Jeder fünfte Österreicher kauft mit dem Smartphone ein

Fast jeder Zweite der 15- bis 29-Jährigen benützt "den kleinsten Laden der Welt" zum Einkaufen. Mehr als jeder zehnte Euro fließt mittlerweile über das Internet in den Handel.

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Smartphone treibt die Ausgaben im Distanzhandel – Bloomberg

18 Prozent der Österreicher haben zwischen Mai 2015 und April 2016 per Smartphone eingekauft. Damit steigt die Zahl der Smartphone-Shopper von einer Million in der Vorjahresperiode auf 1,3 Millionen nochmals deutlich an. Das zeigt eine Studie über das Konsumentenverhalten im Distanzhandel. Für Ernst Gittenberger von der KMU Forschung Austria sei das auf das schnelle Wachstum vor allem auf die Alterskohorte der 15- bis 29-Jährigemittels Smartphone ein, in der bereits 43 Prozent mittels Smartphone einkaufen zurückzuführen. Für Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes, führt kein Weg am Mobile-Commerce vorbei: „Das Smartphone ist der kleinste Laden der Welt, mit den größten Umsatzzuwächsen“.

Die Gesamtausgaben beim Smartphone-Shopping steigen gegenüber der Vorjahresperiode um 20 Prozent auf 420 Millionen Euro an, was sechs Prozent der Distanzhandelsausgaben entspricht. Die höchsten Ausgaben beim Smartphone Shopping entfallen auf Bekleidung/Textilien, erstmals gefolgt von Elektroartikeln und erst an dritter Stelle von Büchern.

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Online-/Versandhandel in �sterreich
Online-/Versandhandel in �sterreich – (c) APA

1500 Euro pro Käufer

Die gesamten Ausgaben der Österreicher im Distanzhandel – dazu gehören neben dem Internethandel auch der "klassischen" Versandhandel und Teleshopping - haben um drei Prozent zugenommen und liegen nunmehr bei 7,3 Milliarden Euro. Dies entspricht elf Prozent der einzelhandelsrelevanten Konsumausgaben. Zurückzuführen ist der Ausgabenanstieg laut Studie auf wachsende durchschnittliche Ausgaben pro Käufer. Jeder Käufer hat im Durchschnitt pro Jahr 1500 Euro ausgegeben.

Die Veränderungen in der Nutzung der einzelnen Bestellformen führen auch zu Ausgabenverschiebungen. Bereits 87 Prozent der Gesamtausgaben im Distanzhandel entfallen auf den Einkauf im Internet. Von den steigenden Gesamtausgaben profitieren nahezu alle Warengruppen. Die höchsten Ausgaben werden weiterhin für
Bekleidung/Textilien getätigt. Bestätigt werden diese Zahlen von Harald Gutschi, Geschäftsführer der UNITO-Gruppe mit den Versandhäusern Otto, Universal und Quelle. Die Gruppe erwirtschafte mittlerweile über 86 Prozent des Gesamtumsatzes online. Der Einkauf per Smartphones entwickele sich mit einem Nachfrageplus von 60 Prozent sehr rasant, so Gutschi weiter.

Retourquote konstant

Dabei werden drei Viertel aller Bestellungen im Distanzhandel werden innerhalb von zwei bis sechs Tagen zugestellt. Schnellere Lieferservices sind ebenso eine Ausnahme, wie Bestellungen, die länger als eine Woche Lieferzeit ausweisen.

Konstant blieb die Retourquote mit 39 Prozent gegenüber der erstmaligen Analyse im Jahr 2014. Die höchsten Retourquoten weisen die Internet-Einkäufe bei Onlineshops auf, die auch über jenen von Bestellungen via Internetplattformen liegen. Telefonische Bestellungen werden häufiger als postalische retourniert. Die geringste Retourquote ist beim Einkauf im Internet und Abholung im Ladengeschäft zu beobachten, wobei „Click & Collect“ noch sehr wenig genutzt wird.

Studie

Die Studie des Handelsverbandes und der Plattform „Versandhandel und E-Commerce“ befragte im Analysezeitraum Mai 2015 bis April 2016 2.000 ÖsterreicherInnen ab 15 Jahren zu ihrem Kaufverhalten im Distanzhandel, der neben dem Internethandel, auch den "klassischen" Versandhandel und Teleshopping mit einbezieht.

 

(red.)

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