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Gemeindebund wehrt sich gegen Rechnungshofkontrollen

28.08.2009 | 12:08 |   (DiePresse.com)

Die Gemeinden würden schon jetzt dreifach geprüft, da brauche man keine zusätzliche durch den Bundes-Rechnungshof mehr. Der Gemeindebund präsentierte aber seine eigenen neuen Richtlinien zur Gemeindefinanzierung.

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Web-Links:

  • Richtlinien zur Gemeindefinanzierung (pdf)

In Österreich gibt es 2356 Gemeinden. Nach derzeitiger Rechtslage darf der Rechnungshof das Finanzgebaren von 24 Gemeinden prüfen - nämlich jenen, die mehr als 20.000 Einwohner haben. Die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP hatten am Donnerstag im Finanzausschuss mit den Oppositionsparteien BZÖ und Grünen im Zuge der Einigung auf die Lockerung des Bankgeheimnisses vereinbart, sich zum Ziel zu setzen, die Prüfkompetenzen des RH zu erweitern; u.a. soll der RH in Hinkunft eben auch die Möglichkeit erhalten, kleinere Gemeinden zu prüfen.

Gemeinden ohnehin dreifach geprüft

Doch die Gemeinden wehren sich gegen diese drohende Kontrolle: ÖVP-Gemeindebundchef Helmut Mödlhammer gab im Ö1-Interview zu bedenken, dass die Kommunen schon jetzt dreifach geprüft sind, und zwar

  1. durch die Interne Prüfung,
  2. die Gemeindeaufsicht des Landes und
  3. bei Bedarf den Landesrechnungshof

Der Bundesrechnungshof wäre somit eine vierte Kontrollinstanz. Der Gemeindebund sei aber für Verhandlungen offen. Es müsse Kriterien geben, wann welche Gemeinde geprüft wird.

Gemeinden nicht immer gute Haushälter

Dass Gemeinden nicht immer optimal mit ihren Geldern umgehen, ist allerdings kein Geheimnis. Allein im Jahr 2008 verspekulierten die Kommunen rund 50 Millionen Euro. Mittlerweile hätten sich diese Buchverluste aber auf rund die Hälfte reduziert, so Mödlhammer.

So wie etwa die Gemeinde Hartberg, die gesamt rund 60 Millionen Euro in den Sand setzte. Dafür hätten die Gemeinden "die sparsamste Verwaltung aller Gebietskörperschaften", wie Mödlhammer Ende 2008 versicherte.

Spekulationsverbot defacto umgesetzt

Alfred Riedl, Vizepräsident des Österreichischen Gemeindebundes, präsentierte die wichtigsten Bestandteile der neuen Richtlinien für die Gemeindefinanzierung:

  1. Klare Definition von Finanzprodukten Vielfach war es für betroffene Gemeinden unklar, was genau unter welchen Begriffen zu verstehen ist. Die neuen Richtlinien präzisieren sehr genau, was hinter den gängigsten Finanzprodukten steckt und was man darunter versteht.
  2. Beachtung der Bonität von Vertragspartnern
    Bei Geschäften, bei denen die Gemeinde Gläubiger ist, ist auf die Bonität der Vertragspartner stärker zu achten. Diese Bonität ist auch laufend zu beobachten und zu bewerten. Wesentlich dabei ist auch, ob die Gemeinde nicht nur Gläubiger, sondern auch Schuldner des Vertragspartners ist und ob im Falle einer Zahlungsunfähigkeit des Vertragspartners die wechselseitigen finanziellen Verpflichtungen aufgerechnet werden können.
  3. Geschäfte in Fremdwährungen
    Solche Geschäfte müssen nachweislich von qualifizierten Personen erfasst und beobachtet werden. Schon bei Abschluss des Geschäfts muss es ein Szenario zur Begrenzung von Verlusten geben. Die Risiken sind laufend zu messen, streng zu limitieren und gezielt zu überwachen.
  4. Veranlagungen in Fremdwährung
    Solche Veranlagungen ohne Absicherung des Währungsrisikos müssen mindestens auf zehn Jahre angelegt sein und dürfen 30 Prozent der Gesamtnominale nicht überschreiten.
  5. Spekulationsverbot Die Aufnahme von Krediten zum Zweck der Veranlagung ist nicht zulässig.
  6. Kurzfristige Veranlagungen
    Veranlagungen (zur Kassenhaltung) dürfen eine Laufzeit von 12 Monaten nicht übersteigen, um den Gemeinderat bei der Beschlussfassung des Budgetvoranschlags nicht zu präjudizieren. In diesem Bereich sind ausschließlich Guthaben bei Banken einschließlich Festgelder und Spareinlagen, Kassenobligationen und Bundesschatzscheine zulässig.

Die vollständigen Richtilnien finden sie hier (pdf).

 

 

(Red.)

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18 Kommentare
Gast: gast
29.08.2009 22:08
0 0

schuster bleib bei deinem leisten ..

was versteht ein bürgermeister von fremdwährungen ? NIX
was versteht ein gemeinderat von wirtschaftsprüfung ? NIX
also wieso soll eine gemeinde erfolgreich mit fremdwährungen spekulieren können, oder erfolgreich die hinterziehungen und wirtschaftlichen katastrophen, die durch ahnungslose oder kriminelle verursacht worden, sind, aufdecken können ?

Antworten Gast: Richter
30.08.2009 14:34
0 0

Re: schuster bleib bei deinem leisten ..

Die kleine Gemeinde Hofamt- Priel im südlichen Waldviertel sorgte in den letzten Jahren bereits mehrmals für negative Schlagzeilen. Durch Spekulationsgeschäfte droht der Komune ein Verlust von mehr als drei Millionen Euro. Vor mehr als zehn Jahren hatte die Mär vom alles möglich machenden Neoliberalismus auch die alte Gemeindestube erreicht. Als besonders eifriger Märchenonkel schnellen Reibbachs entpuppte sich ein kleiner Dorfbanker der sich selbständig gemacht hatte - Erraten: als Finanzdienstleister. Zufällig war der ehrgeizige Mann auch VP-Gemeinderat und eine junge Garde plante zudem großes: ein neues Gemeindezentrum. Manko: die Finanzierung. Der hauptberufliche Dorfbriefträger werkte im Nebenberwerb als VP-Bürgermeister und wähnte sich bald aller diesbezüglichen Sorgen entledigt. Schliesslich gab es ja nun einen Fachmann in den eigenen Reihen. Dessen einfache Formel: Nimm mehr Geld auf als du brauchst und investier den Rest in meine genialen Finanzprodukte. Milch und Honig, in Form reicher Erträge, würden dann ewig fliessen war die Fama. Der Funke sprang über und auch die SP-Mandatare fürchteten einen möglichen Erfolg der Schwarzen mehr als den Teufel den sie ursprünglich an die Wand malten. Also gab es klare Gemeinderatsbeschlüsse pro. Heute distanzieren sich die Roten und der noch immer briefträgernde Bürgermeister findet für seinen einstigen Berater bestenfalls kein freundliches Wort. Zahlen wird die Zeche übermütiger unbedarfter, wohl oder über, der Steuerzahler.

Gast: kec
29.08.2009 17:10
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anderer Leute Geld ausgeben, ach ist das schön.

Wenn eine Aktiengesellschaft zu viel Geld in der Kasse hat und keine sinnvollen Investitionen oder Übernahmen tätigen kann, dann gibt sie dieses Geld üblicherweise über eine Kapitalrückzahlung an ihre Aktionäre (Eigentümer) zurück.

So sollten es auch Gemeinden machen, überschüssiges Geld an ihre Gemeindebürger (Eigentümer) zurückgeben.

Kein Bürgermeister braucht sich mehr über Spekulationen an den Finanzmärkten den Kopf zu zerbrechen. Nirgendwo wird mehr Blödsinn angerichtet, als mit zu viel Geld in der Kasse. Deshalb halten wir bitte den Staat an der kurzen Leine.


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es laeuft doch viel fieser ab!

aus meiner zeit als gemeinderat:

der finanzberater einer grossen bankengruppe macht einen termin mit dem buergermeister.
der dann vom bgm vorgelegte entwurf war sehr aehnlich zu dem im artikel beschriebenen szenario (was er ihm unter 4 augen noch alles vorgeschlagen hat, entzieht sich meiner kenntnis, darueber wurde lange spekuliert):
die gemeinde ist kreditwuerdig, wir bekommen x millionen zu sehr guenstigen konditionen, die reinvestieren wir via investmentfirma der bank und "erwirtschaften" jedes jahr tolle zinsertraege.

gluecklicherweise musste dann der kanal teilweise saniert und teilweise neu gebaut werden, was die zusaetzliche aufnahme von krediten verhinderte!

ps.: die bankengruppe, die dieses perverse und unmoralische angebot machte, hatte quasi rueckendeckung von oben (selbe parteipolitische ausrichtung wie landesregierung; es wurde argumentiert: die machen es auch...!).
angeblich soll das in allen laendern und (partei)farben vorkommen.

Gast: MREinicher
29.08.2009 12:09
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Rechnungshof und Selbstprüfung: ja, Länder selbst: Nein

Ich bin dafür dass die Gemeinden sich selbst prüfen und der Rechnungshof. Dass die Länder ihre Gemeinden prüfen ziegt sich als absolut sinnlos.

In Kärnten wir der Landesrechnungshof von der Politik völlig ingoriert, man bruacht sich nur die Frechheit mit den Rechnungsabschlüssen ansehen. Praktisch alle Gelder im BZÖ-Feudal-System werden unterm Tisch zugeschanzt, größtenteils werden Projekte realisiert die kein Schwein braucht.

Wann auch immer ich meinen Unmut darüber anbringe wird mir gesagt, dass das in anderen Bundesländern genau so ist und völlig egal welche politische Farbe.

Ich bin daher massiv dafür, dass das der Bundesrechnungshof in Wien generell macht, in den Ländern sind derartige Prüfinstanzen entweder von der Politik vereinnahmt oder werden schlichtweg ignoriert (auch von den lokalen oder regionalen Medien die brav mitschneiden).

Ich habe nicht das geringste Vertrauen in Landesprüfungsanstalten, und genug Gründe dafür - BITTE WIEN.

birgit
29.08.2009 09:26
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Wer prüft

geförderte Gemeindeprojekte bei deren Abrechnung? Gelder (Steuergelder) die bei diversen Bauvorhaben etc. übrig bleiben, werden einfach von den Firmen in Rechnung gestellt und gutgeschrieben. Im wissen, dass die Gemeinde beim nächsten Vorhaben wieder den gleiche Firma beauftargen wird. Die Firma lukriert einen weiteren Auftrag und die Gemeinde braucht die übrig gebliebenen Landesförderung vom ersten Vorhaben nicht zurückzahlen. Keiner überprüft die Abrechnungen der Bauprojekte in Gemeinden. Hier werden Jahr für Jahr Millionen zuviel verrechnet. Für wichtige Projekte fehlt dann das Geld.

Gast: franzjosef
29.08.2009 07:29
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Spekulationsverbot

Unverbindliche Richtlinien sollen die Gemeindeverantwortlichen vom Spekulieren abhalten. So stellt sich der kleine Maxi die große Welt vor.

http://gedaunknsplitta.blog.de

Gast: ASVG-Sklave
28.08.2009 21:09
0 1

Unverbindliche Richtlinien im "Rechtsstaat"

Sagt einmal, seid Ihr schon alle so ertrottelt, diesen Scheiß auch noch kommentarlos abzudrucken?

Gast: ET
28.08.2009 15:35
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Entsprechend Transparency International...

... wird in Österreich mit einer Schadenssumme durch Korruption zwichen 3 und 6 Mrd. jährlich gerechnet.

Der wesentliche Teil soll die öffentliche Hand betreffen. Betrachtet man zusätzlich die neuen Möglichkeiten mit der freihändigen Auftragsvergabe bis 100.000.- Euro und de,n Multiplikator auf Gemeindeebene von 2.300 dann wird das Risiko für Freunderlwirtschaft schon klar dargestellt.

Die Parteifreunde und Genossen wollen halt keine Kontrolleure, welche nicht durch eigene Personen besetzt sind. Jedem Österreicher ist klar, dass auf Gemeidebene das Risiko besonders hoch ist und viele Österreicher kennen Geschichten im eigenen Umfeld, welche aber nie beweisbar sind.

Interessant wäre sicher auch einmal die Öffnung des Bankgeheimnisses für diese Würdenträger. Eine Gegenüberstellung zwischen versteuerten Einkommen und Vermögensaufbau könnte einige Überraschungen bringen.

woizi
28.08.2009 12:24
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Die Regelungen sind gut.

doch warum fürchtet die Gemeinde Prüfungen?

Dass der Landesrechnungshof unabhängig ist, glaubt ja hoffentlich niemand.


Gast: ET
28.08.2009 12:11
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Logisch, nur keine Kontrollen!

Da könnte dann was an das Tageslicht kommen, was durch die internen Kontrollen, oder auch Kontrollinstanzen der Parteifreunde, bisher verhindert werden konnte.

Die Schadenssumme durch die Freunderlwirtschaft und Korruption ist nie beweisbar, aber sicher ehrheblich. Sehr häufig ist der Bürgermeister ein DU Freund des Lieferanten, meist auch in der selben Partei.

Wie hoch der Schaden sein kann zeigt eine kleine Berechnung auf Basis der freihändigen Auftragsvergabe bis zu 100.000.- Euro.

Jeder Bürgermeister vergibt nur einen solchen freihändigen Auftrag pro Quartal. Bei 2.300 Gemeinden ergibt sich ein Auftragsvolumen in der Höhe von einer knappen Milliarde Euro pro Jahr. Die grösseren Aufträge, welche dann noch "hingeschoben" werden, kommen natürlich noch dazu.

Vielleicht sollte man das Bankgeheimnis auch für alle öffentlich Bediensteten aufheben, es würden interessante Vermögenswerte zum Vorschein kommen.

Die Schadenshöhe durch Korruption wird immerhin auf 3- 6 Mrd. Euro pro Jahr geschätzt, ein Grossteil im öffentlichen Dienst.

Die wirtschaftliche Gebarung ist auch bei den Gemeinden eine Katasprophe und jeder Bürger weis das!

3 0

Auf gemeindeebene wird das meiste Geld verschwendet


Auf Gemeindeebene wird das meiste geld verschwendet.

Für Prestigeobjekte und unsinnige Strukturen.

Hallenbäder, Feuerwehrhäuser, Kulturzentren, Rettungsstellen, Geister-Volksschulen, Mega-Sportplätze... stehen dicht aufgefädelt an den Landstraßen und werden kaum genutzt.

Es fehlt gänzlich die überregionale Planung, jedes Nest will das Nachbardorf übertrumpfen.

Dazu sitzen in den Gemeindestuben oft Leutchen die sehr wenig "überblick" genießen.

Die allermeisten Auftragsvergaben fallen nach "internen Kriterien" sprich okne echte Ausschreibung an lokale Unternehmer. Ein geben und nehmen...

Und Mödelhammers Argumentation von der "dreimaligen Überprüfung" ist ein Hohn:

Der gemeindeeigene Prüfungsausschuss ist ein Gremium aus unbedarften Gemeinderäten, welches nach Proporz besetzt ist.

Und die Überprüfung durch das Bundesland ist oftmals parteipolitisch gebremst. Man will ja den Parteifreund-Kollegen Bürgermeistern nicht wehtun.

Keine Verwaltungsebene gibt in Summe mehr Geld unsinnig aus als die Gemeinde. Es ist höchste Zeit dass hier eine ECHTE Kontrolle erfolgt.

Re: Auf gemeindeebene wird das meiste Geld verschwendet

Der Vorwurf schert sehr über den Kamm!

Bei manchen Projekten ist der reine Kosten/Nutzen -Faktor im sehr roten Bereich, aber dafür ist die Gemeinde auch die dem Bürger am nächsten liegende Verwaltungsebene!
Und Feuerwehr-, Rettungs- und sonstige wichtige Infrastrukturen mögen zwar defizitär sein, aber nur, solange man die Kosten durch (Personen-)Schadensminimierung ausgeklammert lässt. Und diese Kosten würden dann Sozialhilfe, Krankenkassen und Pensionsversicherung zahlen müssen!
Andere defizitäre Infrastrukturen, wie z.b. Bäder, Skateparks, u.ä. haben zwar ebenfalls kein direktes ROI, helfen aber oft durch gesteigerte Lebensqualität Personen im Ort zu halten bzw. Zuzüglinge zu gewinnen und bringen so wieder Gemeindeeinnahmen.

Auch bin ich kein Fan von der hier oft vorgebrachten Forderung, in jedem Bezirk nur eine Feuerwehr- und Rettungsstelle, insbesondere weil hier das Potential, das in Freiwilligen-Arbeit steckt verschenkt wird.
Durchaus bin ich der Meinung, die Mindestausrüstungsverordnung könnte entrümpelt werden, aber ich würde keine einzige Rettungsstelle schließen/zusammenlegen.

Auch die Vergabe an lokale Unternehmen ist öfters eine Sache, die sehr im Graubereich liegt, allerdings ist eine Ausschreibung oftmals zu umständlich und wird von den wirklich günstigen Unternehmen ignoriert, da diese nur auf große Kunden/Gemeinden aus sind.
Abgesehen davon, sind solche Vergaben oft eine Überbrückung für lokale Unternehmen...

Re: Re: Auf gemeindeebene wird das meiste Geld verschwendet

... welche andernfalls schließen müssten. Die Mehrkosten bei einem Projekt sind dann oftmals geringer als der Ausfall eines Arbeitgebers in der Region, womit Kaufkraft, Kommunalabgaben und womöglich durch Umzug nun Arbeitsloser auch noch Einwohnerverlust.
Allerdings gibt es hier dafür auch schiefe Optik durch Verwandschafts- und Freundnisverhältnisse und sicherlich auch den einen oder anderen Missbrauch.

Eine zusätzliche Prüfungsinstanz will mir allerdings sehr gut gefallen, dafür könnte man ev. eine andere - womöglich befangene - einsparen...

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Re: Re: Re: Auf Gemeindeebene wird das meiste Geld verschwendet


Ihre geschätzten Ansichten könnte man in Zeiten wirtschaftlicher Prosperität und geordneter Staatsfinanzen tolerieren und diese in Summe immens teuren Auswüchse als quasi "Liebhaberei" gelten lassen.

Was sie aber übersehen: wir steueern auf einen Staatsbankrott zu, das gesamtstaatliche Defizit schnellt auf 80% des BIP hoch und es wird noch nie dagewesener Anstrengungen bedürfen diese Pleite des Staates abzuwenden.

Einen guten Teil der Staatsausgaben "besorgen" Länder und Gemeinden, die alljährlich hunderte Milliarden vonm Steuerkuchen des Bundes über den "Finanzausgleich" erhalten.

Und so entsteht momentan die perverse Situation dass der Bund sparen muss(zumindest will), dieser Sparwille aber nur einen Teil seiner Ausgaben überhaupt betreffen kann, weil ja Länder und Gemeinden einen fixen Anteil an den Bundeseinnahmen quasi als "wohlerworbenes Recht" für wie sie selbst zugeben fragwürdige und ineffiziente Ausgaben beanspruchen.

Also wird es höchste Zeit dass auch in den Ländern und gemeinden die wirtschaftliche Vernunft einzug hält.

Und gerade das "Freiwilligenwesen" ist mittlerweile dabei sich selbst ad absurdum zun führen: was vor Zeiten als Entlastung des Gemeinwohles begonnen hat ist jetzt vielerorts zu einer amateurhaften staatlich subventionierten aufbeglähten Materialschlacht geworden die jeder wirtschaftlichen Beschreibung spottet.

Das Diktat der leeren Kassen wird vieles ändern.

Ceterum censeo. "Verstehen sie nicht: Wir sind Pleite. Pleite!"

Re: Re: Re: Re: Auf Gemeindeebene wird das meiste Geld verschwendet

Den drohenden Staatsbankrott sehe ich genauso, allerdings eher durch unnötige Riesenprojekte wie Tunnelbauten und vor allem durch exponentielle Kostensteigerungen bei Pensionskosten und Krankheitskosten.

Ein Entzug von unnötig dezentralisierten Zuständigen der Länder, zusammenfassen und damit eine deutliche Verkleinerung der Landesverwaltungen wäre für mich der erste Schritt. Weiters würde ich die Bezirkshauptmannschaften auflassen und den Aufgabenbereich den Gemeinden überantworten, bzw. das Fachpersonal im Rotationsprinzip auf die Gemeinden kommen lassen. Dazu wäre aber mal die Einführung einer einheitlichen Software für alle Gemeinden notwendig, weiters eine Schulung und genau definierte Workflows. E-Government muss hier Einzug halten!

Auch viele Einsparungspotentiale bei Gemeinden sollten stärker forciert werden, wieso muss z.B. der letzte Feldweg asphaltiert sein, in jedem Jugendraum ein Sozialarbeiter sitzen oder jede Gemeinde ihren eigenen Müllsammelplatz unterhalten?

Die Dienstverträge von Landesbeamten gehören denen der Bundesbeamten angepasst.

Und wie ich geschrieben habe: Ich bin gegen die Materialschlacht der Feuerwehren und anderen Rettungsorganisation, aber die PSA (Persönliche Schutz Ausrüstung) sowie ein minimale Ausrüstung (KRF) muss überall vorhanden sein, allein für Übungszwecke und um Freiwilligen zu motivieren.

Aber ich erwarte auch von der laufenden Verwaltungsreform nicht wirklich viel...

Antworten Gast: Franz
28.08.2009 13:29
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Re: Auf gemeindeebene wird das meiste Geld verschwendet

Ein konkretes Beispiel ist Zistersdorf im Weinviertel:
Die Stadt ist vollkommen heruntergekommen, hat eine neue aber mangelhafte Müllverbrennungsanlage und rundherum lärmen sinnlose und landschaftszerstörende Windräder.
Der Grundstück- und Immobilienpreis ist trotz der Nähe zu Wien auf einem Tiefstand und wird sich in 100 Jahren nicht erholen.
Dank zweier Bürgermeister und einer Gemeindevertretung die immer alles abgenickt hat.

Antworten Gast: picard
28.08.2009 12:22
1 0

Re: Auf gemeindeebene wird das meiste Geld verschwendet

genau! wie kommt es denn sonst, dass sich einige gemeinden quasi in den konkurs geritten haben - wo waren da die kontrollen!

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