Top 20: Diese Ökonomen prägen Österreich

Zum dritten Mal hat die "Presse" gemeinsam mit der "Frankfurter Allgemeinen" und der "Neuen Zürcher Zeitung" die 20 einflussreichsten Ökonomen des Jahres erhoben.

Bild: WU Wien

 

Die Presse (Clemens Fabry)

Das Ranking ergibt sich aus folgenden Teilbereichen:

Medien Das Schweizer Institut Media Tenor International hat für uns analysiert, wie häufig welche Ökonomen von August 2015 bis Juli 2016 zu welchen Themen in den Medien mit fachlichen Einschätzungen genannt wurden.
Politik "Welche sind die Ökonominnen und Ökonomen, deren Rat oder Publikationen Sie am meisten für Ihre Arbeit schätzen?": Diese Frage stellten Econwatch, das Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE) und die deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften in einer Umfrage hunderten Parlamentariern und Führungskräften von Ministerien.
Wissenschaft Hier zählt die Zahl der Zitate aus den vergangenen Jahren. Diesen Index hat der Fachverlag Elsevier aus seiner Forschungsdatenbank Scopus berechnet.

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Die Presse (Clemens Fabry)

20. Peter Schnedlitz

Wirtschaftsuniversität, Wien

Schnedlitz ist seit 1992 Vorstand des Instituts für Handel und Marketing an der WU Wien. Der gebürtige Steirer schafft heuer erstmals den Sprung ins Ranking – und zwar aufgrund seiner Medienwertung. Der Politik ist der Marketingexperte bisher nicht aufgefallen.

Die Presse (Michaela Bruckberger)

19. Gabriel Felbermayr

Info-Institut, München

Der Oberösterreicher Felbermayr leitet das Zentrum für Außenwirtschaft des Münchner Ifo-Instituts. Seit 2011 ist er Professor für internationale Ökonomie und Handel an der Uni München. Felbermayr ist ein Neueinsteiger, er profitiert von seiner starken Performance in der Wissenschaftssäule.

18. Helmut Mahringer

Wifo, Wien

Helmut Mahringer hat im Vergleich zum Vorjahr zwei Plätze einbüßen müssen. Wie schon im Vorjahr fehlt es ihm an politischer Einflussnahme. Mahringer kann aber in der Mediensäule punkten. Der 1965 geborene Wifo-Ökonom gilt als Experte für die Strukturen des Arbeitsmarkts.


Wifo

17. Franz Sinabell

Wifo, Wien

Der 1964 in Niederösterreich geborene Wifo-Ökonom Franz Sinabell hat sich auf die Bereiche Umwelt, Landwirtschaft und Energie spezialisiert. Im heurigen Ranking ist er ein Neueinsteiger. Sinabell unterrichtet an der Uni für Bodenkultur, der Uni Wien und der Donauuni Krems.

 

Wifo

16. Christoph Badelt

Wifo, Wien

Badelt ist schon 65 Jahre alt, ihm steht in diesem Ranking aber trotzdem eine glänzende Zukunft voraus. Denn der ehemalige WU-Rektor übernimmt mit September von Karl Aiginger den Chefposten im Wifo, was ihm in den kommenden Monaten viel Medienaufmerksamkeit bringen sollte.

Die Presse (Clemens Fabry)

15. Christoph Schmidt

RWI, Essen

Der in Australien geborene Schmidt ist im österreichischen Ranking ein Neueinsteiger, der vor allem im Forschungsbereich stark ist. Christoph Schmidt ist Vorsitzender der deutschen Wirtschaftsweisen und Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI).

14. Clemens Fuest

Ifo-Institut, München

Der 48-jährige Fuest hat im April die Leitung des Münchner Ifo-Instituts von Hans-Werner Sinn übernommen. Fuest steht für ordoliberale Positionen und ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats im deutschen Finanzministerium. In der österreichischen Politik ist sein Einfluss schwach.

imago stock&people

13. Marcel Fratzscher

DIW, Berlin

Der deutsche Wirtschaftsweise Marcel Fratzscher war im vergangenen Jahr ein aufsteigender Star, ist heuer aber um 10 Plätze zurückgefallen. Der Vertraute des deutschen Vizekanzlers Sigmar Gabriel (SPD) ist in der Forschung stark, verfügt in Österreich aber nicht über politische Relevanz.


12. Sigrid Stagl

Wirtschaftsuniversität, Wien

Die WU-Professorin war im vergangenen Jahr der höchste Neueinsteiger, fällt heuer aber von Platz acht auf Platz 12 zurück. Erstaunlich: Stagl kam in den Medien praktisch gar nicht vor, verfügt aber dennoch über soliden Einfluss auf die Politik. Im Forschungsbereich landet sie auf Platz vier.

11. Helmut Hofer

IHS, Wien

Wenn das IHS eine Prognose zur Konjunktur abzugeben hat, dann steckt er dahinter: Helmut Hofer kann sich heuer um zwei Positionen verbessern und schafft in der Mediensäule einen starken dritten Platz. Hofer gilt zudem als Experte für Lohnstrukturen und den Arbeitsmarkt.


IHS

10. Margit Schratzenstaller,

Wifo, Wien

Die Steuerexpertin des Wifo leidet wie in den vergangenen Jahren unter ihrer mageren Ausbeute bei wissenschaftlichen Zitaten. Aber Margit Schratzenstaller ist traditionell stark in den Bereichen Medien und Politik. Gegenüber dem Vorjahr fällt sie eine Position zurück.


Michaela Bruckberger

9. Christian Keuschnigg

Universität St. Gallen

Christian Keuschnigg konnte in den ersten zwei Ranking-Jahren von seiner Stellung bzw. seinem Abgang als IHS-Chef profitieren. Inzwischen hat der in St Gallen lehrende Tiroler sein eigenes Institut gegründet, das Wirtschaftspolitische Zentrum (WPZ). Keuschnigg verliert fünf Plätze.


REUTERS

8. Stephan Schulmeister

Wifo, Wien

Vergangenes Jahr lag Stephan Schulmeister in der Kategorie Politik noch auf Platz eins, heuer muss sich der leidenschaftliche Gegner des Neoliberalismus hier geschlagen geben. Im Gesamtranking fällt er um zwei Plätze zurück. In den Medien war Schulmeister zuletzt kaum präsent.


Michaela Bruckberger

7. Christian Helmenstein,

Industriellenvereinigung, Wien

Der Chefökonom der Industriellenvereinigung schafft heuer seine bisher beste Platzierung. Helmenstein ist sowohl in den Medien gefragt als auch in der Politik. Bei den Forschungszitaten profitiert der Deutsche bis heute von seiner frühen Arbeit zum Thema Braindrain.


APA/HELMUT FOHRINGER

6. Hans-Werner Sinn (D)

Ifo-Institut, München

Er sitzt in fast jeder Talkshow zum Thema Griechenland: Hans-Werner Sinn ist in Deutschland und Österreich sehr bekannt. Allerdings ist das Thema Griechenland nicht mehr so aktuell, weshalb er von Platz zwei auf Platz sechs fällt. Als Präsident des Ifo-Instituts ist er im März abgetreten.


REUTERS

5. Gottfried Haber

Der 43-jährige Gottfried Haber ist einer von zwei Shootingstars im heurigen Ranking. Haber ist Professor und Vizedekan an der Donauuni in Krems und hat sich neben allgemeineren Themen auf Gesundheitsökonomie spezialisiert. Im Bereich Politik liegt er heuer auf Platz zwei.

Die Presse (Michaela Bruckberger)

4. Friedrich Schneider

Universität Linz

Seit 30 Jahren lebt und lehrt der 1949 in Konstanz am Bodensee geborene Friedrich Schneider in Linz. Der Experte für Pfusch und Schattenwirtschaft hat das Ökonomen-Ranking in den vergangenen zwei Jahren gewonnen, muss sich heuer aber mit Platz vier zufrieden geben.

3. Bernhard Felderer

Fiskalrat, Wien

Felderer schafft den Sprung von Platz zehn aufs Stockerl und gewinnt heuer die Einzelwertung Politik. Als Präsident des Fiskalrats gebührt ihm auch Aufmerksamkeit: Niemand weiß besser, wie es um die Staatsschulden steht, als der ehemalige IHS–Chef Felderer. Seit 2013 ist Felderer auch Senior Fellow am Economica Institut für Wirtschaftsforschung in Wien.


Die Presse/ Clemens Fabry

2. Karl Aiginger

Wifo, Wien

Zum zweiten Jahr in Folge liegt Wifo-Chef Karl Aiginger in der Gunst der Medien vorne. Auch in der Politik bleibt sein Einfluss groß. Im Gesamtranking kann er sich um zwei Plätze verbessern. Den Platz am Stockerl auch nächstes Jahr zu halten dürfte aber schwer werden: Aiginger ist mit September als Wifo-Chef abgetreten und hat an Christoph Badelt übergeben.


APA/ROBERT JAEGER

1. Ernst Fehr

Universität Zürich

Ernst Fehr war immer stark in der Forschung, hat aber in den vergangenen Jahren wegen fehlender Punkte in den Kategorien Politik und Medien den Sprung ins Ranking nicht geschafft. Jetzt hat es geklappt. Bei den Forschungszitaten (mehr als 13.000!) lässt Fehr die Konkurrenz blass aussehen – und springt direkt auf Platz eins des heurigen Ökonomenrankings.


APA
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