Deutschland und Frankreich wollen die sogenannten Leerverkäufe von Aktien mehr unter die Lupe nehmen und dazu eine Arbeitsgruppe gründen. Das kündigte die französische Finanz- und Wirtschaftsministerin Lagarde nach einem Treffen mit Deutschlands Finanzminister Steinbrück in Berlin an. An der Arbeitsgruppe teilnehmen sollen Vertreter der Finanzministerien, der Notenbanken und der Börsenaufsichten.
Mit Leerverkäufen wetten Händler auf fallende Kurse an den Aktien. Sie leihen sich ein Wertpapier für eine bestimmte Zeit und verkaufen es sofort weiter. Dann warten sie darauf, dass der Kurs fällt. Wenn das passiert, kaufen sie ein Papier derselben Art zurück, um es an den Verleiher zurückzugeben. Die Differenz im Kurs abzüglich der Leihgebühr bleibt als Gewinn. In den USA, Großbritannien, Deutschland und weiteren Ländern verbot die jeweils zuständige Börsenaufsicht Ende vergangener Woche Leerverkäufe bestimmter Aktien für eine begrenzte Zeit.
Die Gründung einer deutsch-französischen Arbeitsgruppe sei ein Beispiel der "verstärkten Zusammenarbeit" beider Länder auf europäischer Ebene, sagte Lagarde weiter. Damit seien Deutschland und Frankreich "in der Lage, sich sehr schnell gegenseitig zu informieren und in eine Richtung zu arbeiten".
An den russischen Börsen sind ab Freitag Leerverkäufe wieder erlaubt. Die Börsenaufsicht teilte am Donnerstag mit, das Verbot aufzuheben, um die Liquidität am Markt zu erhöhen. Der Grad der Fremdfinanzierung soll jedoch dabei begrenzt bleiben.
(APA)

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