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Verdacht auf Insiderhandel: OMV-Chef Ruttenstorfer angezeigt

06.08.2009 | 09:08 |   (DiePresse.com)

Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer nach monatelangen Ermittlungen bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Ruttenstorfer wird der Missbrauch von Insiderinformationen vorgeworfen.

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Wien. OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer gerät ins Visier der Justiz. Laut „Presse“-Informationen hat die Finanzmarktaufsicht (FMA) die Ermittlungen gegen den Manager wegen umstrittener Aktienkäufe vorerst abgeschlossen. Doch das Ergebnis dürfte Ruttenstorfer nicht gefallen. Denn die Börsenaufsicht hat den Konzernchef bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. „Bei uns ist der Sachverhalt am 4. August eingelangt“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Justiz will nun die Vorwürfe genau prüfen. In der Causa geht es um den Missbrauch von Insiderinformationen nach Paragraf 48 des Börsengesetzes.

Ruttenstorfer bestreitet Vorwurf


Wie die „Presse“ Ende April berichtete, hatte Ruttenstorfer am 23. März 2009 für rund 620.000 Euro OMV-Aktien erworben. Am selben Tag sagte Ruttenstorfer in einem Zeitungsinterview, sein Konzern werde den 21,2-prozentigen Anteil am ungarischen MOL-Konzern bis zum Jahresende halten. Nur eine Woche später, am 30. März, jedoch verkaufte OMV die Beteiligung an MOL. Nach der Transaktion ist der Aktienkurs von OMV gestiegen. Ruttenstorfer bestreitet den Vorwurf des Insiderhandels. Er habe sich an alle gesetzlichen Vorgaben gehandelt.
In einer Stellungnahme an die FMA erklärte Ruttenstorfer, er habe die OMV-Aktien nicht zu Spekulationszwecken erworben, sondern als Teil eines neuen Incentive-Programms (Prämien für Mitarbeiter) für die OMV-Führung. Eine OMV-Sprecherin bekräftigte auf „Presse“-Anfrage erneut diese Haltung. Es gilt die Unschuldsvermutung. Laut Gesetz drohen einem „Primärinsider“ bis zu fünf Jahren Haft, falls er durch unerlaubten Aktienhandel einen Vermögensvorteil von mehr als 50.000 Euro erzielt.

Verhandlungen über Zukauf


Für Ruttenstorfer kommen die Vorwürfe zur Unzeit: OMV gab am Mittwoch bekannt, unter Umständen die Mehrheit am türkischen Tankstellenbetreiber Petrol Ofisi zu übernehmen. Dazu sei das Unternehmen in Verhandlungen mit dem Haupteigentümer von Petrol Ofisi, der türkischen Dogan Holding, eingetreten. Die Holding besitzt 54,17 Prozent am Tankstellenbetreiber.
An der Börse in Istanbul wird der Anteils mit 1,4 Mrd. Dollar (970 Mio. Euro) bewertet. Analysten vermuten, dass die türkischen Investoren von den Österreichern aber einen um 30 Prozent höheren Preis verlangen werden. Petrol Ofisi betreibt 3200 Tankstellen und ist in der Türkei mit einem Marktanteil von 30 Prozent Nummer eins.

Im Großkundengeschäft, das die Treibstoffversorgung für die türkische Industrie umfasst, liegt der Marktanteil bei 48 Prozent. Gelingt die Übernahme, wäre dies der zweitgrößte Zukauf von OMV.
2004 hatten sich die Österreicher für 1,5 Mrd. Euro die Mehrheit an der rumänischen Petrom gesichert und waren damit nach eigenen Angaben zum größten Ölkonzern in Mittel- und Südosteuropa aufgestiegen.
Ruttenstorfer sagte, es gebe bei den Verhandlungen mit Dogan keinen Zeitdruck. Auch die Fortführung der jetzigen Partnerschaft sei als Ergebnis der Gespräche möglich.
OMV hatte 2006 bereits 34 Prozent an Petrol Ofisi erworben und seitdem den Anteil auf 41,58 Prozent erhöht. An der Istanbuler Börse legte die Aktie des Tankstellenbetreibers am Mittwoch um mehr als zehn Prozent zu.
Analyst Hasan Sener von Oyak Securites sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Dogan Holding, die in Rechtsstreitigkeiten wegen einer Steuernachzahlung steckt, könnte das Geld gut gebrauchen. Der von Aydin Dogan gegründete Konzern ist vor allem in der Medienbranche tätig. Mit den Massenblättern „Hürriyet“, „Milliyet“ und weiteren Zeitungen produziert die Holding fast vierzig Prozent der türkischen Tageszeitungsauflage.

Dogan kämpft gegen Fiskus


Vergangenen Februar wurde Dogan zu einer Steuernachzahlung von fast einer halben Milliarde Euro aufgefordert. Die türkischen Behörden werfen dem Investor Steuerhinterziehung beim Verkauf von Anteilen an der Fernsehsparte an den Axel-Springer-Verlag vor einigen Jahren vor.
Dogan wehrt sich. Seiner Ansicht nach sei der Zahlungsbescheid vom Fiskus politisch motiviert, da seine Zeitungen kritische Berichte über den türkischen Ministerpräsident veröffentlicht haben.
Ruttenstorfer nannte strategische Gründe für den Zukauf. „Die Türkei ist für uns eine strategische Brücke zu den großen Gas- und Ölförderregionen dieser Welt.“ Das Land am Bosporus sei ein wichtiges Transitland für die acht Mrd. Euro teure Erdgaspipeline „Nabucco“. Die Kriegskasse von OMV ist nach dem Verkauf des Aktienpakets an Mol prall gefüllt. Der Konzern hatte dafür 1,4 Mrd. Euro erhalten.
Wie bei internationalen Wettbewerbern in der Branche ist das Ergebnis von OMV wegen des niedrigeren Ölpreises und geringerer Raffineriemargen im ersten Halbjahr zurückgegangen. Die Erlöse sanken um 35 Prozent auf 8,4 Mrd. Euro. Der Periodenüberschuss nach Minderheiten schmolz um 84 Prozent auf 185 Mio. Euro zusammen.
In einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC sagte Ruttenstorfer, er erwarte in der zweiten Jahreshälfte höhere Gewinne.

(Die Presse, Printausgabe, 5. 8. 2009)

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37 Kommentare
 
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Gast: ET
07.08.2009 18:38
0 0

Die FMA musste handeln!

Durch die vielen Skandale und die laufenden Verletzungen der Aufsichtspflichten musste die FMA endlich zeigen, dass doch etwas geschafft wird.

Das Problem war sicher, dass die meisten Bereiche, welche der ÖVP nahe sind, eine absolute Tabuzone für die FMA sind. Es blieben also nur wenige Möglichkeiten um die eigene Kraft öffentlich darzustellen, alles andere war ohnehin nebensächlich. So hat es also den SPÖ nahen Ruttenstorfer getroffen. Auch der Edelzocker und studierte Musiklehrer Sobotka geht bisher ohne Anzeige seiner grottenschlechten Arbeit nach.

Das sind genau die Spielchen, welche Österreich in das Verderben treiben. Gedacht und gehandelt wird prinzipiell nur nach Parteizugehörigkeit, der volkswirtschaftliche Nutzen oder auch der Schaden wird vollkommen ausgeblendet.

Mir graust vor diesen Entscheidungsträgern.

Gast: astl
06.08.2009 12:14
0 0

Wird die Politik schon fuer ihn intervenieren?

Solche Bonzen werden doch fast nie verurteilt. Immer helfen Ihnen die Freunderln eh.

Und den Charakter, seinen Ruecktritt von diesem quasi-oeffentlichen Posten zu erklaeren, hat Bonze Ruttenstorfer natuerlich nicht. Wen wunderts.

Hoffentlich kann die Justiz hier ungestoert arbeiten und erhaelt die weisungsgebundene Staatsanwaltschaft keine Weisung.

Gast: Zynicus
06.08.2009 12:08
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Sozialisten sind halt so, machen so was gerne......

Aber immer mit dem Zeigefinger auf andere zeigen! Das ist halt Genossenart!!!

Antworten Gast: Wim
06.08.2009 13:19
0 0

Re: Sozialisten sind halt so, machen so was gerne......

Eigentlich müsste man la wissen dass dieser Herr kein Sozi ist.

Aber scheinbar ist das nicht zu jedem durch gedrungen.

Antworten Antworten Gast: Gott Kupfer
08.08.2009 11:10
0 0

Re: Re: Sozialisten sind halt so, machen so was gerne......

aha, is er jetzt in Vorwahlzeiten aufgrund der Anzeige vielleicht plötzlich FPÖ¿ler?

Antworten Antworten Gast: Zynicus
06.08.2009 17:03
0 0

Re: Re: Sozialisten sind halt so, machen so was gerne......

Aber bitte! Dieser Mann war sogar sozialistischer Staatssekretär im Finanzministerium unter dem sozialistischen Bundeskanzler Klima!!!

Und das allerschönste dabei ist, daß er dann dem Klima den für diesen vorgesehenen schönen Posten bei der OMV weggeschnappt hat!!!!

Wortmann
06.08.2009 11:30
0 0

NICHT SO SCHLIMM.

Viel schlimmer war zuzusehen wie die ÖMV unter Ruttensdorfer die Treibstoffpreise in die höhe trieb und alle Österreicher abgezockt hat. Das war allerdings kriminell.

Paco
06.08.2009 11:11
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Milton Friedman ...


... sagte: Es gibt vier Arten, Geld auszugeben: 1. Eigenes für sich selbst, man ist sparsam. 2. Eigenes für andere, man ist großzügiger 3. Anderer Leute Geld für sich selbst, da erhöht man sich schon mal die Bezüge 4. Das Schlimmste ist, anderer Leute Geld für andere auszugeben. Das ist Politik und kann auf Dauer nicht gut gehen.

Gast: Valery
06.08.2009 10:51
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Glückloser Generaldirektor

Fortune war ihm nie beschieden, seitdem er Generaldirektor ist. Nach der gescheiterten MOL Übernahme, durch deren Versuche der OMV Aktienkurs zuvor monatelang gelitten hatte, wäre so manch anderer diskret zurück getreten.
Was es jetzt mit der FMA Anzeige auf sich hat, weiss ich nicht. Ich meine nur, dass dieser Boss der Firma und den Aktionären schon seit Jahren nicht gut tut.

Gast: Gast
06.08.2009 10:46
0 0

Wen

wundert so etwas bei den verkommenen, verlogenen und deg.enerierten Sozialisten?

Gast: BananaJo
06.08.2009 10:41
0 0

Verwunderlich

Ruttenstorfer kann niemand anklagen, da ja wie wir alle wissen unsere Money-Verwaltungsbehörde selbst auf irgend welche Inseln unser Steuergeld schonend veranlagt.
Habe selbst ein Mail an mein zuständiges Finanzamt gesendet, da ich ja Alt- Österreicher bin,
um einen Tipp gebeten auf welcher Insel ich mir die KEST erspare. Leider bis dato keine Antwort erhalten .

Gast: Albert
06.08.2009 09:34
0 0

als politiker war er der obersparmeister

nur wenn es in die eigene tasche geht ist der herr wohl anders gestrickt.

Gast: ASVG-Sklave
06.08.2009 09:23
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sie können nicht genug bekommen

Wenn man weiß, dass bereits jeder kleine OMV-Angestellte ein fantastisches Salär einsteckt, ist es unfassbar dass Manager in der Führungsetage mit ihren Millionen-schweren Gagen nicht genug bekommen können. Das Geld muss ihnen erst regelrecht beim Arsch und aus den Ohren herausquellen, damit sie zufrieden sind. Ein ekelhaftes System. Verlottert und krank. Die Justiz macht¿s möglich. Was genau hat Ruttenstorfer von dieser Drecksjustiz zu befürchten? N I C H T S.

Antworten Gast: No mans land
06.08.2009 10:32
0 0

Re: sie können nicht genug bekommen

Geldgierige Cretins. Geschützt von einer Justiz und Politik gemacht von eben solchen Cretins. In einem moralisch und politisch total verlotterten und verluderten Land. Wir sind schon längst am WAY DOWN.

Antworten Antworten Gast: gast
06.08.2009 13:22
0 0

"In einem (...) verluderten Land".

Hallo, Österreichhasser.

Du darfst abhauen in ein Wunschland deiner Wahl.

Keiner braucht Dich hier.

Keiner vermißt Dich hier.

Du nervst, Österreichhasser.

Und du schadest, Österreichhasser.

Tschüss, Österreichhasser. Auf Nimmerwiedersehen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Be my guest
06.08.2009 14:47
0 0

Re:

Wenn man deine Kommentare der letzten Zeit so liest, so rangierst du auf der Beliebtheitsskala bei den Postern nicht einmal mehr unter "ferner liefen".
Ist dir anscheinend noch gar nicht aufgefallen. Aber jetzt weisst Du es.

Gast: onkel tom
06.08.2009 09:02
0 0

WAS BITTE IST EIN

incentive programm???
nie gehört...eine neue sprachliche kreation?
irgendwo habe ich einmal gelesen, er, ruttenstorfer sei vertraglich verpflichtet gewesen, die aktien zu verkaufen....quasi als teil seiner vergütungen...was ich aber nicht verstehen kann, warum hat er sie vorher über die börse erworben?

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Würde gerne die FMA anzeigen.

Diese Organisation gehört verboten.

Antworten Gast: stutzflügel
06.08.2009 09:35
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Re: Würde gerne die FMA anzeigen.

warum, hamma auch dreck am stecken?

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Re: Re: Würde gerne die FMA anzeigen.

die FMA verbietet Banken, uns Bürgern Fremdwährungskredite (momentane Zins des CHF bei ~1%)zu geben - sonst Konzessionsverlust! Wir Bürger sind so gezwungen Eurokredite (Zins nicht unter 3,5%) zu bezahlen. also 3-5 mal so viel Belastung im Monat weil die FMA beschlossen hat diktatorisch ihre Meinung zum Gesetz zumachen.
Also die FMA beschließt, ohne mich zu fragen, welches Risiko ich eingehen darf. Staatliche Organisationen dürfen aber mit MEINEM Steuergeld spekulieren ohne Ende...

LUPO
06.08.2009 08:42
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Im Dunkeln sieht man nichts - aber hört man auch nichts

Der Umweltskandal (Diesel ist bei einer Tankstelle ausgelaufen) dürfte auch nicht so sauber abgelaufen sein. Da dürften auch zuerst die Aktienoptionen eingelöst worden sein, bevor man mit der Meldung an die Öffentlichkeit ging.

Gast: Kommentator
06.08.2009 06:37
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Amtsgeheimnis gebrochen

Wie kann es sein, dass Medien solche Informationen erhalten? Die betroffenen Behörden und Gerichte sind dem Amtsgeheimnis verpflichtet - dessen Bruch ist selbst starfrechtlich zu verfolgen. Hier finden erst mal Untersuchungen statt. Sollte sich schon bei der StA herausstellen, dass kein Gesetzesverstoss vorliegt - was man erwarten kann, wird darüber nur sehr dünn berihtet. Das heisst: die Befleckung durch den Bruch des Amtsgeheimnisses wird nicht beseitigt. Eigentlich der wahre Skandal in dieser Angelegenheit (doch leider kein Einzelfall, wenn FMA und StA involviert sind).

Antworten Gast: GAST
06.08.2009 09:47
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Re: Amtsgeheimnis gebrochen

Ganz richtig. Dies ist ein Selbstdarstellungsakt der Behörden. Eine Schweinerei in meinen Augen!

Antworten Gast: gast
06.08.2009 07:50
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Re: Amtsgeheimnis gebrochen

.. in österreich wird doch das amtsgeheimnis PEINLICH GENAU eingehalten .. es werden doch sogar ganze akten für die untersuchungsausschuesse extra geschwärzt .. soll niemand sagen, dass österreich im schwärzen und umfärbeln usw nicht weltklasse ist -))

leokoller3
06.08.2009 03:43
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Wie?

Dogan-Dochan-Dochand-Dichand.

Gast: josef
05.08.2009 22:50
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dass wird jetzt höchstwahrscheinlich ein Tauschgeschäft.........

die ÖIAG muss erhalten bleiben um Politischen Nutzen daraus zu ziehen sagt die ÖVP - nein sagt die SPÖ !!!!!Ich sage die ÖIAG wird bleiben
und der Ruttensdorferfall wird eingestellt - dass nennt man Tauschgeschäft oder wie es Frau Fekter eigentlich erst einführen will dass Poltiker im Parlament die Staatsanwälte kontrollieren sollen - dass gibt¿s ja eigentlich schon !!

 
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