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Vom Einwanderer zum Millionär

28.03.2009 | 18:27 |  von Hanna Kordik (Die Presse)

Beide kamen 1992 als junge polnische Einwanderer ins Land. Sie gründeten eine Computerfirma. Heute ist DiTech der führende Computer-Fachmarkt des Landes – die irre Geschichte des jungen Ehepaares Izdebski.

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Die Elektrohandelskette Saturn in der Shopping City Süd – ein von der Größe her imposantes Geschäft, täglich zum Bersten voll, Krise hin oder her. Trotzdem sahen sich die Verantwortlichen dort vor wenigen Monaten bemüßigt, eine sagen wir: recht unkonventionelle Werbeaktion zu lancieren. Sie affichierten Plakate mit einer eindeutigen Botschaft an die Konsumenten: Diese sollten tunlichst nicht bei der Konkurrenz nebenan einkaufen.

Die Konkurrenz: der Computerhändler DiTech. Rund 300 Quadratmeter ist das Geschäft groß, ein Bruchteil der Verkaufsfläche, auf der Saturn sich ausgebreitet hat. Macht nichts: Der Elektro-Goliath fühlt sich offenbar bedroht. Wahrscheinlich, weil DiTech in den erst zehn Jahren seines Bestehens bereits einen Jahresumsatz von 64 Millionen Euro erzielt. Wahrscheinlich, weil DiTech über die Jahre bereits sechs Standorte in Österreich aufgebaut hat. Wahrscheinlich, weil heuer noch fünf weitere dazukommen sollen. Wer weiß.

Tatsache ist, dass die DiTech-Story eine Erfolgsstory ist. Eine ungewöhnliche obendrein. Sie zeigt jedenfalls: Nicht nur Tellerwäscher können es zum Millionär bringen, sondern auch polnische Einwanderer.

Begonnen hat alles im Jahre 1992. Der Eiserne Vorhang war längst Geschichte und zwei 16-Jährige deutsch-unkundige Polen, Aleksandra und Damian, kamen mit ihren Familien nach Wien. Gekannt haben die beiden einander nicht. Doch wenige Jahre später, als beide Schüler ihr erstes Geld verdienen mussten, kam es zur ersten Begegnung. „Wir haben an Sonntagen vor der polnischen Kirche am Wiener Rennweg Zeitungen verkauft“, erzählen sie. Nachsatz: „Unsere Eltern haben uns nichts geschenkt. Das Geld kommt nicht aus dem Bankomat, hat es immer geheißen.“

Jobs, um die Ausbildung zu finanzieren, waren bei den beiden also an der Tagesordnung. Sie hat später gekellnert, er hat als IT-Dienstleister gejobbt. Er blieb dabei, auch Jahre später, als Aleksandra und Damian Izdebski heirateten und eine gemeinsame Wohnung bezogen. „Es war das totale Chaos“, erzählen sie. „In der Wohnung standen überall Computer.“

1999 dann die Erkenntnis: So könne es nicht weitergehen. Das Geschäft mit den IT-Dienstleistungen musste endlich einmal auf professionelle Beine gestellt werden. Es war die Geburtsstunde der Firma DiTech, das erste Geschäftslokal wurde angemietet. Ein 70 Quadratmeter kleiner Laden in der Nordbahnstraße, der mehr als 23.000 Schilling Miete verschlang – eine Zitterpartie. Bis plötzlich ein gigantischer Auftrag hereinkam: Die Wiener Diskont Bank war damals in die Insolvenz geschlittert, und plötzlich meldete sich Masseverwalter Richard Proksch bei dem polnischen Ehepaar. Er brauchte dringend Hilfe: Seine Büro-EDV war völlig veraltet und würde die Riesen-Causa wohl nicht packen, zumal ein Massenansturm verunsicherter Kunden zu erwarten war.

Unter Druck. Die Izdebskis hatten ein Wochenende Zeit. Der Druck war enorm. „Ich wusste, wenn ich das vermassle, kann ich einpacken“, erzählt Damian Izdebski. Und das Auftragsvolumen von rund einer Million Schilling war natürlich auch nicht übel. Es wurde also ein hartes Wochenende, das mit dem Herausreißen alter Kabel begann und mit der Installation des Servers in der Kanzleiküche endete.

Der Großeinstieg ins Firmengeschäft war somit erfolgreich absolviert. Also begannen die beiden, sich mit der Idee des Endkundengeschäfts anzufreunden.

Gut, dass der Friseur nebenan pleite ging. Die Izdebskis hatten somit die Möglichkeit, ihre Geschäftsfläche zu verdoppeln. Und dann ging alles ganz schnell: Übersiedlung in ein größeres Geschäftslokal, Errichtung des Online-Shops – und schließlich: die Eröffnung von DiTech-Filialen.

Heute ist DiTech der führende Computerfachmarkt des Landes, im vergangenen Jahr wurden rund 1,5 Millionen Produkte verkauft – bei PCs und Notebooks sind das Eigenproduktionen unter dem Namen „Dimotion“. Dass die so gut gehen, ist zwar erstaunlich – weil gerade in der Computerwelt ein gerüttelt Maß an Markenfetischismus herrscht. Doch die Izdebskis schwören, dass gerade der Verkauf von Eigenmarken ein echtes Asset sei: „Wenn es bei Markenware Probleme gibt, dann muss man zum Teil mit sechs Wochen Reparaturzeit rechnen, weil das Produkt an die jeweilige Firma geschickt werden muss. Bei uns geht das eindeutig schneller.“

Auch sonst hebt sich DiTech deutlich von der Konkurrenz ab: Die Verkaufsräume sind relativ leer, in einigen wenigen Regalen sind ein paar Produkte ausgestellt. Das DiTech-Konzept sieht nämlich vor, dass Computer nicht wie anderswo quasi von der Stange gekauft werden. Die Kunden sollen sich vielmehr ihre PCs gemeinsam mit EDV-Technikern für ihre speziellen Bedürfnisse zusammenstellen können.

Ganz Österreich. Das Konzept scheint aufgegangen zu sein, und die Izdebskis wälzen wieder Expansionspläne. In wenigen Wochen wird je ein Geschäft in Amstetten und in Villach eröffnet. Dann sind Oberösterreich, Salzburg und Vorarlberg dran. Das Problem ist halt: Standorte in Einkaufszentren sind gar nicht so einfach zu bekommen. Offenbar sind die dort ansässigen Elektroniksupermärkte gar nicht erbaut über Zuwachs dieser Art. Siehe oben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.03.2009)

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10 Kommentare
Gast: DD
25.05.2009 13:26
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Birg / Vobis

Also die kommentare zu Birg/Vobis stimmen so wohl eher nicht.
Vobitech ( Italien ) hat seinerzeit Birg Comuter ( Und nicht umgekehrt wie viele behaupten ) gekauft ( Nix Metro ) , ( Nettes Körberlgeld für Manfred Birg ) um sich den Hals zu retten. Das Vobis Management hat dann versucht aus dem Birg Konzebt ein Riesiges Vobis Konzept zu machen , natürlich mit reichlich Misserfolg -> Erster Konkurs. Birg kaufte die Firma für einen Spottpreis zurück , nutzte Sie fortan aber nur noch als Abschreibposten.( Kommentar ) Man wollte BIRG Computer garnichtmehr sanieren, es war von vornherein geplant die Firma Irgendwann abzudrehen und was kann in Österreich Idealer sein als eine Firma hoch zu verschulden und dann in den Konkurs zu schicken , vorher natürlich mit Abschreibereien etc noch Kohle zu machen. Zudem wurde die Habliczek EDV gegründet um mittels dieser Firma für Birg am Markt einzukaufen ohne daß Lieferanten gleich an Birg Computer denken
Die Erwirtschafteten Megasummen stecken jetzt in Hotels etc ....
Ditech ist momentan vom System her recht Klasse, lange aber schon nicht mehr der günstigste. Viele Filialen udn Viel Umsatz heissen nciht gleich viel Marge !!! ( Und das zählt nun mal ). Wünschen wir den Izdebskis das Allerbeste, aber Viele Filialen kosten viel Geld ( Incl deren Handling / Belieferung ... ) ...
Warten wir mal ein paar Jahre ab , dann schaumma mal ob noch alles so Rosa aussieht ;-)

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keine Stangenware

Mir gefällt die Philosophie, dass ein Computer etwas individuelles für jeden Kundenwunsch sein sollte sehr.
Die Zusammenstellung meines Dimotion erwies sich auch für einen Endnutzer, wie mich, der keine Hardwareaffinität mitbringt, dank guter Beratung als problemlos. Die verbauten Teile sind sehr gut auf den PC abgestimmt, ich hatte bisher keinerlei Probleme, außer eine defekte Externe Festplatte, die mir allerdings umstandslos ersetzt wurde.
Bei diesem Service und Angebot wundert mich der große Erfolg keineswegs.

Gast: webfloh
02.04.2009 00:30
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gute Beratung statt Marktshow a la media markt & Co

Mir gefällt im DiTech die fachkundige Beratung und die zumindest fallweise relativ günstigen Preise.
Bei so viel Erfolg (und das nicht zu Unrecht) sollte sogar ein wenig eventuelle "versteckte Werbung" verzeihbar sein.

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Re: gute Beratung statt Marktshow a la media markt & Co

Das seh ich eigentlich genauso, und jetzt gibts zum 10-jährigen Jubiläum 10 Tage lang jeden Tag spezielle Angebote die ziemlich verlockend klingen. Diese Spezialangebote werden jeden Tag auf der DiTech-Homepage verlautbart.Gestern gabs z.B. eine externe Festplatte mit 1,5 Terrabyte zu einem wirklich tollen Preis.

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Erfolgsgeschichte

Es freut mich zu hören, dass das Konzept von DiTech weiterhin so erfolgreich ist. Ich habe mir vor ca. einem Jahr auch einen DiMotion gekauft und bin bis jetzt sehr zufrieden damit. Vor allem die Beratung und das ganze Service im Geschäft hat mich begeistert. Bis dahin kaufte ich nur bei Mediamarkt oder Saturn und hab mich immer geärgert über die fehlende Kompetenz der Verkäufer die mich als Laien auch nicht wirklich beraten konnten. Da war der DiTech-Verkäufer das genaue Gegenteil, hat sich wirklich mit mir beschäftigt und ist auf meine Wünsche eingegangen. Und der Preis war auch in Ordnung. Absolut empfehlenswert! Da wundert es mich nicht, dass die großen Märkte zittern.

Gast: Presseleser
30.03.2009 11:01
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Fortführung des gleichen Konzepts

Das Konzept des Computerhardware-Fachmarktes wurde früher von der Firma BIRG bestens verfolgt. Der METRO-Konzern kaufte BIRG (aus dem Markt), konnte oder wollte das erfolgreiche Konzept nicht weiterführen und mußte schlußendlich Konkurs anmelden.
DITECH ist nur die konsequente Weiterentwicklung des Geschäftsmodells des früheren Konkurrenten BIRG.

Der METRO-Konzern mit seinen Elektromärkten SATURN und MEDIAMARKT fühlt sich offenbar erneut bedroht.

Antworten Gast: shaking
10.04.2009 14:05
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Re: Fortführung des gleichen Konzepts

@ Presseler: Da hast du Recht, in Zeiten der wirtschaftlichen Krise fühlen sich die Großmärkte bedroht anstelle mit Service und Produkten zu punkten, nun ja auch klar warum die Fachhändler hier mehr zu bieten haben.

Antworten Gast: Monty
31.03.2009 00:26
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Re: Fortführung des gleichen Konzepts

Der Niedergang der Fa. Birg war aber sicherlich durch die aufkeimende Konkurrenz, die endlich aufzeigte wie gutes Service und günstige Preise zusammen auftreten können, begründet. Wer für die Entwicklung zum "Saftladen" verantwortlich zeigt, ist natürlich eine andere Sache. Jedenfalls war die Firma schon am absteigenden Ast, als sie von Vobis/Metro übernommen wurde...

Gast: Crusader
30.03.2009 08:09
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Bitte liebe Presse....

...ich akzeptiere die Finanzierung durch jede Form von Werbung aber verpackt diese nicht in pseudo-Wirtschaftsnachrichten sondern präsentiert sie als das was es ist. Übrigens welchem Unternehmer ist es schon "passiert" das sich "plötzlich" ein Riesenauftrag einfach so eintrudelt....aus heiterem Himmel.....noch dazu vom Masseverwalter einer Bank.....? Da entbehrt sich jeglicher Kommentar.
Übrigens Ditech ist wirklich nicht schlecht.

Antworten Gast: observer
30.03.2009 20:25
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Re: Bitte liebe Presse....

Diese Werbung hat hoffentlich nicht einen Hintergrung der bei Beamten unter Bestechung fiele...

Warum nicht Werbung als Werbung deklarieren wir sind doch nicht beim ORF

Schlagzeilen Wirtschaft