Industriemetalle: Preiswende eröffnet Renditechancen

Donald Trumps Infrastrukturpläne, aber auch drohende Engpässe stützen die Preise einiger Metalle. Die Volatilität ist aber groß.

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(c) APA/AFP/MARK RALSTON

Wien. Schon die bloße Ankündigung Donald Trumps, in den Ausbau von Brücken, Straßen und sonstiger Infrastruktur in den USA investieren zu wollen, ließ die Preise einiger Industriemetalle nach oben klettern. Gebraucht werden sie aus den unterschiedlichsten Gründen: So hat Kupfer eine hohe Leitfähigkeit und wird in der Elektroindustrie benötigt, und Zink dient in der Stahlindustrie als Korrosionsschutz. Die Liste lässt sich weiter fortsetzen.

Aufholpotenzial ist jedenfalls vorhanden – denn noch vor wenigen Jahren gingen in dem gesamten Sektor die Preise stark zurück. Schuld war vor allem die Konjunkturverlangsamung in China, einem großen Markt für Industriemetalle. Nun scheint sich das Blatt allmählich zu wenden, nicht nur durch Trumps ambitionierte Pläne. Auch von der Regierung Chinas kommen deutliche Signale, das Wachstum weiterhin ankurbeln zu wollen.

Und die Preiswende könnte durchaus nachhaltig sein. Denn zusätzlich zu der Unterstützung von der Nachfrageseite zeichnen sich Engpässe beim Angebot ab. Erst Anfang Februar machten die Minenarbeiter der chilenischen Escondida-Kupfermine mit ihren Streikdrohungen Ernst. Chile ist der weltweit größte Kupferproduzent, derartige Aktionen wirken deshalb preistreibend. Noch dazu dürften sich Beobachtern zufolge die Minenarbeiter auf einen langen Aufstand vorbereiten, erklärt Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann. Auch in der indonesischen Grasberg-Kupfermine, der zweitgrößten der Welt, drohen Streiks. Achim Wittmann, Rohstoffanalyst bei der LBBW, rechnet mit nennenswerten Produktionsunterbrechungen, die den weltweiten Markt betreffen.

 

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Auch Nickelpreis zieht an

Obendrein hat die philippinische Regierung Anfang Februar die Ergebnisse der landesweiten umweltpolitischen Überprüfung der Minen vom zweiten Halbjahr 2016 präsentiert. Das führte zu Schließungen mehrerer Nickelminen, woraufhin auch hier der Preis auf dem Weltmarkt kräftig anzog. Dennoch notiert der Nickelpreis immer noch weit unter dem Rekordhoch von 2007.

Allerdings kann es mit den Notierungen genauso rasch in die andere Richtung gehen, wie jüngst etwa beim Zinnpreis. So exportierte Indonesien im Jänner rund 6960 Tonnen Zinn – laut Briesemann fast dreimal so viel wie im Vorjahr. Das ließ die Notierung beinahe auf ein Sechsmonatstief sinken.

Anleger, die auf die weitere Kursentwicklung bei Industriemetallen setzten wollen, sollten daher auf eine breite Streuung achten und größere Schwankungen verkraften können. Für ein Direktinvestment bieten sich Zertifikate in Form von ETCs (Exchange Traded Commodities) an. Allerdings hat man dabei – wie bei allen Zertifikaten – ein Emittentenrisiko. Im Fall einer Emittentenpleite kann das Geld weg sein. Um dieses Risiko zu minimieren, wird bei ETCs entweder physisches Metall oder ein Korb an Bluechip-Aktien und sicheren Anleihen als Sicherheitsleistung hinterlegt, um im Fall einer Pleite die Anleger auszahlen zu können. Zu guter Letzt sollten Anleger das Dollarrisiko beachten, da Rohstoffe grundsätzlich in der US-amerikanischen Währung gehandelt werden.

AUF EINEN BLICK

Industriemetalle. Ihre Preisentwicklung ist stark konjunkturgetrieben, unter anderem von der Nachfrage aus China. Von dort kommen positive Signale. Aber auch die Investitionsankündigungen des US-Präsidenten treiben die Preise, ebenso wie drohende Angebotsengpässe. Steigt die Produktion aber wieder, können die Notierungen ebenso schnell sinken – wie zuletzt bei Zinn, dessen Preis verfiel.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.02.2017)

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