Bahnfahren: Österreich neue Nummer eins in der EU

Die Österreicher fahren um 45 Prozent mehr mit der Bahn als der EU-Schnitt. Das liegt nicht nur an den niedrigen Preisen.

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Die Presse (Clemens Fabry)

Die Österreicher und Österreicherinnen sind in der EU die neue Nummer eins beim Bahnfahren. Österreich hat 2013 im Personenverkehr Frankreich überholt, geht aus dem dritten Monitoring-Bericht der europäischen Schienenregulierungsbehörden (IRG-Rail) hervor, der am Donnerstag von der Schienen-Control in Wien präsentiert wurde. Ein Grund dafür: Bahnfahren ist hierzulande günstiger als im EU-Schnitt (siehe Grafik). Untersucht wurden 19 europäische Länder, der nach Ländergröße gewichtete Durchschnitt liegt bei 10 Cent pro Bahnkilometer.

Die Unterschiede begründete die Chefin der Schienen-Control, Maria-Theresia Röhsler, auch mit den Wechselkursen und dem jeweiligen Preisniveau in den einzelnen Ländern.

 

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APA

In Österreich wurden 2013 mit der Bahn 1425 Kilometer je Einwohner zurückgelegt - das sind um 94 Kilometer mehr als im Jahr davor. Damit liegt Österreich vor Frankreich und Dänemark auf Platz eins. Im Vergleich zum EU-Durchschnitt von 978 Kilometern pro Fahrgast und Jahr fuhren die Österreicherinnen und Österreicher um 45 Prozent mehr mit der Bahn. Nicht erfasst in der Statistik ist allerdings die Schweiz. Dort legt der durchschnittliche Fahrgast laut den Schweizer Bundesbahnen (SBB) 2430 Kilometer im Jahr zurück.

Westbahnstrecke konkurrenzfähriger

Dass Österreich Frankreich überholt hat, erklärt sich Röhsler mit dem Ausbau der Westbahnstrecke. Durch die kürzeren Fahrzeiten zwischen Wien, St. Pölten, Linz und Salzburg sei die Bahn gegenüber dem Auto deutlich konkurrenzfähiger geworden. Der Trend sei auch 2014 laut vorläufigen Zahlen weitergegangen, so die Chefin der Schienen-Control, Maria-Theresia Röhsler. Sie erwartet, dass der Marktanteil der ÖBB-Konkurrenz 2014 weiter gestiegen ist, genaue Zahlen zum Vorjahr sollen im Sommer vorliegen.

Im Personenverkehr stieg der Marktanteil der ÖBB-Konkurrenten 2013 von 9 auf 12 Prozent. Wie viel davon auf den schärfsten Rivalen, die Westbahn, entfällt, gibt die Behörde nicht bekannt. Der Anstieg sei aber vor allem auf die Westbahn zurückzuführen, die 2013 mit einer Fahrplanverdichtung rund 25 Prozent des Fernverkehrsangebotes zwischen Wien und Salzburg erbracht hat.

Nur in Polen und Großbritannien ist die Liberalisierung weiter fortgeschritten. In Vereinigten Königreich hat die Staatsbahn einen Marktanteil von nur noch einem Prozent, in Polen halten sich die Marktanteile von Staatsbahn und Mitbewerbern die Waage. In Bulgarien, Spanien, Finnland, Griechenland, Kroatien, dem Kosovo und Slowenien gibt es noch keinen Wettbewerb im Personenbahnverkehr.

(APA)

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