Der ehemalige Präsident und frühere Eigentümer des US-Brokers Refco, Tone N. Grant (64), ist zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Im April war Grant bereits wegen Verschwörung, Wertpapierbetrugs und Geldwäsche schuldig gesprochen worden, nun wurde die Strafe von Richterin Naomi Reice Buchwald vom Bundesgericht für New York verhängt, berichteten die "New York Times" und das "Wall Street Journal".
Dem früheren Eigentümer des ehemals größten unabhängigen US-Brokers war Betrug gemeinsam mit dem ehemaligen Refco-CEO Tony Bennett vorgeworfen worden. Grant hatte alle Vorwürfe zurückgewiesen und die Schuld bei Bennett gesehen. Grants Anwalt kündigte Berufung gegen das Urteil an.
Grant war im Refco-Skandal als einziger der Prozess gemacht worden. Bennett hatte sich für schuldig bekannt und damit ein öffentliches Verfahren vermieden. Der Brite Bennett war im Juli in New York zu 16 Jahren Haft verurteilt worden, er hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Auch Grant werde gegen das Urteil berufen, kündigte sein Anwalt an. Während Grants Anwälte für eine geringere Strafe von dreieinhalb Jahren Haft plädierten, wollte die Staatsanwaltschaft eine Gefängnisstrafe vergleichbar mit jener von Bennett.
Der Broker Refco war im Oktober 2005 zusammengebrochen, zwei Monate nach seinem Börsengang an der Wall Street und eine Woche nachdem das Unternehmen eingeräumt hatte, dass Konzernchef Bennett 430 Mio. Dollar Schulden aus den Büchern zurückgehalten habe. Der Schaden für Banken und Anleger durch den Refco-Crash beträgt mehr als 2 Mrd. Dollar (1,293 Mrd. Euro).
Die BAWAG war an Refco beteiligt, auch der Spekulant Wolfgang Flöttl stand mit Refco in Geschäftsverbindungen. Nach einem Ersuchen von Refco-Chef Bennett überwies ihm die BAWAG am 10. Oktober 2005 einen Blitz-Kredit. Der 425 Mio.-Euro-Kredit konnte den Absturz der Refco-Aktie und die Insolvenz der Firma aber nicht mehr verhindern und ging verloren.
(APA)

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