Streit um Prämie für E-Autos

Anstatt direkter Kaufprämien solle mehr mehr in den verstärkten Ausbau der Lade-Infrastruktur investiert werden, sagt der VCÖ. Die Autoimporteure zeigen sich verwundert.

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Österreich im guten Mittelfeld – APA/dpa-Zentralbild/Jan Woitas

Eine direkte Kaufprämie führe hingegen nicht zum gewünschten Erfolg, wie die Erfahrungen in Deutschland zeigten, glaubte der Verkehrsclub Österreich (VCÖ).  In das gleiche Horn hat gestern auch der ÖAMTC gestoßen. VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fordert niedrigere CO2-Grenzwerte auf EU-Ebene, weil dann die Hersteller mehr E-Autos auf den Markt bringen würden, wodurch das Angebot steige und der Preis sinke. Wichtig sei ein verstärkter Ausbau der Lade-Infrastruktur. 

Importeure: Gegenbeispiel Norwegen

Verwundert über die ablehnende Haltung zeigte sich der Sprecher der österreichischen Automobilimporteure, Günther Kerle. „Sehr wohl können Förderungen und Begünstigungen zu einem Breiteneffekt führen. Gerade Norwegen gilt hier als Vorzeigeland und Positivbeispiel. Denn dort konnte mithilfe eines umfassenden Maßnahmenpaketes der Marktanteil von Elektroautos binnen kürzester Zeit auf 17 Prozent gehoben werden. Davon sind wir weit entfernt“, stellte Kerle fest.

In Österreich beträgt der Anteil von E-Autos am Gesamtbestand derzeit 0,2 Prozent. Es sei schon sehr erstaunlich, dass man sich der stetig steigenden Bedeutung der Elektromobilität verschließt. Aber es gehe nicht um einzelne Befindlichkeiten, sondern auch um die Erreichung von Klimazielen. „Die ambitionierten Klimaziele sind ohne Elektromobilität nicht erreichbar“, so Kerle.

Die Förderung alleine werde nicht zum sofortigen Marktdurchbruch der Elektromobilität führen, erwarten die Importeure keine Wunderdinge. Deshalb brauche man zum endgültigen Durchbruch am Markt ein umfassendes Maßnahmenpaket, welches steuerliche Anreize, Ankaufsförderung und möglicherweise auch Vorteile im Straßenverkehr beinhaltet.

Knapp 4000 E-Autos zugelassen

In den ersten neun Monaten sind heuer in Österreich 3.798 E-Autos neu zugelassen worden. Damit liege Österreich beim Absatz im guten Mittelfeld, rechnete heute der VCÖ vor. EU-Spitzenreiter sind die Niederlande, wo im Vorjahr bereits jeder zwölfte Neuwagen ein E-Auto war.

Jedoch sind in den Niederlanden 92 Prozent der Elektro-Autos Plug-In Hybrid, die neben dem E-Motor zusätzlich einen Verbrennungsmotor haben. Österreich belegt hier den sechsten Platz. Im Bundesländervergleich wurden heuer in Niederösterreich die meisten rein elektrischen Pkw zugelassen (588), dahinter folgten Oberösterreich (511), die Steiermark (413) und Wien (362).

 

(APA/red.)

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