Innogy-Chef: "Durchbruch bei E-Autos in zwölf bis 18 Monaten"

Peter Terium sieht wesentliche Voraussetzungen für ein Anziehen der Nachfrage gegeben. Die Fahrzeuge hätten bereits eine alltagstaugliche Reichweite von 250 bis 300 Kilometern.

Essen Ladekabel in der Ladebuchse eines Elektrofahrzeuges Essen Motor Show 2016 Previewday 25 11 2
Schließen
Essen Ladekabel in der Ladebuchse eines Elektrofahrzeuges Essen Motor Show 2016 Previewday 25 11 2
imago/Eibner

Trotz der bisher schwachen Nachfrage könnten Elektroautos aus Sicht des Chefs des Energiekonzerns Innogy in Deutschland bald Fahrt aufnehmen. "In den nächsten zwölf bis 18 Monaten werden wesentliche Voraussetzungen für einen Durchbruch der Elektromobilität geschaffen", sagte Peter Terium der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. "Zum einen haben die Fahrzeuge, die jetzt auf den Markt kommen, eine alltagstaugliche Reichweite von 250 bis 300 Kilometern", begründete Terium seine Einschätzung. "Zum anderen ist die Technologie für Ladesäulen marktreif, mit denen Sie in zwanzig Minuten Strom für 500 Kilometer tanken können oder in zehn Minuten Strom für 250 Kilometer."

Die börsennotierte RWE-Tochter Innogy kümmert sich um erneuerbare Energien, Vertrieb und Netze. "Noch sind Ladesäulen für uns ein Nischenbereich, der aber stark expandieren kann, wenn die Elektromobilität stark anzieht", sagte Terium. Schon heute sei Innogy mit mehr als 5.400 Ladepunkten einer der größten Betreiber in Europa und habe auch die ersten Ladesäulen in Kalifornien aufgestellt, der Vorreiter-Region für Elektroautos.

Das immer schnellere Laden stelle aber hohe Anforderungen an die Netze, sagte Terium: "Damit das Stromnetz nicht überlastet wird, haben unsere Ladesäulen ein Notmanagement eingebaut." Zudem gehörten die Innogy-Ladesäulen zu den wenigen, die geeicht seien. "Das ist wichtig für die Abrechnung."

"Wasserstoff bestenfalls Nischenlösung"

Der Brennstoffzelle, die Strom aus Wasserstoff gewinnt, sagt Terium bei Elektroautos indes keine große Zukunft voraus. "Ich glaube, dass Wasserstoff bestenfalls eine Nischenlösung für bestimmte Anwendungen sein wird, etwa für sehr lange Strecken im Lastverkehr."

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos in der Vorwoche, an dem auch Terium teilnahm, hatten Autokonzerne wie Daimler und BMW zusammen mit Energiefirmen eine Wasserstoff-Initiative gestartet. "Das Thema CO2-Vermeidung ist für Autofirmen so wichtig, dass sie nicht alles auf eine Karte setzen können. Die Batterie wird aber gewinnen. Sie ist am Ende günstiger", sagte Terium.

Auch aus einem anderen Grund sieht Terium den Einsatz von Wasserstoff kritisch: "Die Energiedichte von Wasserstoff ist geringer als bei Benzin. Deshalb müssen sie Wasserstoff komprimieren im Tank. Sie fahren also auf einem explosiven Gemisch", führte der Innogy-Chef aus. "Ich würde mich dabei nicht wohlfühlen. Meiner Frau würde ich es definitiv nicht zumuten."

(APA/dpa)

Meistgelesen
    Kommentar zu Artikel:

    Innogy-Chef: "Durchbruch bei E-Autos in zwölf bis 18 Monaten"

    Schließen

    Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
    Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.