Die isländische Regierung hat nun auch noch die Sparkassen des Landes unter ihre Fittiche genommen. Wie die Regierung am Wochenende mitteilte, wird die SPRON-Sparkasse in die bereits vergangenen Herbst verstaatlichte Kaupthing eingegliedert, die Geschäftstätigkeit und die Konten der Sparisjodabankinn übernimmt die isländische Notenbank. Die beiden Sparkassen hatten um Regierungshilfe ersucht.
Mit der Übernahme der beiden Sparkassen ist praktisch das gesamte Finanzsystem der 320.000 Einwohner zählenden Nordatlantikinsel verstaatlicht. Bereits im Herbst wurden in einer Feuerwehr-Aktion die drei größten Finanzinstitute - neben Kaupthing, Landsbanki und Glitnir - unter Regierungskontrolle gestellt. Vor zwei Wochen folgte die vierte große isländische Bank Straumur-Burdaras. Ende Februar wurde Notenbankchef David Oddsson per Gesetz entmachtet und die Aufsicht über die Währung vorläufig dem norwegischen Unternehmensberater Svein Harald Öygard übertragen.
Die rot-grüne Übergangsregierung verhandelte vergangene Woche mit dem Internationalen Währungsfonds über die Modalitäten der gewährten Kredite in der Gesamthöhe von rund zehn Mrd. Euro. IWF-Delegationsleiter Mark Flanagan äußerte sich vorsichtig optimistisch über die wirtschaftliche Zukunft Islands. Für 2009 rechnet Island mit einem Rückgang des BIP von rund zehn Prozent. Am 25. April stehen vorgezogene Parlamentswahlen an.
(APA)

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