat im Staat verhalten sollte. Security, schön und gut - wenn Maulwürfe zur Ausspähung von Kritikern eingesetzt werden (siehe auch: Deutschland am Hindukusch verteidigen) ist eine rote Linie überschritten. Ich hoffe, Nestle wird in dieser Beziehung entschlossen in die Schranken verwiesen.

Antworten Peregrin
24.07.2008 10:39
0 0

Re: Dem Konzern sei es dabei darum gegangen, Angestellte, Gebäude und Anlagen zu schützen, argumentierte Frick.

Sie sind ein wildgewordener Etatist. Natuerlich ist der Selbstschutz zunaechst immer eigene Angelegenheit.

0 0

Konsumverweigerung

Dann ist es hoch an der Zeit, Produkte von Nestle nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt zu kaufen. Denn wie soll man einem Unternehmen trauen, welches mit solchen Methoden gegen NGOs vorgeht? Daraus läßt sich eines klar ableiten: dieses Unternehmen duldet keine kritische Einstellung, will nur belobhudelt werden. Vielleicht muß es erst Bekanntschaft mit dem mündigen und kritischen Konsumenten machen.

Antworten Chilon
24.07.2008 09:31
0 0

Re: Konsumverweigerung

Achtung! Diese Forderung scheint leicht unüberlegt zu sein.

"Man" soll also lieber einer radikal links-alternativen NGO vertrauen und diese auch unterstützen, obwohl sie, statt Ihre Forderungen auf legalem Weg kundzutun, dies gewalttätig und brutal, also illegal, zu tun pflegt? Ich würde mich dabei nicht wohl fühlen.

Ich bin mir weiters sicher, dass Unternehmen, sei es nun Nestlé, Lidl oder sonst wer, durchaus kritische Einstellungen dulden, uU sogar fördern. Was aber nicht toleriert werd kann, ist die Gewaltbereitschaft mancher selbstdeklarierten NGOs.

Wenn nun ein Unternehmen, welches eine potentiell gefährliche Organisation infiltriert, um Informationen zwecks Selbstschutz zu erhalten, dafür zur Rechenschaft gezogen wird, so muss dies die Verutreilung sämtlicher Infiltranten seitens Presse und NGOs zur Folge haben.

Antworten Steininger
24.07.2008 01:17
0 0

Re: Konsumverweigerung

Keine Milka mehr?

Antworten Antworten Gast: baobao
19.02.2009 18:08
0 0

Re: Re: Konsumverweigerung

"Milka" und "Bensdorp" wurden vom zweiten "Riesen" dem Ami-Konzern KRAFT gefressen...!

Antworten Antworten Gast: BM
24.07.2008 07:07
0 0

Re: Re: Konsumverweigerung

Milka gehört zu Kraft-Jacobs-Suchard und das wiederum gehört Philip Morris. Nix Nestle. Aber auf zB Nuts müssen Sie verzichten.

starfury
23.07.2008 18:42
0 0

and so it begins...

Ein multinationaler Konzern mit der Vorstufe eines (eigenen) Geheimdienstes, den er nicht nur gegen "Mitbewerber" (z.B. Industriespionage) sondern auch gegen Kritiker einsetzt.

Sci-Fi becomes reality.

Gute Nacht, schnöde Welt.

starfury
23.07.2008 18:41
0 0

and so it begins...

Ein multinationaler Konzern mit der Vorstufe eines (eigenen) Geheimdienstes, den er nicht nur gegen "Mitbewerber" (z.B. Industriespionage) sondern auch gegen Kritiker einsetzt.

Sci-Fi becomes reality.

 
1 2

Fokus Steiermark

Erstmals in Österreich

  • Sichern Sie sich jetzt die Jahresvorschau des renommierten Magazins "The Economist", erstmals mit Österreichschwerpunkt aus der Wirtschaftsredaktion der "Presse".

    Für "Presse"-Abonnenten statt 6,90 nur 4,90 Euro.