Arbeitslosigkeit um 29 Prozent gestiegen

Im März hatten 334.007 Menschen in Österreich keine Arbeit. Die Arbeitslosen-Quote beträgt damit 7,5 Prozent. Besonders stark stieg die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen. Am härtesten trifft es Salzburg mit 60,5 Prozent Steigerung.

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(c) (Teresa Zötl)

In Österreich waren im März 271.127 Menschen arbeitslos - das waren um 60.671 (+28,8 Prozent) mehr als im März 2008. Das entspricht nach nationaler Berechnung einer Arbeitslosenquote von 7,5 Prozent (März '08: 5,8 Prozent). Rechnet man die in Schulung befindlichen Personen dazu, hatten Ende März 334.007 Menschen in Österreich keine Arbeit. Das geht aus den aktuellen Daten des AMS hervor.

 

 

Die Arbeitslosigkeit* in Österreich im Überblick:




Veränderung

März 09 März 08 absolut in %
15 bis 19 Jahre 9.712 7.669 2.043 26,64
20 bis 24 Jahre 34.373 23.973 10.400 43,38
25 bis 49 Jahre 171.864 133.119 38.745 29,11
über 50 Jahre 55.178 45.695 9.483 20,75
Gesamt 271.127 210.456 60.671 28,83





Inländer 219.310 172.878 46.432 26,86
Ausländer 51.817 37.578 14.239 37,89

*Diese Daten beziehen sich nur auf beim AMS vorgemerkte Arbeitslose, die nicht in Schulungen sind.

Mehr Männer verloren Jobs

Währen die Arbeitslosigkeit bei Männern um 38,6 Prozent auf 167.506 anstieg, waren "nur" 15,7 Prozent mehr Frauen im März auf Arbeitssuche.

Ein Lichtblick für den Arbeitsmarkt ist die deutlich geringere Verweildauer in der Arbeitslosigkeit. Das bedeutet, dass die Menschen in Österreich im März 2009 schneller wieder einen Job fanden als ein Jahr davor. Konkret waren Arbeitslose im Schnitt 101 Tage beim AMS vorgemerkt, um eine Woche kürzer als im März 2008. Im Schnitt waren Österreicher 89 Tage arbeitslos, um zwei Tage kürzer im Jahresvergleich.

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(c) APA

Salzburg besonders betroffen

Im Vergleich der Bundesländer leidet Salzburg am meisten unter der aktuellen Krise, hier ist die Arbeitslosigkeit um 60,5 Prozent (+4.862 Personen) gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Relativ glimpflich davongekommen ist Wien mit einer Zunahme der Arbeitslosenzahl um 7,1 Prozent (+4.905 Personen).

 

Die Arbeitslosigkeit nach Bundesländern:


März 09 März 08 absolut in %
Wien 73.584 68.679 4.905 7,14
Burgenland 9.431 7.703 1.728 22,43
Niederösterreich 46.436 35.113 11.323 32,25
Vorarlberg 10.292 7.771 2.521 32,44
Steiermark 42.862 31.655 11.207 35,40
Kärnten 22.919 16.537 6.382 38,59
Tirol 20.108 14.038 6.070 43,24
Oberösterreich 32.590 20.917 11.673 55,81
Salzburg 12.905 8.043 4.862 60,45
Gesamt 271.127 210.456 60.671 28,83

Tumpel: Mehr Geld für Arbeitslose

Die Anhebung der Nettoersatzrate, also ein höheres Arbeitslosengeld, fordert Arbeiterkammerpräsident Herbert Tumpel. Derzeit beträgt die Nettoersatzrate in Österreich 55 Prozent, laut Tumpel liegt Österreich damit europaweit am letzten Platz, das sei "unhaltbar". Eine Anhebung von 55 auf 60 Prozent würde rund 170 Mio. Euro kosten, berechnet Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Dank Zuschlägen etc. liege die durchschnittliche Nettoersatzrate in Österreich bei 61 Prozent, nur 26 Prozent der Arbeitslosen bekämen lediglich 55 Prozent.

Noch vor einer Anhebung der Nettoersatzrate sollte die Mindestsicherung umgesetzt werden, auch seien aktive Maßnahmen für Qualifizierung eher zu begrüßen, meinte die Ökonomin Margit Schratzenstaller-Altzinger vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo).

Schaller: "Gesellschaftlicher Klimawandel"

Für einen "gesellschaftlichen Klimawandel" und eine solidarische Neuverteilung der vorhandenen Arbeit tritt auch der Konzern-Betriebsratsvorsitzende der voestalpine, Hans-Karl Schaller ein. Einige arbeiten und machen Überstunden, andere kriegen gar keine Arbeit - für Schaller unhaltbar. In der voest sei der Umstieg von einer Fünf- auf eine Vier-Tage-Woche auf immer mehr Zustimmung gestoßen. Eine von den Mitarbeitern mitfinanzierte Arbeitsstiftung trage Maßnahmen wie die Bildungskarenz für von der Krise betroffene Arbeitnehmer.

 

 

8,5 Prozent in Europa arbeitslos

In der Eurozone ist die Arbeitslosenquote im Februar 2009 saisonbereinigt auf 8,5 Prozent gestiegen, nach 8,3 Prozent im Jänner bzw. 7,2 Prozent im Februar 2008, gab das EU-Eurostat am Mittwoch bekannt. So hoch war die Arbeitslosigkeit zuletzt im Mai 2005 gewesen. In der gesamten EU stieg die Quote auf 7,9 Prozent, gegenüber 7,7 Prozent im Jänner und 6,8 Prozent ein Jahr zuvor. Zum Vergleich: Die Arbeitslosenquote in den USA lag im Februar bei 8,1 Prozent, in Japan bei 4,4 Prozent.


Eurostat schätzt, dass im Februar 2009 in der EU insgesamt 19,16 Mio. Menschen ohne Arbeit waren, um 3,02 Millionen mehr als im gleichen Monat 2008. Auf die Eurozone entfielen 13,5 Millionen, ein Anstieg um 2,13 Millionen gegenüber Februar 2008.

Nationale vs Eurostat-Berechnung

Nach der österreichischen Berechnungsmethode gilt man als arbeitslos, wenn man beim AMS als arbeitssuchend gemeldet ist. Das Europäische Statistikamt (Eurostat) hingegen erhebt die Arbeitslosigkeit durch eine Umfrage. Als arbeitslos gilt, wer in der jeweiligen Woche weniger als eine Stunde gearbeitet hat

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(c) AP

 

 

(APA/Red.)

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