Tankstellen müssen Preise länger konstant halten

21.08.2008 | 13:46 |   (DiePresse.com)

Derzeit ändern Tankstellen mitunter mehrmals täglich die Treibstoff-Preise. Kunden werden ab 1. September dagegen klagen können, wenn sie so in die Irre geführt wurden. Der Fachverband der Mineralöl-Industrie sieht tägliche Schwankungen als Marktbeweis.

Die zuletzt mehrfach kritisierte Praxis von Tankstellenbetreibern, die Treibstoffpreise oft mehrmals am Tag zu ändern und so höher als in der Werbung angeführte Preise zu verlangen, soll künftig verboten werden. ÖVP-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein hat am Donnerstag eine Novelle zur Preisauszeichnungsverordnung für Treibstoffe in Begutachtung geschickt, mit der diese Form der Irreführung von Konsumenten künftig klagbar sein soll. Die neuen Vorschriften sollen mit 1. September in Kraft treten.

Bei Irreführung dürfen Kunden klagen

Mit der Verordnungsnovelle werden nach Angaben des Wirtschaftsministeriums der Bundeswettbewerbsbehörde sowie den Sozialpartnern die Klagsmöglichkeiten nach UWG eingeräumt, sofern Irreführung zum Nachteil der Konsumenten durch mehrfache Preisänderungen vermutet werden könne. Die Arbeiterkammer hat eine derartige Klage bereits mehrfach angekündigt, aber bisher nicht eingebracht. Preisänderungen, "die nicht der Irreführung der Konsumenten dienen", sind laut Wirtschaftsministerium von der Verordnung nicht berührt.

Treibstoffmonitoring jeden Tag

Ab September wird außerdem das Treibstoffpreismonitoring von bisher wöchentlich auf ein tägliches Monitoring umgestellt, so das Ergebnis der heutigen Sitzung der Arbeitsgruppe "Treibstoffpreise-Monitoring". Die durchschnittlichen heimischen Treibstoffpreise werden damit täglich erhoben und auf der Homepage des Wirtschaftsministeriums veröffentlicht. Das werde "ein Stück mehr Transparenz in den heimischen Treibstoffmarkt bringen", erklärt der Wirtschaftsminister.

Autofahrerclubs skeptisch - erfreut

Die Autofahrerclubs begrüßten den Vorstoß Bartensteins mit etwas Skepsis. "Es bleibt abzuwarten, wie wirksam die angekündigte Verordnung tatsächlich sein wird," so ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brandau. Vor allem in Zeiten der hohen Spritpreise ist der Preisvergleich die einzige Möglichkeit einigermaßen preisbewusst zu tanken, erklärt ARBÖ-Geschäftsführer Leo Musil.

FVMI:"Firmem agieren marktkonform"

Der "Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI)" sieht den Änderungen nur teilweise wohlwollend entgegen. Dass die Preise an den Tankstellen täglich untersucht werden, wird vom FVMI unterstützt. "Transparenz im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten ist auch im Sinne unserer Mitgliedsunternehmen", erklärt Christoph Capek, der Geschäftsführer des FVMI.

Die mitunter mehrmals täglich veränderten Preise an den Tankstellen führt der Verband hingegen auf den sehr aktiven Markt zurück. Denn auch für den heimischen Treibstoffmarkt gelte das Gesetz von Angebot und Nachfrage zur Preisbildung - und sich oft ändernde Preise würden auf den harten Kampf um Marktanteile verweisen.

(APA/Red. )


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7 Kommentare
 
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Von konrad am 22.08.2008 um 10:42

"Wenn sie in die Irre geführt werden"

Was für ein Unfug.

Bei jeder Klage wird es vor allem darum gehen, ob "jemand in die Irre geführt" wurde.

Was soll denn das - die komplette Preisgestaltung bei den Treibstoffen ist per se ein Irreführung der Kunden!?

Von rum and coke am 22.08.2008 um 09:58

harter kampf

Ja eh da muss man schon flexibel sein.... aber soweit ich verstehe - kann man das nur bei einer Preissenkung behaupten... ich glaube nicht das ein und die selbe Benzinlieferung plötzlich wieder teuerer ist sodass man die wieder erhöhen muss.
der ganze benzinmarkt ist soundso narisch... zuviel depade die allen anderen die schuld geben wollen das ihr auto plötzlich teuerer ist und a haufn narrische die daran verdienen. der kerl an der tanke verdient davon nix

Von Gast: Edi am 22.08.2008 um 09:31

Zum Nachteil der Konsumenten

ich kann nicht erkennen, welchen Vorteil es für den Konsumenten haben soll, wenn die Preise zukünftig nur noch wöchentlich eingestellt werden dürfen. Widerspricht das nicht jeglicher Logik eines freien Wettbewerbes, von welchem der Verbraucher letzten Endes profitieren soll?

In der Tankstellenbranche kann man eine solche Maßnahme allenfalls nur begrüßen. Ein nicht an der Dynamik des Mineralölmarktes angepasster Wochenpreis kann seitens der Tankstellenunternehmen nur über eine gewinnbringende Untergrenze definiert werden.

Von Gast: freude am 21.08.2008 um 21:41

Kunden werden ab 1. September dagegen klagen können, wenn sie so in die Irre geführt wurden.

Darauf freue ich mich. Ich werde die Klagsmöglichkeit garantiert nutzen.

Von Gast: Spannberger am 21.08.2008 um 15:54

Tanstellen Preise

Die Tankstellen werden sich sicher wieder was einfallen lassen um die Preise mehrmals am Tag zu ändern (speziell unsere OMV)

Antworten Von Dr.Gernot Stöckl am 21.08.2008 um 21:32

Re: Tanstellen Preise

Da die OMV nie die billigste ist, tanke ich prinzipiell nie dort!

Von ASVG Rentner am 21.08.2008 um 15:35

Endlich wird der Bartenstein auch aktiv

Lange hat es gebraucht, bis der Wirtschaftsminister aktiv geworden ist und den Wettbewerb belebt.

 
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