Gewerbeordnung: "Bei Grundlage von 1859 reicht Kosmetik nicht"

Handelsverband, die Hoteliervereinigung und der Gewerbeverein fordern nach einer Umfrage unter Mitgliedsbetrieben Verbesserungen.

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Kritik an "doppelten, widersprechenden Regelungen". – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Der Handelsverband, die Hoteliervereinigung (ÖHV) und der Gewerbeverein (ÖGV) haben ihre Mitglieder zur Gewerbeordnung befragt. Nur ein marginaler Teil der Firmen der verschiedenen Branchen hält die Gewerbeordnung demnach für zeitgemäß oder zukunftsfit. Praktisch alle Firmen sehen einen Handlungsbedarf. Laut ÖHV ist mindestens eine tiefe Reform nötig. Ein neues Modell sei aber eine bessere Lösung.

"Bei einem Gesetz auf Grundlagen von 1859 können kosmetische Korrekturen nicht reichen. Es braucht eine Roadmap fürs 21. Jahrhundert mit mehr unternehmerischem Freiraum", fordert ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer eine Deregulierung. "Fast 100 Prozent Zweifel von erfahrenen Unternehmern und erfolgreichen Managern am Status-quo sind als klarer Auftrag zu verstehen, gemeinsam an einer Verbesserung zu arbeiten", so Handelsverband-Präsident Stephan Mayer-Heinisch.

Kritik an "doppelten, widersprechenden Regelungen"

"Wir wollen keine doppelten, einander oft widersprechenden Regelungen mehr", wird wiederum ÖGV-Generalsekretär Stephan Blahut in einer Aussendung am Montag zitiert.

Auch bezogen auf eine Qualitätssicherung durch die Beibehaltung der Gewerbeordnung sehen nur zwischen 17 und 24 Prozent der befragten Firmen ein geeignetes Instrument zur Qualitätssicherung in der Gewerbeordnung. Auch die Ausbildungsqualität als Argument für die Gewerbeordnung wird von einer deutlichen Mehrheit nicht gesehen.

Bei der Befragung der drei Verbände gab es Rückmeldungen von insgesamt rund 700 Unternehmen.

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