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Löhne: Arbeitskosten steigen stark

15.09.2009 | 18:21 |  Von unserem Korrespondenten OLIVER GRIMM (Die Presse)

Der Faktor Arbeit hat sich in der Eurozone binnen Jahresfrist um vier Prozent verteuert. In Österreich ist Arbeit mitten in der Krise um 5,3 Prozent teurer geworden.

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Luxemburg. Die hohen Kollektivvertragsabschlüsse in Österreich, Deutschland und Frankreich hinterlassen just in dem Moment ihre Spur in der Statistik, in der mehr und mehr Europäer ihre Jobs verlieren, weil ihre Arbeitgeber zu wenige Aufträge bekommen. Laut Bericht des EU-Statistikamtes Eurostat stiegen die Arbeitskosten pro Stunde in den 16 Ländern der Eurozone zwischen dem zweiten Quartal 2008 und derselben Periode des heurigen Jahres nominal (also unter Nichtberücksichtigung der Inflation) um vier Prozent. In der gesamten EU betrug der Anstieg 3,7 Prozent.

Am stärksten war der Anstieg mit 15,5 und 11,7 Prozent in Rumänien und Bulgarien, was allerdings wenig verwunderlich ist, weil die Arbeitnehmer in diesen Staaten den niedrigsten Verdienst in ganz Europa haben.

 

Hochlohnländer treiben Kosten

Erstaunlicher waren die starken Steigerungen der Arbeitskosten in Hochlohnländern wie Finnland, Deutschland und Österreich, die bei 8,6 Prozent, 5,5 und 5,3 Prozent lagen. Zumindest in Deutschland sei das mit den hohen Tarifabschlüssen im öffentlichen Dienst zu erklären, sagte Marcus Kappler, Konjunkturforscher am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim, zur „Presse“. „In Deutschland hatten wir jahrelang eine sehr starke Lohnzurückhaltung. Das wurde zu Jahresbeginn teilweise korrigiert.“

 

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Auch in Österreich setzten die Gewerkschaften im vergangenen Jahr noch ziemlich üppige Erhöhungen der Kollektivverträge durch, weil die Basis für die Verhandlungen der Sozialpartner die jeweils zurückliegende wirtschaftliche Entwicklung ist.

Fürs Erste werde es solche hohen Abschlüsse nicht mehr geben, sagte Kappler. „Bei einer länger anhaltenden Krise sind die Bedingungen für solche Entwicklungen ungünstig. Solche Steigerungen werden wir vorerst nicht mehr sehen.“

Im Gegenteil: Es ist in Westeuropa mit einem Sinken der nominalen Löhne und Gehälter zu rechnen, denn in immer mehr Unternehmen verzichten die Arbeitnehmer aus Angst vor dem Jobverlust auf Teile ihres Einkommens. Kappler verwies dabei auf das „Paradebeispiel Opel“. In Litauen und Estland, jenen beiden Staaten, die besonders früh und hart von der Rezession getroffen wurden, sind die Einkommen im Verlauf des letzten Jahres bereits gesunken, nämlich um 6,2 beziehungsweise 0,6 Prozent.

Sollten die Löhne und Gehälter auch in den großen Volkswirtschaften Europas sinken, könnten jene Beobachter recht behalten, die vor einer Deflation warnen. Denn Arbeitskosten fließen natürlich in die Preise der Waren und Dienstleistungen ein. Kappler hält dies nicht für wahrscheinlich.

„Der Hauptgrund für die Preisentwicklung liegt in den Energiepreisen, die nun im Vergleich zum Vorjahr stark rückläufig sind.“ Dazu komme das „Schreckgespenst der ausgeweiteten Geldpolitik, dass also die Notenbanken die großen Geldmengen nicht rechtzeitig wieder vom Markt nehmen.“ Der ZEW-Experte ist der Ansicht, dass aus derzeitiger Sicht weder mit einer übertriebenen Inflation noch einer solchen Deflation zu rechnen ist. Das deckt sich auch mit der am Montag veröffentlichten Herbstprognose der EU-Kommission.

 

Bescheidene Aussichten

In Österreich starten die Lohnverhandlungen am 25. September mit den Metallern, deren Abschlüsse als richtungsweisend gelten. Angesichts der rückläufigen Produktivität gehen Experten davon aus, dass heuer nicht viel mehr als eine Abgeltung der Inflationsrate möglich sein wird – womit die Löhne zwischen 0,5 und 1,0 Prozent steigen könnten.

AUF EINEN BLICK

Mitten in der Wirtschaftskrise sind die Arbeitskosten laut
Eurostat überdurchschnittlich
stark gestiegen.
Im ersten Halbjahr hat sich der Faktor Arbeit in Europa im Schnitt um vier Prozent verteuert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.09.2009)

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13 Kommentare
Gast: markus trullus
16.09.2009 17:01
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feiner Unterschied

Na ja, ist ja klar
Erstens sieht ja der Arbeitsnehmer die Lohkosten in Wahrheit ja nicht. Was er/sie sieht, ist das Bruttogehalt. Und damit man zu den Lohnkosten kommt, sollte man Lohnsummensteuer, gesetzt. Abfertigungsrücklagen, Sonderzahlungen etc wie U Bahnsteuer, Kommunalabgaben etc schon noch dazu rechnen.
Weiters waren es ja die "Jünger" des GÖD Bosses Negebauer, die kräftig, trotz Krise, zugelangt haben. In der Wirtschaft hingegen schauts zappeduster aus: immer mehr Freunde von mir verzichten auf Lohnanteile, Prämien, was weiß ich was, aber die Beamten juckt das ja nicht. Zahlen eh wir mit unseren immer höher werdenden Steuern....

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Staatsbankrott
Währungsreform

So wie es im Lehrbuch steht

romolaner
16.09.2009 07:08
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Löhne: Arbeitskosten steigen stark

aber nur bei den BEAMTEN-LEHRER UND CO,PLUS MANAGER-BONI!

Steininger
16.09.2009 02:42
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Well, duh!

Die Wirtschaftskrise führte nicht dazu daß die ASVG Sklavenarbeit irgendwie verbilligt hätte.
Dammnatio!
Es ist aber auch schwierig neoliberale Wirtschaftskonzepte richtig in die Tat umzusetzen. Viele Arbeitslose wären doch toll. Die Löhne würden sinken und man könnte sagen dass jeder Arbeitslose an seiner Malaise doch selber schuld ist, von wegen Arbeitsunwilligkeit und Hängematte und so!
Statt dessen steigen die Löhne, parbleu!

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die grünen sind schuld

daß der michi glaubt, die spö glaube, die övp währe schuld, daß man der fpö glaubt, daß man dem bzö nicht mehr glauben kann.

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Re: die grünen sind schuld

wäre schuld. achgott, ist scho wieder so spät, daß die finger nicht mehr glauben, was ich schreiben will und deshalb glauben, sie könnten hintippen, wo sie wollen. ist aber eh sicher die övp schuld daran, weil die glauben ja nicht, daß die spö der fpö nicht glaubt, sie läge tatsachen auf den tisch, woran aber sowieso die kommunisten schuld sind, weil die verdrehen die tatsachen ja immer, wie das liberale forum glaubt, während die christen sowieso nur glauben. was die allerdings glauben, glaubt der michi nicht.

morgen geh ich glaub ich steinderln klauben. ;)

Der "Michi_Austria" ist schuld

dass niemand mehr der Spö glaubt, dass die Övp an allem schuld ist.

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Die ÖVP ist schuld,

dass Arbeitskosten stark steigen

Cool
16.09.2009 18:16
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Re: Die ÖVP ist schuld,

sperre wird nicht viel nützen,der oder die irre kommt sicher unter einem anderem nick!

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Re: Re: Die ÖVP ist schuld,

soso, die leute die also ihre ÖVP kritisch gegenüberstehen, sind für Sie kranke Leute - ist recht so!

Cool
16.09.2009 18:35
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Re: Re: Re: Die ÖVP ist schuld,

ist nicht die övp,sondern ihre dupiosen ansagen!

Re: Re: Re: Die ÖVP ist schuld,/Michi_Austria

Irrtum, Michel! Sie stehen der Övp nicht kritisch gegenüber, Sie müllen einfach immer nur denselben Stehsatz mit anderen Ursachen"füllungen". Das hat mit Kritik nichts zu tun.

Cool
16.09.2009 18:44
0 0

Re: Re: Re: Re: Die ÖVP ist schuld,/Michi_Austria

ich sag nichts mehr-er oder sie ist unheilbar!

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