Im Tauziehen zwischen den EU-Wettbewerbshütern und der Lufthansa um die Übernahme der AUA könnte es möglicherweise doch noch vor Ende Juli eine Einigung geben. Nach Gesprächen am Wochenende, bei denen die Lufthansa nach eigenen Angaben an ihre wirtschaflichen Grenzen gegangen ist, hat die EU erneut Fragebögen an Konkurrenz-Airlines verschickt. Diese müssen bis Donnerstag beantwortet werden. Am Freitag ist der Stichtag, gibt es bis dahin keine Einigung, kann die Lufthansa aus der Übernahme aussteigen.
Sollte die Übernahme nach den erneuten Zugeständnissen nicht genehmigt werden, lohnt sich die Übernahme für die Lufthansa nicht mehr, so das Unternehmen.
Gegen marktbeherrschende Stellung
Die Brüsseler Behörde will der Übernahme nur zustimmen, wenn die Lufthansa Flugrechte abgibt, damit das fusionierte Unternehmen keine marktbeherrschende Stellung erhält.
Die EU-Kommission tratt Mittwoch zu ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause zusammen, die Entscheidung im Fall Lufthansa/AUA steht aber erst auf der Tagesordnung der übernächsten Sitzung am 6. September. Ein Sprecher von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte jedoch, dass die EU-Behörde jederzeit eine Entscheidung im schriftlichen Verfahren treffen könne.
Informelle Einigung
Am Freitag hatte es in informierten Kreisen in Brüssel geheißen, dass die EU-Kommission bis Monatsende formell nicht mehr über die Übernahme entscheiden werde. Eine informelle Einigung zwischen Brüssel und der Lufthansa wurde nicht ausgeschlossen. Finanzminister Josef Pröll (V) drängte auf eine rasche Einigung und betonte, dass die Urlaubsplanung in Brüssel den AUA-Lufthansa-Deal nicht gefährden dürfe.
(Ag./mad)

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