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Arbeitsmarkt: 70 Prozent mehr Industriearbeitslose

01.10.2009 | 18:29 |   (Die Presse)

Starke Anstiege gab es in Oberösterreich, bei Männern und Ausländern. Bei den 15- bis 24-Jährigen war der Zuwachs mit 24,4 Prozent dagegen schwächer als im Durchschnitt.

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Wien (b.l.). Ende September waren in Österreich 234.505 Personen auf Jobsuche, um 27,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent nach nationaler Definition. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Jahresvergleich ist etwas schwächer als in den Monaten davor. Ein Grund ist, dass deutlich mehr Arbeitslose in Kursen sitzen und während dieser Zeit nicht als arbeitslos gezählt werden.

Die Zahl der Schulungsteilnehmer stieg im Jahresvergleich um 35,6 Prozent auf 68.450. Am Mittwoch hatten Sozialminister Rudolf Hundstorfer und Bundeskanzler Werner Faymann vorläufige Daten präsentiert („Die Presse“ berichtete). Nun gibt es weitere Details.

Am stärksten war demnach der Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Sachgütererzeugung: Mit 33.020 Personen waren um 69,8 Prozent mehr Menschen in dieser Branche auf Jobsuche als vor einem Jahr. Auch im Bau lag der Anstieg mit 33,5 Prozent über dem Schnitt. Schwächer stieg die Arbeitslosigkeit im Handel (25,6) und im Tourismus (18,7 Prozent). Wirtschaftsforscher fürchten, dass diese Branchen nachziehen könnten, wenn der Konsum nachlässt. Denn das passiert meist zeitverzögert– als Folge hoher Arbeitslosigkeit. So stark wie die Industrie dürften Handel und Tourismus aber nicht von der Krise getroffen werden.

Da in der Sachgütererzeugung mehr Männer arbeiten, stieg die Arbeitslosigkeit bei Männern mit einem Plus von 36,1 Prozent stärker als bei Frauen (19,2 Prozent). Auch auf Ausländer (plus 32,9 Prozent) hat die Krise schwerere Auswirkungen als auf Inländer (26,8 Prozent). Bei den Bundesländern gab es den stärksten Zuwachs im industrielastigen Oberösterreich (50), den geringsten in Wien (15,7 Prozent). Doch herrschte in Oberösterreich vor einem Jahr Vollbeschäftigung (Arbeitslosigkeit unter vier Prozent nach EU-Definition).

Bei den 15- bis 24-Jährigen war der Zuwachs mit 24,4 Prozent dagegen schwächer als im Durchschnitt. Doch sind Jugendliche absolut gesehen noch immer stärker von Arbeitslosigkeit betroffen: Die für die EU berechnete Jugendarbeitslosigkeit in Österreich war im August (neuere Daten liegen noch nicht vor) mit zehn Prozent mehr als doppelt so hoch wie die allgemeine Arbeitslosenquote (4,7 Prozent).

 

Viele Spanier ohne Job

Am Donnerstag wurden auch die August-Daten für die EU bekannt gegeben. Die Arbeitslosenquote in den Mitgliedstaaten stieg auf 9,1 Prozent, jene in der Eurozone auf 9,6 Prozent: Das ist der höchste Wert seit März 1999.

Österreich verzeichnete mit 4,7 Prozent einmal mehr die zweitniedrigste Quote nach den Niederlanden. Vor einem Jahr betrug die heimische Arbeitslosenquote aber erst 3,8 Prozent. Die höchste Arbeitslosigkeit verzeichnete zuletzt Spanien mit 18,9 Prozent.

Weiter gestiegen ist die Jugendarbeitslosigkeit: EU-weit beträgt sie 19,8 Prozent. In Österreich sank sie leicht auf zehn Prozent.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.10.2009)

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