Skylink: Die Prüfung durch den Rechnungshof läuft

23.10.2009 | 14:40 |   (DiePresse.com)

Ein sechsköpfiges Team prüft seit den Morgenstunden, warum sich die Kosten für den Bau des Terminals verdoppelt haben. Der Flughafen versichert aber, dass das Projekt "deutlich unter 830 Millionen Euro" kosten wird.

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Der Rechnungshof hat heute mit der Überprüfung des umstrittenen Skylink-Terminals des Flughafens Wien begonnen. Die Rechnungshof-Prüfer sind heute, Freitag, kurz vor neun Uhr in der Zentrale des Wiener Flughafens eingetroffen und auch eingelassen worden. Am Programm würden mehrere Termine, unter anderem ein Treffen mit dem Vorstand stehen, sagte Friedrich Pammer, Bauwesenexperte des Rechnungshofes. Grund dafür sind die Baukosten, die von 400 auf derzeit prognostizierte 830 Millionen Euro explodiert sind.

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Flughafen Wien-Vorstand Herbert Kaufmann sagte aber auf der Gewinnmesse, dass der Skylink "sehr deutlich unter" 830 Millionen Euro kosten wird.

"Positives Prüfungsklima"

"Der Flughafen Wien steht der Rechnungshofprüfung positiv gegenüber und will in hohem Umfang kooperieren", sagte Flughafen-Vorstand Herbert Kaufmann.  Für die private Sonderprüfung, die der Flughafen aufgrund der RH-Prüfung abgesagt hat, seien keine Kosten angefallen, "außer vielleicht zwei, drei Reisekosten". Zur Kostenexplosion bei Skylink habe "eine Kombination aus Änderungen und Problemen" geführt. Es sei offensichtlich die hohe Komplexität unterschätzt worden, insbesondere auch von Dritten, die der Flughafen engagiert habe. Kaufmann geht aber davon aus, dass Skylink Mitte Juni 2011 fertiggestellt wird.

Sechs Prüfer, vier Monate

Ein sechsköpfiges Team soll die Arbeit an den Akten aufnehmen. Über die Dauer der Prüfung beziehungsweise wann ein Bericht des Rechnungshof zu erwarten sein wird, sei schwer abzuschätzen, so Moser. Die Prüfung soll aber "schnell und zielgerichtet" stattfinden, versichert Moser im Ö1-Morgenjournal. Ein grober Zeitplan sieht drei bis vier Monate vor.


Die Flughafen Wien AG hofft unterdessen, dass die Kosten des gestoppten Bauvorhabens nicht noch weiter in die Höhe schnellen. Ziel sei es, diese Investitionssumme zu unterschreiten, erklärte das Unternehmen.

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(Ag./Red.)

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5 Kommentare

Wenig Schädigungsabsicht aber viel Inkompetenz wird zutage treten.


Das Rot-Schwarze Proporz-System, auch in der Spielart Busenfreundschaft Pröll-Häupl, beinhaltet zwangsweise dass nur die gefügigsten und aftergängigsten Parteigänger bis an die Spitze der zweiten und dritten Manager-Ebene gehoben werden.

Dieses wiederum bringt automatisch Zaudern und Zögern, Nicht-, Kompromiss- und Fehlentscheidungen mit sich, die in Summe dem Steuerzahler Milliarden kosten.

Das Projekt Skylink ist ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie schädlich und unnötig der Föderalismus Marke Österreich ist.

Re: Wenig Schädigungsabsicht aber viel Inkompetenz wird zutage treten.

Das ist völlig richtig. Dasselbe gilt auch für Schulen und Universitäten sowie einen großen Teil der - etwa geisteswissenschaftlichen - Forschung.

Skylink: Rechnungshof startet heute mit Prüfung

@Maria Callas
Stimmt, der Spielraum für Aktenvernichtung war hinreichend gewährleistet. Mal sehen, wieviel an Nachweis dem sechsköpfigen Team noch "gewährt" wurde. Wenn es sich jedoch um kluge, ehrliche und mit der Materie vertraute Köpfe handelt, die da jetzt loslegen, naja, dann können ja auch fehlende Differenzaspekte so klar herausgearbeitet, und hinterfragt werden, sodass auch diese verspätete Prüfung dennoch zu einem korrekten und zufriedenstellenden Ergebnis führen könnte.

Hornberger Schiessen

wuerde gerne vom letzten Oesterreicher hoeren der glaubt, die 'Pruefung' durch die Beamten wird etwas bringen

und WETTEn es ist dort nicht viel zu finden?!

anscheinend sind die aktenvernichter heiss gelaufen. wochenlang!... (nicht einmal die putzfrau durfte hinein!!!)

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