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Reiseflaute im Sommer, im Winter schmelzen die Preise

02.07.2009 | 18:24 |   (Die Presse)

Haushalte kappen Urlaubsbudgets um 3,5 Prozent. TUI Österreich senkt – wie schon TUI Deutschland – die Reisepreise im Schnitt um fünf Prozent. Fernreisen, vor allem nach Asien, werden um bis zu 12 Prozent billiger.

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WIEN (cim). Erholung in sonnigen Gefilden wird im Winter billiger: TUI Österreich senkt – wie schon TUI Deutschland – die Reisepreise im Schnitt um fünf Prozent. Fernreisen, vor allem nach Asien, werden um bis zu 12 Prozent billiger. TUI reagiert damit auf billigeres Kerosin und fallende Hotelpreise.

Die günstigeren Reisen sollen mehr Menschen in die Ferne locken. In der Sommersaison hat TUI bisher – wie die gesamte Branche – Rückgänge verbucht. Bei der Zahl der Gäste liege man gegenüber dem Sommer 2008 „um einen hohen einstelligen Prozentsatz“ im Minus, bei den Umsätzen um vier bis sechs Prozent, heißt es.

Bei eher teuren Reisen in Vier- oder Fünfsternhotels bleibe das Geschäft stabil; vor allem bei billigeren Reisen werde gespart, sagt TUI-Sprecher Josef Peterleithner.

Aufgrund der sinkenden Nachfrage hat TUI zahlreiche Flüge gestrichen. Eines der wenigen Länder, in die im Herbst und Winter mehr Flieger starten werden, ist die Türkei. Dank des Preis-Leistungs-Verhältnisses erwartet man bei der Türkei sogar Zuwächse. Auch das Verkehrsbüro (Ruefa) berichtet von starken Zuwächsen an der türkischen Riviera: sieben Prozent plus bei den Sommerbuchungen. Griechenland oder Spanien leiden dafür besonders. Die Buchungen sind um bis zu 20 Prozent zurückgegangen.

 

Urlaub wichtiger als Bildung

Die Länder leiden am Image, vergleichsweise teuer zu sein, denn die Reisenden schauen heuer besonders genau auf den Preis. Einer aktuellen Studie von RegioPlan zufolge kappen die Österreicher ihr Urlaubsbudget heuer um 3,5 Prozent. Zum Vergleich: In der Krise nach 2001 wurden 0,7 Prozent der Ausgaben für Urlaube gestrichen. Statistisch gibt jeder Haushalt im Jahr 1150 Euro für Reisen aus. Das ist mehr, als sich ein durchschnittlicher Haushalt Bildung (600 Euro) oder Körperpflege (900 Euro) kosten lässt. Die Krise trübt die Reisefreude zwar, langfristig gesehen steigen die Ausgaben für Reisen aber: seit 2001 um 22 Prozent.

 

Angst vor Terror und Kriminellen

Neben den Kosten lässt man sich vor allem von Terroristen die Freude auf den Urlaub vermiesen. Bei einer Umfrage der Allianz-Versicherung hat jeder zweite Befragte angegeben, Angst vor Anschlägen zu haben. Vor drei Jahren hatten allerdings noch 64 Prozent der Österreicher Angst vor Terrorismus.

Für acht von zehn Reisenden spielt die Sicherheit bei der Auswahl ihrer Destination eine entscheidende Rolle. Jeder Vierte fürchtet Kriminelle; vor Krankheiten haben 16 Prozent Angst, vor Naturkatastrophen acht Prozent.

Für das gefährlichste Urlaubsland halten die Befragten derzeit Mexiko, noch vor Thailand oder Ägypten, die diese Rangliste zuvor angeführt haben.

Auf einen Blick

Die Reiseveranstalter klagen über ein deutliches Minus bei Reisen im Sommer. TUI will das Geschäft im Winter ankurbeln und senkt die Preise.

Im Schnitt gibt ein Haushalt 1150 Euro pro Jahr für Reisen aus, heuer wird das Budget um 3,5 Prozent gekürzt, besagt eine Umfrage.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.07.2009)

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