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Telekom Austria: Schieszler verliert Personalagenden

25.02.2009 | 10:30 |   (DiePresse.com)

Der Telekom-Vorstand enthüllte in einem Video-Mitschnitt fragwürdige Methoden beim Personal-Abbau. Nun gehen die Personalagenden des Unternehmens an Vorstandschef Hannes Ametsreiter.

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Die jüngsten Aussagen aus der Führungsriege der Telekom Austria zum Thema Personalabbau bringen den teilstaatlichen Konzern in Erklärungsnotstand, wie „Der Standard“ berichtet. Grund für den Aufruhr ist ein Video, das Gernot Schieszler, Vorstand und Finanzchef der Festnetzsparte, am „Capital Market Day“ zeigt.

Auf die Frage eines Investors, wie das Unternehmen seine unkündbaren Beamten von der Annahme der „Golden Handshakes“ überzeugen möchte, sagte Schieszler (frei aus dem Englischen): „Unsere Aufgabe ist es, ein Telekom-Unternehmen wertsteigernd zu führen, und nicht, in Gärten alter Damen zu graben.“

Nun wurde bekannt, dass Schieszler die Personalagenden an Telekom-Chef Hannes Ametsreiter abgeben muss.

Schieszler hatte vor Investoren gesagt, sollte es nicht möglich sein, die Mitarbeiter umzuschulen oder in andere Unternehmensbereiche zu verleasen, wolle man beginnen, „sie daheim sitzen zu lassen“. Dieser Prozess dauere rund vier Monate. In den ersten vier bis sechs Wochen könnten sich die Leute „offen gesagt noch wohlfühlen“, wie auch Erfahrungen in anderen Unternehmen weltweit zeigen würden.

Danach wolle die Telekom beginnen, die Mitarbeiter anzurufen und sie für ein paar Tage zur Arbeit zu bestellen, „und wenn sie dann am Telefon erklären, dass sie krank sind, werden wir ihnen den Arzt schicken. Und wenn der feststellt, dass sie nicht krank sind, werden wir Klagen gegen diese Mitarbeiter folgen lassen.“ Spätestens dann würden schon „ein paar die Golden Handshakes annehmen“, schloss der Telekom-Vorstand.

Schieszler rudert zurück

Gedacht waren Schieszlers Worte Ende Jänner ausschließlich für die Ohren von Investoren und Analysten. Hören konnten sie über die Videoplattform YouTube mittlerweile über 10.000 Menschen.

Offiziell weist die Telekom Austria sämtliche Vorwürfe zurück. Auch Schieszler hat sich von seinen eigenen Aussagen distanziert. Zwar plant der Konzern tatsächlich einen radikalen Stellenabbau – heuer sollen alleine in der stagnierenden Festnetzsparte 1250 Mitarbeiter gehen. Die notwendigen Personalrestrukturierungen würden so sozial wie möglich ablaufen, heißt es.

Die betroffenen Mitarbeiter bekämen großzügige Abfindungen, Altersteilzeitmodelle sowie Weiterbildung angeboten. Wer das nicht annimmt, wird bei nahezu vollen Bezügen dienstfrei gestellt. Über zwei Drittel der 9500 Mitarbeiter des teilstaatlichen Betriebs sind nach Angaben von TA-Chef Boris Nemsic derzeit als Beamte unkündbar.

Der Betriebsrat will heute, Mittwoch, zusammentreten, um über die Causa zu beraten. Eines sei klar, sagte Betriebsratchef Michael Kolek: Das gute Gesprächsklima der letzten Wochen sei in jedem Fall wieder zerstört.

Schieszler zum Personalabbau

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.02.2009)

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157 Kommentare
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greenbean
03.03.2009 09:48
0 0

frechheit

das video ist geschnitten, das ist doch wohl klar. wer weiss, ob da nicht auch ein bissale am text herumgebastelt wurde???

ceed
10.03.2009 15:32
0 0

Orignalvideo direkt aus Telekom Hompage!

Das auf YouTube gezeigte Video ist ein kuzer Ausschnitt einer Telekom-Veranstaltung für Investoren. Diese Veranstaltung wurde von der Telekom selbst aufgezeichnet und auf die eigene Hompage gestellt. Ein interessierter Seher dieses Mitschnittes hat den pikanten Ausschnitt offenbar auf You-Tube gestellt. Als die Diskussionenen über mögliches Mobbing losgingen, wurde der Ausschniitt aus der Telekom-Präsentation geöscht.....
Ein Schelm, wer sich was Schlechtes denkt....

ceed
10.03.2009 15:16
0 0

Abgestimmte Vorgangsweise des Gesamtvortstandes

Es glaubt doch wohl niemand, dass die geschilderte Vorgangsweise Hr. Schieszler spontan eingefallen ist. Das ist die Meinung des Gesamtvorstandes! Schließlich saß bei der Veranstaltung, die in der Telekom Zentrale stattfand, der Gesamtvorstand auf dem Podium: CFO Schlieszler, CTO Goldenits und CEO Ametsreiter! Wäre das nicht die Linie des Gesamtvorstandes, hätte der CEO Ametsreiter zumindest eine leichte Korrektur anbringen müssen (wie z. B.: : dies ist eine sehr pointierte Aussage, wir sind selbstverständlich bemüht, die Rechte der Mitarbeiter zu wahren und sozial verträglich vorzugehen...). Nein, es gab nicht den geringsten Versuch, weil es ganz einfach zu diesem Zeitpunkt kein Problembewußstsein gab. Der auf YouTube zum Skandalviedeo mutierte Ausschnitt der Pressekonferenz war bis zum Start der öffentlichen Diskussionen von der Telekom selbst auf die eigene Homepage gestellt worden!

ceed
10.03.2009 15:24
0 0

Re: Abgestimmte Vorgangsweise des Gesamtvortstandes

Erst nachdem die Diskussionen in der Öffentlichkeit (ausgelöst durch die Transferierung der pikanten Szene auf YouTube) über die fragwürdigen Methoden begannen, wurde die Szene aus dem Mitschnitt der Gesamtveranstaltung entfernt.
Es fand also kein Verantwortlicher im Unternehmen (Vorstand, Presseabteilung, Personalabteilung) irgendetwas Anstößiges an den Aussagen von Hr. Schieszler. Die Distanzierungen und auch die Übertragung der Personalagenden durch Hr. Nemsic an Hr. Ametsreiter sind eine sehr späte und unglaubwürdige Reaktion um die Reputation des Unternehmens nicht noch weiter zu schädigen.

Antworten Gast: KATER
03.03.2009 18:05
0 0

Re: frechheit

ich denke auch, dass das Video nicht richtig wiedergegeben wurde!
Eine bodenlose Frechheit, dem Fin.vorstand so ein Ei zu legen!

ceed
10.03.2009 15:37
0 0

Eigens Ungeschick oder mangelndes Problembewußtsein!

Das Ei hat sich die Telekom schon selbst gelegt. War doch das Video des Investor-Relation-Day mit den nun strittigen Ausschnitt von der Telekom selbst auf die eigene Hompage gestellt worden! Erst nach den Diskussionen durch die Veröffentlichung auf YouTube wurde der fragliche Ausschnitt von der Telekom-Homepage gelöscht!

Gast: wortzumsonntag
01.03.2009 15:24
0 0

die ta ...

hat mit dieser auswahl wieder einiges gut gemacht. und sie hat bewiesen, dass sie allen unkenrufen zu trotz auch fähige leut dort sitzen haben. laut standard wurde ametsreiter nämlich zum "manager des jahres 2008" gekürt.

Gast: hanspeter
27.02.2009 12:46
0 0

zuerst die telekom

und jetzt noch die lehrer, das leben als beamter in diesem land war auch schon einmal schöner.

drfeelgood
27.02.2009 08:45
0 0

beamtensystem

österreich ist halt mal ein land der beamten, das system ist zweifelsohne verstaubt. und dass die ta da nicht mehr mitkommt im internatinalen wettbewerb ist auch logo. danke herr hofrat!

Gast: faber
26.02.2009 22:11
0 0

wer verzichtet darauf

sozial abgesichert aus einem unternehmen auszutreten...jemand der's bis jetzt schon zu schön hatte.

wahnsinn, als normaler arbeitnehmer kann man bei der beamtenmoral nur den kopf schütteln.

drfeelgood
26.02.2009 15:50
0 0

Motzerei

Motzen auf hohem Niveau. Freiwillige Angebote für die Mitarbeiter gibt’s nicht bei jedem Unternehmen.

heduda
26.02.2009 17:41
0 0

Re: Motzerei

tut mir leid dass sie sich im moment nicht good feelen.

Hafner
26.02.2009 14:24
0 0

A few other companies ...

... die lernen das, wie man das macht, ausgearbeitet von Psychologen und vertreiben das als Idee.
Wer immer (die) sind.
Ich bin schon einigermaßen fassungslos. Aber das ist der "Fluch der bösen Tat".
Nachdem wir den WKII verloren haben, haben wir Stück für Stück unsere Traditionen aufgegeben (den "Muff von 1000 Jahren") und uns der USAmerikanischen Gesellschafts- und Wirtschaftsform untergeordnet.

Zahltag!

Antworten Gast: schumpeter
02.03.2009 10:06
0 0

Re: WK II verloren?

Wieso haben "wir" den 2. Weltkrieg verloren? Ich denke, dass mit Ende des 2. WK der Faschismus, das verbrecherische totalitäre System unter Hitler beseitigt worden ist! Was hast Du nur für abstruse Vorstellungen ...

Ist vermutlich erledigt ..

Schickst ihn halt auch nach Hause (Gehalt aber bitte weiterbezahlen -)-)
.. der Job wird ja in Wirklichkeit ohnehin von nicht besonders gut bezahlten Personalmitarbeitern erledigt -)
Und damit ihm nicht fad ist, wäre halt ein Englisch Kurs ganz nett -)-)

drfeelgood
26.02.2009 09:02
0 0

???

Ich weiss nicht, warum sich alle so aufregen? Nicht dass ich Hr. Schieszler sympathisch finde, aber er sagt doch lediglich, dass kontrolliert wird, ob jemand zuhause arbeitet oder nur rumsitzt. Er sagt, dass man ihnen Aufgaben zukommen lässt und die Leute dann sagen "ich kann nicht, ich bin krank", und dass dann kontrolliert wird.

heduda
26.02.2009 17:34
0 0

Re: ???

@feelgood
ich versteh schon das sie den schüttler nicht ganz verstanden haben,welche sprache war das?aber es geht hier um eine mürbemachtaktik.denke jetzt werden die einmal massiv kunden verlieren.nicht jeder findet das gut.
tuts nicht zu schnell alles verstehen wollen,könnte man ja schnell auf die idee kommen auch den pensionisten einen goldenen handschlag anzubieten.

Antworten Gast: Kim
26.02.2009 11:14
0 0

Re: Sch. muss dennoch abberufen werden

Dass viele Beamte der Telekom nicht dem aktuellen Anforderungsprofil und Gehaltsniveau entsprechen ist unbestritten.

Dennoch: Verträge sind einzuhalten und Mobbing ist rechtswidrig.

Ob Mobbing vorliegt oder nicht entscheidet der Richter unter Berücksichtigung der Beweise, die Sch. mit seiner Erklärung erbracht haben dürfte. Daher war sein Verhalten kontraproduktiv für das Vorhaben, Beamte billig loszuwerden.

Die Frage des Analysten war ja, ob es keine „smarter“ (d.h. intelligentere) Möglichkeiten gibt, als diese Mitarbeiter bei vollem Gehalt zu hause zu lassen. Dass Schieszler seine unethische Methode (inklusive psychologischer Aspekte und How-to) langatmig erläuterte war für die Analysten unerwartet, weil „smarte“ Manager über so etwas nicht öffentlich sprechen.

Damit schädigte Sch. das Image (Qualität der Manager, Corporate Governance) der von der ÖIAG verwalteten Unternehmen. Daher muss er abberufen werden.

Antworten Gast: Kim
26.02.2009 11:11
0 0

Re: Sch. muss dennoch abberufen werden

Dass viele Beamte der Telekom nicht dem aktuellen Anforderungsprofil und Gehaltsniveau entsprechen ist unbestritten.

Dennoch: Verträge sind einzuhalten und Mobbing ist rechtswidrig.

Ob Mobbing vorliegt oder nicht entscheidet der Richter unter Berücksichtigung der Beweise, die Sch. mit seiner Erklärung erbracht haben dürfte. Daher war sein Verhalten kontraproduktiv für das Vorhaben, Beamte billig loszuwerden.

Die Frage des Analysten war ja, ob es keine „smarter“ (d.h. intelligentere) Möglichkeiten gibt, als diese Mitarbeiter bei vollem Gehalt zu hause zu lassen. Dass Schieszler seine unethische Methode (inklusive psychologischer Aspekte und How-to) langatmig erläuterte war für die Analysten unerwartet, weil „smarte“ Manager über so etwas nicht öffentlich sprechen.

Damit schädigte Sch. das Image (Qualität der Manager, Corporate Governance) der von der ÖIAG verwalteten Unternehmen. Daher muss er abberufen werden.

Antworten Gast: Max
26.02.2009 10:11
0 0

Re: ???

Ich glaube Du weißt nicht worüber Du hier schreibst!? Die Mitarbeiter von der TA werden nicht nach Hause geschickt um dort zu arbeiten, sondern sind zu Hause zum nichts tun verdammt!!! Es gibt nur die Möglichkeit die Mitarbeiter 3 Monate für eine x-beliebige Tätigkeit heranzuziehen! Aber würdest Du motiviert sein, wenn Du weißt das Du nach 3 Monaten wieder nach Hause geschickt wirst?? Und vor allem wenn Du keine Perspektive mehr hast jemals wieder in dem Unternehmen tätig zu sein?? Man sollte nie vergessen das die betroffenen Mitarbeiter ja gezwungen werden NICHTS zu tun!!!!!

Antworten Antworten Gast: orbit
26.02.2009 15:45
0 0

Re: Re: ???

"die mitarbeiter werden gezwungen nichts zu tun". das kann man so wohl nicht ganz stehen lassen. das beamtendienstrecht ist leider so unflexibel ausgelegt, dass man die mitarbeiter nicht in anderen bereichen einsetzen kann, ergo, die mitarbeiten müssen zu hause bleiben, wenn es in ihrem bereich keine arbeit gibt.

was soll man den da bitte als arbeitgeber machen? man kann ja nur schaun, dass man diese leute irgendwie los wird.

Antworten Gast: leningrad cowboy
26.02.2009 09:40
0 0

Re: ???

Mit welchem Recht schickt so jemand den Arzt SEINES Vertrauens vorbei? Wenn ein Dienstnehmer sich krank meldet und eine ärztliche Bestätigung zB vom Hausarzt vorlegt, hat das zu genügen. Ohne handfeste Beweise, dass der Hausarzt ein Betrüger ist, hat der Arbeitgeber nichts an der Krankheit auszusetzen. Das Mobbing besteht darin, dass man jemand durch Tun und Unterlassen in eine psychisch und physisch krankmachende Situation bringt, isolieren, herumsitzen, warten und ihm dann noch sein eigenes Leid in dem er vielleicht falsch reagiert zum Vorwurf macht.

Hafner
26.02.2009 14:27
0 0

Das ist rechtens,

... da der DG ja kontrollieren können muß, ob sich der Kranke ausschließlich mit seiner Heilung beschäftigt (denn dafür und nur dafür ist er Dienstfreigestellt).
Findet man ihn beim Einkaufen im Bauhaus oder beim Heimwerken, in einem Restaurant oder sonstwo hat er (zu Recht) Probleme zu erwarten.
Aber darauf zu spekulieren finde ich schäbig und unmoralisch abgesehen davon, dass das richtiges Mobbing ist.

Antworten Antworten Gast: sonic youth
26.02.2009 10:46
0 0

Re: Re: ???

laut standard artikel hat sich mittlerweile auch die ta-personalvertretung wieder beruhigt dh. es besteht definitiv kein anlass mehr in mobbing vorwürfen zu schwelgen. abgesehen davon, nicht alle dienstnehmer sind so verantwortungsbewusst und kommen pünktlich nach drei tagen mit einer krankschreibung.

greenbean
26.02.2009 08:58
0 0

mobbing

mobbing.... da fällt heute auch schon alles drunter...

Gast: Kim
25.02.2009 22:32
0 0

Sch. muss abberufen werden

Nemsic hat recht: „Die Aussagen von Schieszler sind ein Fehler, in Inhalt und Form“. Es ist jedoch ein noch schwerwiegenderer Fehler, Schieszler nicht als Vorstand abzuberufen. Das wäre die Reaktion bei einer „echten“ AG. Sofern der CEO nicht handelt würde es der Eigentümer veranlassen. In diesem Fall die ÖIAG (deren Anteil ist für die Durchsetzung von solchen Wünschen ausreichend) oder die Regierung.
Ein Vorstand, der öffentlich über unethische und rechtswidrige Vorhaben (das ist nämlich systematisch betriebenes Mobbing) in schlechtem English (long-winded and awkward) elaboriert ist auch besonders als Finanzvorstand ein Risikofaktor. Offenbar hat die ÖIAG aus dem Rechtsstreit der ÖBB mit der Deutschen Bank und anderen Fällen (AUA etc.) nichts gelernt.
Diese Untätigkeit schadet dem Image aller Unternehmen der ÖIAG bei Investoren und Analysten. Man fragt sich, wie viele Sch. es in dieser „Group“ noch gibt, die nur eine Spur geschickter agieren. Alle Unfähigen sind ja nicht gleich dema

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