Auch die Industrie, die neben den Banken der von der Krise bisher am stärksten betroffene Wirtschaftszweig ist, möchte auch Hilfe vom Staat: Böhler-Uddeholm-Chef Claus Raidl stellt im "Kurier" Garantien auch für Fremdfinanzierungen der Industrie zur Diskussion und verweist dabei auf die Garantien, die die Republik für die Zwischenbankenkredite übernimmt.
Raidl liegt damit auf der Linie der Industriellenvereinigung (IV), die fordert, auch in Österreich derartige Staatsgarantien "aus Wettbewerbsgründen" einzuführen: Die Europäische Kommission habe einen befristeten beihilferechtlichen Rahmen angenommen, der es möglich mache, Staatsgarantien auch für Anleihen zu geben. Dafür müssten die Unternehmen ein adäquates Garantieentgelt leisten, wird in einer der APA übermittelten Stellungnahme der IV argumentiert.
Österreichische Unternehmen könnten sich derzeit nämlich trotz oft guter Bonität am Kapitalmarkt nicht oder nur teuer refinanzieren. Der Bond-Markt sei bereits durch staatliche Eingriffe verzerrt, "unverhältnismäßig viele staatsgarantierte Anleihen werden platziert und machen es für ein Industrieunternehmen noch schwieriger und teurer, sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren."
(APA)

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