22.11.2009 14:20 | Meine Presse Merkliste0

Flughafen Wien: Streit um Skylink-Prüfung

23.07.2009 | 18:27 |   (Die Presse)

Experten uneins über Rechnungshof-Kontrolle.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

WIEN (kom/eid). „Eine organisatorische Beherrschung, wie sie im Buch steht": So schätzt Heinz Mayer, Verfassungsrechtler und Dekan der Wiener Jus-Fakultät, die Einflussmöglichkeiten von Wien und Niederösterreich auf die Flughafen Wien AG ein. Mayer hält die Kontrollbefugnis des Rechnungshofs zur Kostenüberschreitung bei Skylink für klar gegeben. Er widerspricht drei Gutachten, die der Flughafen in Auftrag gegeben hatte.

Mayer teilt zwar die Einschätzung von Gutachter und Anwalt Kurt Retter (Wolf Theiss), wonach über die Beherrschung nicht faktische Verhältnisse entscheiden, sondern nur rechtlich gesicherte Positionen. Er verweist aber auf den Syndikatsvertrag der Teilhaber Wien und Niederösterreich (je 20 Prozent), nach dem Vorstandsmitglieder, der Aufsichtsratsvorsitzende und sein Stellvertreter auf Vorschlag der beiden Bundesländer zu bestellen seien. Mayer verweist auf eine Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs zur Telekom Austria aus dem Jahr 2005, in dem ebenfalls Organbestellungsregeln in einem Syndikat ausschlaggebend dafür waren, die Prüfkompetenz des Rechnungshofs zu bejahen.

Retter verweist jedoch auf einen seiner Ansicht nach wesentlichen Unterschied: Im TA-Fall verfügte das Syndikat über eine Mehrheitsbeteiligung und beherrschte damit „jedenfalls die Gesellschaft" (so der VfGH), während Wien und NÖ nur 40 Prozent halten. Dem hält Mayer entgegen, auch eine Minderheit könne die Gesellschaft beherrschen. Nicht beim Flughafen, erwidert darauf Verfassungsrechtler Bernd-Christian Funk (ebenfalls ein Gutachter), weil im „horizontalen Syndikat" Wien-NÖ kein Teil sich im Streitfall mit rechtlichen Mitteln gegen den anderen durchsetzen könne.

Sonderprüfung kommt

Die Sonderprüfung, mit der das Finanzdebakel um Skylink untersucht werden soll, wackelt - anderslautenden Zeitungsberichten zum Trotz - keineswegs: Wie aus der in der „Wiener Zeitung" veröffentlichten Einladung zur Hauptversammlung am 20. August hervorgeht, gibt es einen Tagesordnungspunkt: den Beschluss einer aktienrechtlichen Sonderprüfung.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.07.2009)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

1 Kommentare
ger49
24.07.2009 20:34
0 0

Häupl, was ist Ehrlichkeit und Wahrheit?

ORF: „Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) hat zum wiederholten Male betont, sich nicht für eine Prüfung des Projekts Skylink durch den Rechnungshof (RH) einsetzen zu wollen.“ Warum Herr Häupl weigern Sie sich? Sind nicht Sie jener, der immer so laut die Wahrheit verlangt! Aber wenn es in Wien um Wahrheit geht sind Sie taub. Was hat man zu verbergen, Herr Häupl? Wenigstens kommt die Wahrheit an den Tag und jeder wird erkennen, dass in diesen Sumpf nicht nur Wien, sondern auch der Busenfreund aus Niederösterreich dick verwickelt ist!!! Das zu Häupl, Pröll und Ehrlichkeit!!!

Schlagzeilen Wirtschaft

  • Hypo: Staatshilfe nach "wohlwollender" OeNB-Prüfung
    Laut "profil" hat die angeschlagene Kärntner Hypo Alpe-Adria auf Grundlage einer nur oberflächlichen Prüfung der Österreichischen Nationalbank Staatshilfen erhalten.
    Wirtschaftskrise: Opfer, entschädigt doch die Täter!
    Hochrangige Banker bauen bereits für die nächste Wirtschaftskrise vor. Die Steuerzahler sollten sich besser anschnallen. Sicher ist sicher. Josef Ackermann ist wohl etwas wie der Mann fürs Grobe in der sonst so zurückhaltend agierenden Bankenszene.
    Fonds floppten, weil zu wenige Versicherte starben
    Fonds der Deutschen Bank investierten in Lebensversicherungen und warteten auf den Tod der ursprünglichen Versicherungsnehmer. Da zu wenige starben, blieben die Erlöse aus. Der Bank droht nun eine Klage.
  • Subventionswettlauf um Opel gestartet
    EU-Industriekommissar Günter Verheugen kritisiert scharf die Ersteigerung von Arbeitsplätzen. Welche Opel-Standorte werden in Europa überleben dürfen? Klar ist, dass etwa 10.000 Mitarbeiter werden gehen müssen.
    Banker auf der Kanzel: "Wir leisten Gottes Arbeit"
    Mit Vorträgen versuchen britische Banker, das Image ihres Berufsstandes auf Vordermann zu bringen. Ort des Geschehens: englische Gotteshäuser. In der Londoner City feiert man die Rückkehr der Megabonuszahlungen
    Design-Dildo statt Kabinen-Porno
    Beate Uhse, Europas größter Erotikhändler, klagt über schlechte Geschäfte. Haben Sexshops ausgedient? Mitnichten. Zumindest, solange sie neue Kunden ansprechen. Der Konzern der verstorbenen Primadonna meldete sinkende Umsätze.
  • Was wurde aus... dem Waldsterben?
    "Der Wald stirbt", wurde uns in den 1980er-Jahren erklärt. Mittlerweile gibt es in Österreich mehr Wald als je zuvor. Warum eigentlich? Haben die Warnungen die Bäume gerettet – oder hat man damals einfach nur heillos übertrieben?
    Sinnfrei an der Börse
    Warum der Neueinstieg in Aktien derzeit keinen Sinn ergibt, K+S aber spekulativ trotzdem eine Überlegung wert wäre.
    Bayern fordern 500 Millionen Euro für die Hypo
    Die Spitze der Bayerischen Landesbank trifft sich demnächst mit Finanzminister Josef Pröll. Ob das Geld vom Bund oder von Kärnten kommt, ist den Deutschen egal.
  • ÖBB: Lopatka ortet Wildwuchs freigestellter Betriebsräte
    Staatssekretär Reinhold Lopatka spricht von einer Selbstbedienungsmentalität der Eisenbahner. Durch die Aufsplitterung in zahlreiche Tochterfirmen gebe es zu viele dienstfreie Betriebsräte.
    Bewerber-Bluttests bei Autobauer Daimler illegal
    Daimler darf von Stellenbewerbern keine Bluttests verlangen, meint der deutsche Bundes-Datenschutzbeauftragte. Denn sie würden Rückschlüsse auf Medikamente zulassen.
    Ein Unternehmen, in dem die Post abgeht
    Georg Pölzl ist erst seit wenigen Wochen neuer Post-Chef, hat aber schon wertvolle Erfahrungen sammeln dürfen. Erstens: In Staatsbetrieben geht's recht behäbig zu. Zweitens: Intrigen feiern fröhliche Urständ'.