Startup: Wien hinkt europäischen Metropolen hinterher

Eine Studie analysierte die Finanzsituation der Startup-Szene in Wien. Dabei zeigte sich auch, dass dem Thema Entrepreneurship durch die Politik und Wirtschaft in anderen Städten größere Priorität zukommt.

Der menschenaehnlicher Roboter Bob des Startup up Unternehmen IOX Lab hier beim Handschlag mit Andre
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Der menschenaehnlicher Roboter Bob des Startup up Unternehmen IOX Lab hier beim Handschlag mit Andre
Studie stellt Wien kein gutes Zeugnis aus – imago/Olaf Döring

Zehn Mal mehr privates Investitionskapital als in Wien steht Startup-Unternehmen in Europa im Durchschnitt zur Verfügung. Dies ist nur einer von vielen Aspekten der Kapitalsituation von technologie-orientierten Startup-Unternehmen in Wien, die in einer Studie der Modul University Vienna gefunden wurden.

"Wir haben zahlreiche Statistiken aus Österreich und dem Ausland ausgewertet", führt der Projektleiter Harvey Goldstein aus. Das zeigte, dass der Wert von österreichischen Risikokapitalinvestitionen in Österreich nur 0,03 Prozent des Bruttosozialprodukts, betrage – das sei um eine Zehnerpotenz weniger als der europäische Durchschnitt.

im Ausland mehr Investmentinitiativen

Einen ganz wesentlichen Teil der Studie nahm auch der Vergleich von Wien als Startup-Ökosystem mit international vergleichbaren Städten ein, die es alle innerhalb kurzer Zeit unter die Top-20 der globalen Startup-Zentren geschafft haben: Tel Aviv, Berlin und Amsterdam. Dank dieses Benchmarkings konnten die Autoren drei wesentliche Faktoren identifizieren, die zu den Erfolgen der drei internationalen Städte beigetragen haben.

Dazu zählt eine starke Priorisierung des Themas Entrepreneurship durch die Politik und Wirtschaft, die sich auch in gemeinsamen Förderungen von Startups niederschlägt. Des Weiteren gibt es in allen drei Städten zumindest eine große Investmentinitiative zu Förderungen von Startups von der Seed- bis zur späten Wachstumsphase. Als drittes schafft dort dann auch ein koordiniertes Vorgehen, eine unterstützende Umgebung aus Investitionen, Infrastruktur und Weiterbildung für Startups.

Verbesserte Kommunikation notwendig

Interessant seien laut Studie auch die Informationsflüsse innerhalb der Startup-Szene – während Risikokapitalgeber eher auf Insider-Informationen aus ihren eigenen Netzwerken hin reagieren, sind Business Angels offener in der Kommunikation. Sie tauschen sich oftmals untereinander aus und werden auch gern direkt von Startup-Teams angesprochen. Tatsächlich sehen die Studienautoren in diesen unterschiedlichen Kommunikationsflüssen gutes Potenzial, um die Zusammenarbeit der verschiedenen Investoren in Wien zukünftig zu optimieren.

Die Studie zeigte auch, dass verschiedene Investorentypen nach ziemlich gleichen Investmentkriterien entscheiden: Marktfähigkeit und Wachstumspotenzial, Businessplan, Prototypen sowie Marktüberblick sind relevant. Risikokapitalgeber legten bei ihren Entscheidungen zusätzlich noch starkes Gewicht auf Fähigkeiten des Startup-Teams.

(red.)

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