NEW YORK/WIEN (go). Die 100 mächtigsten Frauen der Welt, die in der am Mittwoch erschienenen Liste des „Forbes“-Magazins aufscheinen, kontrollieren 26 Billionen Dollar (17,7 Billionen Euro). Das entspricht dem 75fachen der Wirtschaftsleistung Österreichs im Jahr 2007, und es zeigt, dass der Marsch der Frauen an die Spitze von Politik und Wirtschaft zumindest manche auf Machtpositionen geführt hat.
Auf Platz eins liegt zum dritten Mal die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, deren Reformen „eine Wende entzünden, während die Arbeitslosigkeit sinkt“, wie „Forbes“ lobend festhält. Merkel pflüge wie ein Bulldozer durch politische Kontroversen, sie scheue sich nicht, den Dalai Lama offiziell zu empfangen und Zimbabwes Diktator Robert Mugabe abzukanzeln.
Die Überraschung folgt auf Rang zwei der Top Ten. Sheila C. Bair kennt man als Europäer kaum, als Amerikaner aber sehr wohl. Sie leitet die Federal Deposit Insurance Corporation, das ist die US-Einlagensicherung. Angesichts einiger Bankpleiten kommt ihr in den USA eine der gegenwärtig wichtigsten Rollen zu. Dahinter folgen Indra K. Nooyi, die Chefin des Lebensmittel- und Zuckerlimonadenherstellers PepsiCo, Angela Braly, die Chefin des Versicherungskonzerns WellPoint, Cynthia Carroll, die den südafrikanischen Rohstoffkonzern Anglo American leitet, Irene B. Rosenfeld (Kraft Foods), Ho Ching (Singapurs staatliche Investmentgesellschaft Temasek), Anne Lauvergeon (Frankreichs Atomkonzern Areva) und Anne Mulcahy (Xerox).
("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.08.2008)

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