"Wir sind EU-Bürger zweiter Klasse"

Mehr als 100.000 Menschen pendeln täglich aus den östlichen Nachbarländern über die Grenze, um hier zu arbeiten. In Österreich geringgeschätzt, in der Heimat beneidet: Diese Grenzerfahrung machen viele. Anna Lukšů ist eine von ihnen.

Lukšů lebt mit ihrer kleinen Tochter in Bratislava und arbeitet in einem Modegeschäft in Kittsee im Burgenland. Hier verdiene sie um die Hälfte mehr als in ihrer Heimat, erzählt sie.
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Lukšů lebt mit ihrer kleinen Tochter in Bratislava und arbeitet in einem Modegeschäft in Kittsee im Burgenland. Hier verdiene sie um die Hälfte mehr als in ihrer Heimat, erzählt sie.
Lukšů lebt mit ihrer kleinen Tochter in Bratislava und arbeitet in einem Modegeschäft in Kittsee im Burgenland. Hier verdiene sie um die Hälfte mehr als in ihrer Heimat, erzählt sie. – (c) Stanislav Jenis

Sie hat ihre fünfjährige Tochter heute nicht in den Kindergarten geschickt. Im Hort grassiert ein Virus. Die Kleine hat schon über Bauchschmerzen geklagt. Morgen kann Anna Lukšů ohnehin nicht anders. Da muss die Tochter wieder frühmorgens in den Kindergarten, bevor die Mutter über die Grenze fährt. Anna ist eine von mehr als 100.000 Pendlern, die täglich aus Ungarn, der Slowakei und Tschechien über die Grenze kommen, um in Österreich zu arbeiten.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.02.2017)

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