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Automaten: Kleines Glücksspiel ganz groß

16.11.2008 | 18:18 |  HEDI SCHNEID (Die Presse)

Das Finanz-Ministerium plant eine bundesweite Konzession. Novomatic wird sich "sicher" bewerben. Die Neuregelung bedeutet das Aus für Poker-Kasinos.

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Wien. Der erste Anlauf zu einer umfassenden Novelle des Glücksspielgesetzes endete vor einem Jahr in einer Minireform. Nur beim Spielschutz und dem Werbeverbot gab es Änderungen. Jetzt macht Finanzminister Wilhelm Molterer im Windschatten der Bemühungen um eine neue Regierung einen neuen Anlauf. Der Kern der Gesetzesreform, die bis Anfang Dezember in Begutachtung ist: Das sogenannte „kleine Glücksspiel“ mit begrenztem Einsatz und Höchstgewinn, das derzeit nur in Wien, Niederösterreich, Kärnten und der Steiermark erlaubt ist, ist Geschichte. Automatenspiel wird bundesweit legalisiert und einheitlich über die Vergabe von Konzessionen geregelt.

„Wir werden uns sicher um eine solche Lizenz bewerben“, sagt Novomatic-Sprecher Hannes Reichmann zur „Presse“. Der Konzern, der sowohl Glücksspielautomaten produziert wie auch Spielbanken im Ausland betreibt (in Österreich haben nur die Casinos Austria Lizenzen für zwölf Spielbanken) hat genau eine solche bundesweite Regelung für das Automatenspiel mit strengen Zugangs- und Kontrollmechanismen wiederholt gefordert. Dass nun das von der Novomatic in Niederösterreich praktizierte Kontrollsystem vom Gesetzgeber für ganz Österreich übernommen wird, „begrüßen wir natürlich“, so Reichmann. Die Novomatic dürfte allerdings nicht der einzige Anwärter auf die Automatenkonzession sein. Diese muss EU-weit ausgeschrieben werden. • Laut Gesetz müssen sich Spieler (nur volljährige Personen) mittels einer speziellen Zutrittskarte, die vom Lizenznehmer ausgestellt wird, identifizieren.
• Der Höchsteinsatz wird pro Spiel auf zehn Euro beschränkt, den maximalen Gewinn lässt die Novelle – noch – offen. Bisher lag er bei 50 Cent und der Höchstgewinn bei maximal 20 Euro.
• Außerdem gibt es genaue Regeln über den Anbieter: Kapitalgesellschaft mit mindestens 50 Mio. Euro Grundkapital, Steuerung und Betrieb der Automatensalons aus dem Inland, geschulte Mitarbeiter auch im Umgang mit Spielsucht.
• Für jeden Salon, der mindestens 15 Automaten haben muss, bedarf es einer Standortbewilligung. Der Finanzminister kann auch die regionale Verteilung der Automaten festlegen und die Höchstzahl an einem Standort eingrenzen.
• Bundesweit geregelt wird auch die Abgabe: Variierte die Automatensteuer bisher je nach Bundesland gewaltig – in Kärnten rund 700 Euro pro Automat und Monat, in Wien das Doppelte –, so wird die Automatensteuer künftig mit 25 Prozent festgelegt.

Ob Molterer damit den tausenden illegalen Spielstätten, die vor allem in jenen Bundesländern aus dem Boden geschossen sind, wo das kleine Glücksspiel verboten war, einen Riegel vorschieben kann, ist umstritten.

Casinos Austria-General Karl Stoss hat wiederholt darauf hingewiesen, dass nur strengere Kontrollen der Behörden eine Wirkung hätten. Die Casinos Austria, die die Seriosität des Konkurrenten Novomatic wiederholt in Frage gestellt haben, schätzen, dass es in ganz Österreich 7000 bis 8000 illegale Automaten gibt. Zur aktuellen Gesetzesreform wollten die Casinos auf „Presse“-Anfrage keinen Kommentar abgeben.

 

Poker nur als „Zeitvertreib“

Mit einer weiteren Bestimmung dürfte Molterer ebenfalls Diskussionen und möglicherweise auch einen Rechtsstreit auslösen: Poker wird eindeutig als Glücksspiel definiert. Das hat zwar schon der Verwaltungsgerichtshof im Jahr 2000 getan. Poker-Anbieter wie etwa Peter Zanoni, Besitzer des Concord Card Casinos (Wien-Simmering) sieht das anders. Für ihn ist Poker ein Geschicklichkeitsspiel. Vom Gesetz sollen nur „Ausspielungen mit Kartenspielen in Turnierform zum bloßen Zeitvertreib“ vom Glücksspielmonopol ausgenommen werden, mit höchstens 100 Spielern und einem Höchsteinsatz von zehn Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.11.2008)

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13 Kommentare
Gast: halloa
11.12.2009 13:31
0 0

zufall?

"Poker-Anbieter wie etwa Peter Zanoni, Besitzer des Concord Card Casinos (Wien-Simmering) sieht das anders. Für ihn ist Poker ein Geschicklichkeitsspiel"

ist der etwa mit dem eis-zanoni verwandt????

Gast: unsere
11.12.2009 12:34
0 0

politische kaste

sollte von der staatssicherheit überwacht werden

nicht tierschützer sind nach dem für die organieserte kriminalität geschaffenen sog. mafia-paragrafen zu überwachen, sondern unsere politischen parteien, insbesondere rot/schwarz.

organisiert sind die parteien - naja ausser die grünen viell;-)

und kriminelle vorfälle gibt es auch zuhauf

die frage ist nur ob man diesen zusammenhang wird beweisen können!

wenn eine herde von schwarzen schafen geführt und bestimmt wird - kann mann da noch von einzelnen schwarzen schafen sprechen??

wenn ja könnt emann von organisierter kriminalität sprechen (und damit sind nicht mord und totschlag gemeint)


Gast: Höchsteinsatz
11.12.2009 12:26
0 0

denkanstoß

Wie ist es möglich, dass beim sog. kleinen Glücksspiel so hohe Einsätze verspielt werden können?

Und zwar geht es darum wie das Gesetz vollzogen bzw. interpretiert wird!

Wie kann man guten Gewissens die gesetzliche Vorgabe des "Höchsteinsatzes pro Spiel" durch simples drücken einer Taste ohne Einschreiten der Behörden ad absurdum führen?

Genau auf diesen Puntk kommt es nämlich an. Ob diese Bonustasten gesetzeskonform sind, mit welcher Argumentation - Bitte um Info!

Man kann den Höchsteinsatz auch auf 10Cent reduzieren, wenn man dann auf eine Bonustaste drücken darf die den Einsatz entgegen den Intentionen des Gesetzgebers erhöht - ist das eine Beleidung eines jeden aufgeklärten Menschen!

Wenn der Gesetzgeber einen Höchsteinsatz vorgibt, ist ja eine gewisse Absicht damit verbunden.

Fundierte Meinungen von Rechtsexperten und Konsumentenschützern zu diesem Thema wären interessant - fehlen aber leider regelmäßig bei diesem Thema!

Gab es schon einen Musterprozeß der AK etc. wenn nein, warum nicht?

Ganz abgesehen davon hat es einen guten Grund warum Glücksspiel ab einer gewissen Höhe immer staatlich/gemeinnützig sein sollte!

Wer zum Vergnügen spielt - kann dies mit kleinen Einsätzen bei Privaten Wttanbietern tun-ohne großes Risiko

Höhere Einsätze bzw. sog. Spielsüchtige sollten möglichst in staatlichen Firmen ihr Geld verzocken - und genau aus den Gewinnen dieser Firmen bei bankrott unterstützt werden (mit ihrem eigenen geld sozusagen)


Gast: SCHWEINAUGEN !!
07.10.2009 14:59
0 0

SCHAFFT DIESE GEISELEI ENDLICH AB !!!!

Tag für Tag steigen die Privatkonkurse - viele wegen Spielsucht !!
Verbietet endlich diesen Mist!!

Gast: unternehmer
19.11.2008 06:34
0 0

Hochverrat am Mittelstand

Hochverrat der ÖVP an allein Klein- und Mittelbetrieben welche hier bewusst ausgegrenzt werden!
Ein Monopol für die Konzernmafia!

Antworten Gast: helmut
23.12.2008 23:52
0 0

Re: Hochverrat am Mittelstand

na, was kümmert das diese "scheidenten Versager" in der ERWARTUNG auf ein warmes Plätzchen im KONZERN. !!
wie dem ENTLASSENEN POLIZEIGENERAL !!
Diesen Kr....ren war u. ist die Partei, oder deren Mitgliedern doch egal.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
Wer hat die STMK vollgestopft mit zig!! Admiral Cafe u. Wettspielhöhlen.
Zum Dank gibst ein Novomatic "bezogenes" Gesetz.
Oder gibs noch ein BISSCHEN DRUCK WIE IN NÖ,
Herr Präsident od.doch Prof.??
SOLLTE DIE NEUEN POLITIKER DOCH ETWAS ZUM ÜBERLEGEN - ÜBERDENKEN VERANLASSEN

Antworten Gast: helmut
23.12.2008 23:38
0 0

Re: Hochverrat am Mittelstand

na, was kümmert das diese "scheidenten Versager" in der ERWARTUNG auf ein warmes Plätzchen im KONZERN. !!
wie dem ENTLASSENEN POLIZEIGENERAL !!
Diesen Kr....ren war u. ist die Partei, oder deren Mitgliedern doch egal.
Es gilt die Unschuldsvermutung.
Wer hat die STMK vollgestopft mit zig!! Admiral Cafe u. Wettspielhöhlen.
Zum Dank gibst ein Novomatic "bezogenes" Gesetz.
Oder gibs noch ein BISSCHEN DRUCK WIE IN NÖ,
Herr Präsident od.doch Prof.??
SOLLTE DIE NEUEN POLITIKER DOCH ETWAS ZUM ÜBERLEGEN - ÜBERDENKEN VERANLASSEN

Schutzmaßnahmen

Welche Schutzmaßnahmen, -regeln und -bestimmungen gibt es?
Imho sollte jeder, der gewillt ist zu spielen, sich dafür eine (österreichweit gültige) "Spieler-Kundenkarte" organisieren, wobei für die Registrierung der Nachweis eines fixen Einkommens notwendig ist und bei jedem Eintritt überprüft wird, ob der Spieler dieses Jahr/Quartal/Monat ein festzulegendes Limit nicht überschritten hat und seine Besuchsfrequenz um daraus rechtzeitig auf Suchtgefahr zu reagieren.

jta
17.11.2008 04:55
0 0

es nützt ja doch was

wenn ein vorstand einer spielautomatenfirma ein paar jahre minister gewesen war.

dieser firma muss man jetzt gesetzlich kräftig unter die arme greifen.

und das schon in den koalitionsverhandlungen ...

die shice schwarzen haben gar keinen genierer!

mick232
17.11.2008 03:18
0 0

Genau zugeschnitten

auf Novomatic. Viele Konkurrenten dürfte es auf diesem Markt nicht geben. Es macht sich bezahlt, wenn man einen Vertrauensmann in der Regierung hat.

Gast: GastzuMittag
16.11.2008 22:32
0 0

Danke Herr Hahn.

Novomatic wird nur zufällig von den neuen Regeln profitieren, e klor ;)

phuter
16.11.2008 21:34
0 0

Ich bin ja grundsätzlich gegen Verbote jedweder Natur...

Die Schäden, die gerade in unteren Sozialen Schichten durch diese Glücksspiel und Wetttempel angerichtet werden sind jedoch verheerend. Verzweifelte und verblödete alkoholabhängige Spielsüchtige bevölkern diese Stätten und verspielen dort ihre Notstandshilfen. Teufelskreise werden da geschlossen, aus denen die Betroffenen oft nicht mehr rauskommen. Kleines Glücksspiel ist ungefähr so treffend wie ein bisserl schwanger. Ist schon Lotto schlimm genug.

heri3
16.11.2008 21:06
0 0

novomatik wird der alleinige abkassierer!

der hahn wird schon dafür sorgen!!