Der Internationale Währungsfonds (IWF) schnürt der Türkei wegen der Finanzkrise ein neues Hilfspaket. Die Einigung über ein Darlehen stehe kurz bevor, sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn am Samstag nach dem G-20-Treffen in Washington. Zu klären sei aber vor allem noch der genaue Umfang des Darlehens. Eine frühere IWF-Hilfe für das Land in Höhe von zehn Milliarden Dollar war im Mai ausgelaufen.
Der türkische Ministerpräsident Erdogan hatte anschließend erklärt, den Währungsfonds nicht noch einmal anzapfen zu wollen. Der Grund dafür seien die mit dem Kredit verbundenen Auflagen. Nach IWF-Angaben ist wegen der Finanzkrise der Kapitalfluss in die Türkei ausgetrocknet. Der IWF hilft wegen der Finanzkrise unter anderem der Ukraine, Ungarn und Island mit Milliardenkrediten.
Saudi-Arabien hat es unterdessen abgelehnt, dem IWF oder anderen internationalen Institutionen mit zusätzlichen Mitteln unter die Arme zu greifen. Dafür gebe es keine Notwendigkeit, sagte Finanzministers Ibrahim al-Assaf der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag am Rande des Welt-Finanzgipfels in Washington. Er reagierte damit auf Forderungen des britischen Premierministers Brown, das Nahost-Königreich solle wegen seiner hohen Devisenreserven mit zusätzlichen Beiträgen für den IWF mithelfen, die Folgen der Finanzkrise für Schwellenländer abzufedern.