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Boris Nemsic soll seinen Nachfolger nicht selbst bestimmen

04.03.2009 | 14:38 |   (DiePresse.com)

Der Telekom-Betriebsrat fordert, dass die ÖIAG einen "internationalen Experten" für den Chefsessel findet. Der scheidende Boris Nemsic soll sie jedenfalls nicht aussuchen.

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Die ÖIAG sollte für die Telekom Austria einen internationalen Experten als Nachfolger für Boris Nemsic an der Spitze des Unternehmens suchen - das hat die Personalvertretung heute öffentlich gefordert. Es könne nicht sein, dass Nemsic die TA überfallsartig verlasse und diese Akut-Situation ausnütze, um Personen seines Vertrauens in Führungsrollen zu hieven, appellierte Betriebsratschef Michael Kolek heute, Mittwoch, in einer Aussendung.

Wie aus informierten Kreisen zu erfahren war, soll sich der Telekom-Aufsichtsrat bereits am Donnerstag mit der Frage der Nachfolge von TA-Chef Nemsic befassen, der das Unternehmen Ende des Monats verlässt.

"Wir erwarten uns, dass sich ÖIAG-Chef Peter Michaelis zumindest genauso intensiv um eine geeignete Nachfolge für Herrn Nemsic bemüht wie er Verkaufsmöglichkeiten für die Telekom Austria sondiert", sagte Kolek. "Tut er das nicht, kann man die ÖIAG auflösen. Es kann nicht sein, dass Boris Nemsic sich selbst seine Nachfolger aussuchen kann. Es liegt auf der Hand, dass Nemsic in erster Linie im Interesse seines zukünftigen Arbeitgebers handeln würde und nicht im Interesse der Telekom Austria", so der Vorsitzende der Telekom-Austria-Personalvertretung. "Spitzenleute gewinnt man nicht über Nacht. Eine Hauruckaktion spielt nur Boris Nemsic und damit einem künftigen Konkurrenten der Telekom Austria in die Hände."

Mobilkom will mitreden

Mobilkom-Betriebsratsvorsitzender Werner Luksch warnte am Mittwoch vor einer Aufteilung des Mobilfunk-Marktführers. Demnach gebe es Hinweise, wonach die erfolgreichen Auslandstöchter in eine eigene Gesellschaft eingebracht werden sollen. "Ich habe den Eindruck, dass mit dieser Maßnahme der Verkauf der Mobilkom Austria und der damit zusammenhängende Arbeitsplatzabbau vorbereitet werden soll. Dagegen werden wir Personalvertreter uns rechtzeitig wehren", so Luksch in einer Aussendung.

Außerdem fordert er, wie schon sein Kollege Michael Kolek, eine sorgfältige Auswahl bei der Nachfolge des zu Monatsende überraschend ausscheidenden Telekom-Austria-Chefs Boris Nemsic. Die Telekom ist die Mutter der Mobilkom Austria. Luksch betonte, dass die Mobilkom als "größter Wachstums- und Ertragsbringer der Telekom Austria Gruppe" entsprechend in die Entscheidungsfindung eingebunden sein müsse. "Entscheidungen über die Köpfe hinweg lehnen wir entschieden ab", stellte Luksch klar, der TA-Aufsichtsratschef Peter Michaelis nachdrücklich zu beratenden Gesprächen einlädt.

(APA)

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2 Kommentare
clearwater
04.03.2009 17:50
0 0

CEO bestimmt selbst Nachfolger

So direkt wird her Nemsic nicht agieren. Warum sollte er sich da dreckig machen. Es gibt ja ganz klare Procedere - Eigentümer - Aufsichtsrat - Hauptversammlung. Dass im Vorfeld des Rücktritts Themen, wie an wen verkaufen wir die Telekom oder Mobilkom, wie regeln wir die Geldlüsse, bereits besprochen sind ist wohl klar. Garant sind die politischen Parteien und Herr Michaelis, die ja bisher bei jeder finanziellen Transaktion der ÖIAG ihrem Anteil gewahr wurden. Der Kauf der bulgarischen Telefonfirma via Schlaff und Taus ist ja ein perfektes Beispiel wie Staatsgelder privatisiert werden. Diesen Kauf aus dem Osten wird man doch in die Richtung zurück ebenfalls mit Milliardengewinnen für die Protagonisten duchfürhen können. Wunderts das ehemals Telekom CFO Colombo nun bei RHI- Schlaff untergekommen ist. Wahre Freunde.

Gast: mexx
04.03.2009 17:19
0 0

Leidgeprüftes Österreich

Das wird wohl das Mindeste sein, dass der Eigentümer und NICHT Nemcic mit seiner russischen Telekomgesellschaft einen Nachfolger aussucht.
Die Konkurrenz sucht die künftige Führung aus. Das ist zum Lachen oder doch zum Weinen. Die leidgeprüften Österreicher sind ja schon einiges gewohnt. Leidgeprüftes Österreich!

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