Die Hälfte aller Arbeitsplätze belastet Körper oder Geist

21.08.2008 | 11:54 |   (DiePresse.com)

56 Prozent aller Erwerbstätigen in Österreich waren 2007 an ihrem Arbeitsplatz physisch und/oder psychisch belastet. Die körperlich härteste Arbeit haben Bauern. Selbstständige stehen unter dem heftigsten psychischen Druck.

Eine bezahlte Stelle zu haben ist in Österreich kein Garant für ein glückliches und sorgenfreies Arbeitssleben. Denn vier von zehn Erwerbstätigen waren im Jahr 2007 an ihrem Arbeitsplatz physischen Belastungsfaktoren ausgesetzt. Rund ein Drittel litt unter psychischen Belastungen. Vor allem Zeitdruck schmälert die Arbeitsfreude, wie eine aktuelle Untersuchung der Statistik Austria ergibt.

Die Verteilung der physischen Belastungen:

Physische Belastungen: Anteil der betroffenen Personen, in Prozent aller Erwerbstätigen in den jeweiligen Branchen
Mind. ein FaktorChem./ Dämpfe/ RauchLärm/ VibrationSchwer hebenPhysische Faktoren gesamt
Gesamt55,715,27,819,452,3
Männer 62,918,310,119,748,2
Frauen46,811,34,918,935,0
Unselbst- ständig manuell64,521,911,25,858,4
Unselbst- ständig, nicht manuell47,89,55,812,828,1
Selbst- ständig, Land- wirtschaft65,816,35,642,664,5
Selbst- ständig, sonstige55,715,54,018,337,7

Um den prozentuellen Anteilen etwas Leben einzuhauchen: Die 42 Prozent der erwerbstätigen, die zumindest einem Belastungsfaktor ausgesetzt sind entsprechen rund 1,7 Millionen Menschen in Österreich. Die 65 Prozent der Landwirte stehen für 102.000 Bauern.

Belastet aber gesund

Obwohl die Mehrheit der österreichischen Erwerbstätigen Belastungen am Arbeitsplatz ausgesetzt ist, sind die meisten (noch) gesund. Denn unter berufsbedingten Gesundheitsprobleme und -beschwerden litten 2007 nur 13,3 Prozent. Davon klagen zwei Drittel über Knochen-, Gelenks- oder Muskelproblemen. Das entspricht 351.000 Beschäftigten oder 8,7 Prozent aller Erwerbstätigen. Wenig überraschend waren Landwirte mit 29 Prozent die Gruppe mit den meisten langfristigen Gesundheitsschäden.

Unter Druck: Ein Drittel psychisch belastet

Nicht nur körperliche Schwerarbeit belastet die Erwerbstätigen Österreichs. Auch psychischer Druck trübt die Stimmung am Arbeitsplatz. Außer Zeitdruck fühlen sich auch einige gemobbt, ganz wenige sind mit Gewaltandrohungen konfrontiert.

Verteilung der psychischen Belastungen:

Psychische Belastungen: Anteil der betroffenen Personen, in Prozent aller Erwerbstätigen in den jeweiligen Branchen
ZeitdruckBelästigung/Mobbing(Androhung von) GewaltPsychische Faktoren gesamt
Gesamt29,22,30,832,2
Männer 33,22,20,736,0
Frauen24,32,50,927,6
Unselbst- ständig manuell25,62,628,6
Unselbst- ständig, nicht manuell31,42,61,135,1
Selbst- ständig, Land- wirtschaft24,20,524,7
Selbst- ständig, sonstige35,436,9

Augrund ihrer Arbeitssituation litten 0,8 Prozent aller Erwerbstätigkeiten unter stess, Angst oder Depressionen. Am schwersten sind hoch qualifizierte Angestellte (14 Prozent) betroffen.

(ebl)


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13 Kommentare
 
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Von TU Student am 21.08.2008 um 17:06

Die schlimmste psychische Belastung

wurde gekonnt ignoriert: Unterforderung.

Oebb, Post, Berufssoldaten: Nirgendwo sonst gibt es mehr Alkoholiker.

Antworten Von Gospodin Pensionow am 21.08.2008 um 18:17

Re: Die schlimmste psychische Belastung/TU Student

So schön und richtig Sie das auch geschrieben haben, bleibt's dennoch Stückwerk. Unterforderung mit all' ihren Folgen gibt's überall - auch bei TU Studenten! Bitte, nicht immer einige wenige rausgreifen.

Von ecowriter am 21.08.2008 um 16:08

selbstverwirklichung???

ich kanns nicht mehr hören!!!!

wo sind wir denn? in einem heim für überforderte obezahrer??
ich würde dies mal als "Leiden auf hohem niveau" bezeichnen.
heute ist wohl der arbeitgeber an allem schuld - und wenn incht er, dann der vorgesetzte, oder die kollegen die einen mobben...

menschen - wenn es nicht geht, auch nciht passt - dann sucht euch doch was neues! (und natürlich, bin ich mir bewusst, dass es auch gerechtfertigte beschwerden gibt). diese statistik dürfte aber wohl genauso aussagefähig sein, wie wir ja wissen ,dass in österreich die meisten "invaliden" in pension gehen....
;-)

da kann ich wahrlich nur lachen!
vorschlag - jeder(mann u frau) kann statt bundesheer ein jahr in aftrika, indien, china,.... ein jahr sozialhilfe leisten - glauben sie mir, bei der rückkehr gibt es kaum mehr beschwerden über das "klima"....

unfreundlichst, ihr
eco

Von Gast: TPA am 21.08.2008 um 15:55

Witzig ...

einzige Postings hier, die recht unüberlegt formuliert wurden. Selbstverständlich kann Arbeit nicht reiner Spaß sein, aber Arbeit ist nicht zuletzt ein ganz wichtiger Bestandteil der Selbstverwirklichung. Viele Menschen arbeiten nicht in jenen Berufen, die ihnen liegen oder die sie interessieren. Sie lassen sich oft von ihren Eltern oder der Wirtschaft vorschreiben, was sie zu tun haben. Und dann kommt die Depression ...

Von Der Ätzer am 21.08.2008 um 15:54

Das kann nicht stimmen, weil Neugebauer hat erklärt, die härtesten Werkler sind die Beamten!

Die Leiden der Beamten werden drastisch erhöht, weil die keine unbezahlten Pausen haben. Jeder Kaffeklatsch wird bezahlt - das ist aufreibend.

Von Gospodin Pensionow am 21.08.2008 um 14:34

Der beste Beweis für die absolute Richtigkeit dieser Studie...

... sind die bisherigen Postings hier im Forum. Lauter "Arbeitsplatzgestörte" unterwegs - mich eingeschlossen! :-)))

Von Gast: Sophie am 21.08.2008 um 13:41

Gut gemacht *ironie*

kein weiteres Kommentar! -.-

Von Politmüder am 21.08.2008 um 13:32

Und was sollen wir jetzt machen?

Alle gemeinsam das Arbeiten einstellen?

Es wird schon seinen Grund haben, dass mein Grossvater (bei Klagen meinerseits bzgl Schule) immer meinte:
"Sei froh solange in die Schule gehen kannst....". Zu weiteren Aussagen liess er sich nicht hinreissen. JETZT weiss ich weshalb.. :-)

Von Peregrin am 21.08.2008 um 12:47

Arbeit ist Arbeit?

Das ist ja eine tolle Erkenntnis.

Von Bin-Da am 21.08.2008 um 12:42

sehr motivierend!

Ist das ein Sommer-loch-füller! Verbreitet diese Statistik
unter den zukünftigen Pensionszahlern. Die gehen in
die Berufsunfähigkeits-Pension bevor sie sich dieses
"Übel" überhaupt angetan haben.

Echt toll den Leuten beizubrigen, dass Arbeit schlecht
ist. - Macht die Statistik Austria Werbung für die
Grundsicherung?

Ich bin stress-geplagt und mach weiter.
Meine "Brötchen" nehm ich dann mit in mein
Migrationsland und verzehre sie dort genüsslich,
fern von solchen . . . (jetzt fehlen mir echt die Worte)

Von Gast: Lästerer am 21.08.2008 um 12:23

Hallo ,..

... wir sind nicht nur zum Vergnügen auf der Welt!

Von demedici am 21.08.2008 um 12:21

so ein Mist

Was ist denn das wieder für ein Mist. Erwarten sich die Leute etwa, dass sie arbeiten und Geld verdienen können, ohne unter irgendeine Belastung zu kommen, so quasi gratis ?

Von Gast: Sekretariat am 21.08.2008 um 12:14

Sekretariat

und wenns einem so geht, darf man's eh nicht laut sagen, weil man dann erst recht gemobbt wird- den aufkleber "phsycho" hat man dann den rest seiner karriere und wird ihn nicht mehr los.

 
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