Bauernproteste in Linz und Innsbruck für höhere Preise

In Linz gingen bis zu 4.000 Bauern auf die Straße, um für höhere Preise für ihre Produkte zu demonstrieren, in Innsbruck waren es rund 100 Milchbauern. Übermorgen, Mittwoch, sind Aktionen in ganz Europa geplant.

 Bauern in Linz
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 Bauern in Linz
(c) AP (Rubra)

Mit der Forderung nach besseren Preisen für ihre Erzeugnisse und Leistungen sind Bauern am Montag in Linz auf die Straße gegangen. Sie haben um die Konsumenten als Verbündete geworben, im Einsatz waren dazu auch Kühe, Traktoren, Salzstangerl und Milchprodukte, die gratis verteilt wurden. Die Kundgebung am Hauptplatz wurde vom ÖVP-Bauernbund organisiert.

Beim Aufmarsch waren Sprechchöre wie "Lebt der Bauer lebt das Land, lebt das Land lebt die Wirtschaft, lebt die Wirtschaft leben wir alle" zu hören. Auf der Forderungsliste standen neben gerechten Preise unter anderem mehr Geld für die Bewerbung von österreichischen Produkten und ein Verbot von Kunstkäse. Von der Europäische Union wird mehr Selbstbestimmung in der Agrarpolitik und eine klare Produktkennzeichnung gefordert.

2.000 bis 4.000 Teilnehmer in Linz

Die Organisatoren der Demonstration schätzten die Teilnehmerzahl auf rund 4.000, die Polizei ging von etwa 2.000 aus. Wenn der Protest keine Wirkung zeigen sollte, werde man in weiteren Aktionen wieder auf sich aufmerksam machen, so der Obmann des Bauernbundes.

100 Milchbauern in Tirol

Rund 100 Teilnehmer haben sich am Montag bei einer Kundgebung der Interessengemeinschaft Milch vor dem Landhaus in Innsbruck eingefunden, um einen fairen Milchpreis für die Erzeuger einzufordern. 10 Cent mehr pro Liter, sprich 47 Cent, seien notwendig, um kostendeckend zu produzieren. Die Bauern verlangten deshalb eine flexible Mengenregulierung für die Milchanlieferung. Wenn weniger Nachfrage am Markt herrscht, sollen die Erzeuger auch weniger produzieren dürfen, um einen Preisverfall zu verhindern.

Milchbauern nicht Teil vom Markt

"Wir Milchbauern sind eigentlich nicht Teil vom Markt", kritisierte Josef Niederstrasser von der IG Milch. Der Markt beginne erst bei den Molkereien, bei denen die Milch abgeliefert werde. Im Vergangenen Jahr habe man noch protestiert, weil der Milchpreis auf 42 Cent pro Liter gefallen sei. Damals sei der Stundenlohn für die Bauern zwischen drei und fünf Euro gelegen. Mit dem jetzigen Preisverfall sei er bereits im Minus, meinte Niederstrasser bei der Kundgebung.

"Der jetzige Nettomilchpreis von 24,40 Cent je Liter ist einfach zu wenig," sagte auch Waltraud Gruber von der IG Milch. "Wenn Ungerechtigkeit zur Normalität wird, ist Widerstand Pflicht". Das Problem sei von Brüssel ausgegangen und müsse demnach auch von Brüssel aus gelöst werden.

Europaweite Aktionen am Mittwoch

Für kommenden Mittwoch planen die Milchbauern in ganz Europa Protestfahrten, auch in Wien findet eine Sternfahrt zum Parlament und anschließend zum Landwirtschaftsministerium statt.

Hier eine Übersicht über die geplanten Aktionen.

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