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SPÖ: Staat entscheidet über Manager-Boni

25.08.2009 | 18:25 |   (Die Presse)

Staatssekretär Schieder will „mäßige“ Sonderzahlungen bei Staatshaftungen.

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Wien (rie). Für Unternehmer wird es eine ganz neue Erfahrung werden: Nicht mehr der Vorstand entscheidet darüber, ob ein Manager einen Bonus bekommt, sondern der Staat. So zumindest sieht Finanzstaatssekretär Andreas Schieder die Bestimmungen zu den Staatshaftungen.

Wie berichtet, übernimmt der Staat Haftungen im Wert von zehn Mrd. Euro für Kredite an Unternehmen. Eine der Auflagen für die Garantie ist, dass das Unternehmen nur unter bestimmten Bedingungen Boni zahlt und diese „angemessen“ sind.

Für den SP-Politiker ist klar, wer über die Angemessenheit entscheidet: „Das wird Sache des Beirats sein (der auch über die Kreditvergabe entscheidet, Anm.).“ In der Praxis soll ein Unternehmen, wenn es einen Bonus an hochrangige Mitarbeiter ausschütten will, beim Beirat vorstellig werden. Der soll dann prüfen, ob die per Verordnung festgeschriebenen Voraussetzungen gegeben sind – unter anderem die, dass durch die Bonuszahlung die Liquidität des Unternehmens nicht gefährdet werden darf.

 

Beschäftigungsgarantie

„Die Mitglieder werden aber auch beurteilen, ob die Höhe angemessen ist“, erklärt Schieder. Die Vorgabe, die der Staatssekretär dabei im Gespräch mit der „Presse“ macht: „Es soll ein mäßiger Bonus sein.“ Man müsse „ungerechtfertigte und exorbitant hohe Boni“ verhindern. Der Beirat wird sich aus vier Mitgliedern zusammensetzen, die von SPÖ und ÖVP nominiert werden.

Eine weitere Auflage für die Übernahme von Staatshaftungen wird die Vorlage eines klaren Beschäftigungsplans sein. „Es kann sicher nicht sein, dass wir Garantien übernehmen, und das Unternehmen siedelt dann seine Produktion ins Ausland ab“, meint Schieder.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.08.2009)

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2 Kommentare
Gast: ma2412
26.08.2009 03:17
0 0

angemessener kommentar

ich danke dem hrn sts für eine klare eindeutige gesetzschreibung. alleine das wort "angemessen" wird unsere gerichte noch mehr überlasten und es werden viele juristen (unser) gutes geld verdienen.
was würde wohl aus vielen unsere politiker werden, wenn es ein gesetz gäbe, dass die durch ihre schlechte arbeit entstandenen schäden bei ihnen rückfordern würde???

Gast: ET
25.08.2009 20:33
0 1

Ist der Schieder noch normal?

Die Traumgagen gibt es in Österreich hauptsächlich in den Bereichen wo eine Beteiligung des Staates oder die Kontrolle einer Partei vorhanden ist. Ich denke da an die ÖIAG, Flughafen, AUA, ÖBB, Telekom, Verbund, ÖMV, ORF, Genossenschaftsbanken auch wenn teilweise börsennotiert etc., etc.
Die Vorstandsgagen und Boni müssen immer
vom Aufsichtsrat und / oder dem Eigentümern gegehmigt werden. Es ist also vollkommen klar, dass die Traumgagen über viele Jahre hinweg nicht nur die Zustimmung der Regierung und der Parteien hatten, sondern sogar gefördert wurden.

Ein Gesetz zum Einbremsen von Boni hat überhaupt keine Notwendigkeit, es bräuchte nur eine brauchbare Geschäfsgebarung der Parteien.

Jetz plötzlich kommt die Regierung oder auch ein Parteisoldat und fordert ein Gesetz?! Das bedeutet aber, dass in der Vergangeheit sehr schlecht gearbeitet wurde. Damit findet die eigene Fehlleistung auch eine Bestätigung.

Der Schieder ist auch komisch, wenn es um die öff. Bediensteten geht. Er selber hat im Herbst 2008 eine exzessive Gehalserhöhung an die Beamten verhandelt, nun schreit es gegen Wien, dass diese Beamten so viele Privilegien bekommen.

Das mit der Beschäftigungsgarantie kann niemals sein ernst sein, das können die Geschäftführer auch niemals akzeptiern, weil
die Unternehmen gefährdet wären. Also nur Schwachsinn!

Schlagzeilen Wirtschaft