23.11.2009 01:11 | Meine Presse Merkliste0

Saxinger: „Fühle mich ungerecht behandelt“

03.11.2009 | 18:47 |  JAKOB ZIRM (Die Presse)

Der Ex-Aufsichtsratsvize der Bahn betrachtet seine Honorare als gerechtfertigt. Wie berichtet, sorgt eine Honorarnote Saxingers für den Zeitraum von Juli 2007 bis Oktober 2008 für Aufregung. Aufsichtsratsbeschluss gibt es dafür keinen.

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Wien. Er habe „kein Problem damit“, dass seine Honorarabrechnungen Thema der nächsten ÖBB-Aufsichtsratssitzung am 1. Dezember sein werden, sagt der ehemalige ÖBB-Aufsichtsratsvize Eduard Saxinger am Dienstag zur „Presse“. Es sei ja nicht so, dass er „etwas gestohlen“ habe.

Wie berichtet, sorgt eine Honorarnote Saxingers für den Zeitraum von Juli 2007 bis Oktober 2008 für Aufregung. Saxinger erhielt für die „Erstellung von Rechtsgutachten“ und die „Aufbereitung entscheidungsreifer Beschlüsse“ pauschal 120.000 Euro. Aufsichtsratsbeschluss gibt es dafür keinen. „Dieser ist auch nicht notwendig. Dafür gibt es ein entsprechendes Gutachten“, sagt dazu ÖBB-Aufsichtsratschef Horst Pöchhacker. Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) verlangte in der Folge jedoch eine Prüfung der Causa durch den Aufsichtsrat.

Für Aufträge an ein einzelnes Aufsichtsratsmitglied bedarf es laut des österreichischen „Corporate Governance Kodex“ einen Beschluss des gesamten Aufsichtsrates. In diesem Fall sei das jedoch anders, da es kein separater Auftrag war, sondern Mehrarbeit im Rahmen der Aufsichtsratstätigkeit. „Ich habe 50 Prozent meiner gesamten Zeit für die vier Aufsichtsräte (ÖBB-Holding und zwei ÖBB-Töchter sowie Asfinag, Anm.) aufgewendet“, sagt Saxinger. Jegliche juristische Frage innerhalb der ÖBB oder Asfinag sei auf seinem Tisch gelandet, damit er „kurz drüberschaut“.

Die Aufsichtsratsentschädigung von in Summe 34.000 Euro pro Jahr habe dafür nicht ausgereicht. Seine Honorarnote ging an die ÖBB, von der Asfinag wurden die Kosten anteilig übernommen. „Wenn das ein anderer Rechtsanwalt gemacht hätte, dann hätte es das Drei- bis Vierfache gekostet. Ich werde nun für etwas geprügelt, für das ich noch etwas drauflege.“

 

„Uhren gehen bei ÖBB anders“

Warum er das dann überhaupt gemacht habe? „Ich war der Meinung, dass man bei den ÖBB etwas verändern kann.“

Die aktuelle Affäre sieht er vor allem als Angriff auf Pöchhacker. Dieser befindet sich schon seit Längerem in einem Konflikt mit der Bahn-Gewerkschaft. „Ich bin kein Politiker. Und ich habe in den zwei Jahren nicht gelernt, dass die Uhren bei den ÖBB anders gehen“, meint Saxinger dazu.

Für Aufregung sorgte am Dienstag auch ein Rechnungshofbericht über die Nutzung von Diensthandys bei der Bahn. Demnach orderte ein Mitarbeiter mittels manipulierter Unterschriften rund 8500 vergünstigte Handys bei der Mobilkom. Laut Rechnungshof habe sich dadurch die Bindung der ÖBB an den Mobilfunkbetreiber verlängert.

Von den ÖBB wird das zurückgewiesen. „Der Mitarbeiter hat vergünstigte Handys auch für jene Beschäftigten organisiert, die keinen Anspruch darauf hatten. Diese nutzten die Handys dann privat. Den ÖBB ist dadurch kein Schaden entstanden, da sämtliche Kosten von den jeweiligen Mitarbeitern getragen wurden“, so ÖBB-Sprecher Alfred Ruhaltinger. Geschädigter wäre in diesem Fall dann die Mobilkom. Dort wollte man dazu keine Stellung nehmen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.11.2009)

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32 Kommentare
Gast: Richter
05.11.2009 07:55
0 0

Feudalherren

Worin hat denn ihre Mehrarbeit bestanden? Haben's dem Pöchhacker beim z'sammzählen seiner Spesenaberechnung geholfen? Denn große Unregelmäßuigkeiten sind diesem Kontrollgremium ja scheinbar noch nie aufgefallen.


kraehe
04.11.2009 18:29
0 0

Saxingers Honorare

" Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken.........
ein altes Sprichwort sagt alles zu den Zuständen die die schwarz-blaue Regierung bei den ÖBB verursacht hat.

guste
04.11.2009 17:14
0 0

Nehmergesellschaft

Diese Seilschaften von Aufsichtsräten, Voständen und den dafür verantwortlichen Politikern sind das Krebsgeschwür der Staatsbetriebe. Solange diese Personen nicht zur Verantwortung gezogen werden, wird diese Nehmergarde weiterhin nur auf ihren Sack schauen. Die Unternehmen, die sie zu führen bzw. zu kontrollieren haben sind ihnen wurst. Als Herr Lauda nach einem halben Jahr den Aufsichtsrat der ÖBB verlassen hat, hätte bei den Politikern aber auch bei den Medien die Alarmglocken läuten müssen. Herr Lauda hat diesen Aufsichtsratsumpf nicht augehalten. weil der Mann hat Verantwortungsgefühl. Diese Leute müssen vor Gericht, die Suppe kocht schon über. Wo bleibt die Staatsanwaltschaft?

Gast: Halbwissen
04.11.2009 11:08
0 0

Wiso

schenkt Herr Saxinger der ÖBB € 240.000,- bis € 360.000,-

Gast: Richter
04.11.2009 09:17
0 0

Feudalherren im Saustall

Geb ihnen völlig Recht Hr. Saxinger. Da müssen's wegen der Neidbagage eh schon im stillen Kämmerlein mit dem Pöchhacker herumschachern und dann wird man für seine aufopfernde Leistung auch noch in den Medien herumgezerrt.

Wünsch ihnen, dass sie sich bei der ASFINAG nicht mit ähnlichen Gfrastern herumschlagen müssen. Da könnten sie sich ja beim Horst ein bisserl revanchieren. Der plagt sich ja mindstens so wie sie. Vermut aber der will kein Augartenporzellan. Eher eine Kleinigkeit: Sag'n ma halt 120.000 Euro.


Carretto
04.11.2009 08:18
0 0

Die "drei Affen" vom Aufsichtsrat.........

.....hören, sehen und wissen von nichts. Das hartnäckige Virus treibt skurile Blüten wie diverse Diagnosen belegen. Eine spezielle Mutation dürfte bei den ÖBB ideale Bedingungen vorfinden. Medizinische Laien, unter ihnen auch eine Fr. Bures, führen dies auf mangelnde psychische Hygiene und ideale Bedingungen zurück. Als Brutstätte der Keime gelten Spesenabrechnungen und Investitionspakete.

Kostenlose Schutzimpfungen mit dem bekannten Serum "ANSTAND" zeigten bei Befallenen keinerlei Wirkung. Die Arbeitsmediziner der WELLCON rätseln mittlerweile woran die hartnäckige Resistenz liegen könnte. Sie vermuten zu viele neoliberale Antikörper des ähnlich aggressiven "Huber-Nigl-Virus". Selbst der oberste Betriebsrat Haberzettl laboriert zur Zeit an einer schweren Verstimmung.

WELLCON-Chefin Polleres, die Haberzettl seit einigen Jahren behandelt, möchte sich nicht äußern. Sie beruft sich auf den Datenschutz. Lediglich die Stoßrichtung der Forschungen war ihr zu entlocken: Das Virus dürfte ausnahmslos Führungskräfte, sowie Aufsichts- und Kontrollorgane befallen haben. Man überlege mittlerweile erfahrene Tropenmediziner, die sich auch bei der Bekämpfung des BAWAG-Virus bewährten, beizuziehen.

Die Politik hat reagiert und den obersten Sanitätsrat einberufen. Der empfiehlt den infizierten das bisher eingesetzte Mittel "EURO" in wesentlich höherer Dosis zu verabreichen. Neueste Forschungen im Windkanal der ÖBB hätten ergeben, dass sich "ANSTAND" und "EURO" nicht vertragen.

Antworten Gast: Gast
05.11.2009 00:28
0 0

Re: Die "drei Affen" vom Aufsichtsrat

Genial!

guste
04.11.2009 16:55
0 0

Re: Die

Ihren Kommentar finde ich ganz toll. DANKE!!!!!!

Gast: wunder
04.11.2009 01:19
0 0

einsperren

um dieses Desaster zu reformien muß man den Saxinger einsperren und die ÖBB privatisieren

Gast: ceterum censeo
03.11.2009 23:21
1 0

Spricht schon für sich:

„Ich habe 50 Prozent meiner gesamten Zeit für die vier Aufsichtsräte (ÖBB-Holding und zwei ÖBB-Töchter sowie Asfinag, Anm.) aufgewendet“
Da gibt`s nichts mehr dazu zu sagen.
Lieber Österreicher, mach Dir dazu dein eigenes Urteil!

Gast: MS Deutschland
03.11.2009 16:47
0 3

Meine Güte

Irgendwie ist der Rechnungshof lächerlich. Da macht die Bahn in Wahrheit über 4.000.000.000 Euro Mise pro Jahr und wegen ein paar lächerlicher Handys für 1, 2 vielleicht 3 Millionen Euro regt man sich auf.

Mir scheint, der Rechnungshof sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht bzw. geht vor wie ein Gefängniswerter, der in der Zelle eines Häftlings 5 Handys nebst einer Destelationsanlage und 100 l Schnaps entdeckt, aber nur ein kleines Fläschchen Magenbitter konfisziert.

In fast jeder Firma verschwinden nun mal etwa rund 1/3 und sogar mehr der Firmenhandys, dem nachzugehen ist tatsächlich viel zu teuer. Angesichts eines Abgangs von sage und schreibe 4 Mrd. Euro kann sich die ÖBB wirklich nicht um den verschmerzbaren Verlust eines Drittels der Firmenhandys kümmern.

Zuviel Personal, das muss man aber schon sagen, erhöht den Schwund gewaltig. Aber Personaleinsparungen - das ist eigentlich das falsche Wort, besser wäre Personaleinsatzoptimierung mit neuen gewinnbringenden Tätigkeiten untätiger Mitarbeiter - die Milliarden bringen würden und auch langfristig das Leben der Bahn sichern, traut sich der Rechnungshof nicht anregen.

Antworten Gast: edi
03.11.2009 17:49
0 0

Re: Meine Güte/grosszügiger msdeutschland ?

Also ihre Anschauung ist schon fast ein bisschen kriminell - fast 9 000 Handys fehlen und sie MSDeutschland tun so als ob dass ein Kavaliersdelikt wäre - Wo arbeiten sie eigentlich ? Dort würde ich auf jeden Fall einmal eine Inventur empfehlen !Man weis ja nie ?

Antworten Antworten Gast: MS Deutschland
04.11.2009 16:10
0 0

Re: Re: Meine Güte/grosszügiger msdeutschland ?

Die ÖBB haben etwa 40.000 Mitarbeiter, wenn nur jeder 4. sein Firmenhandy innerhalb von 5 Jahren 1 einziges mal verliert, liegen lässt... sind eben schnell 9.000 Handys weg.

Aus Erfahrung kann ich ihnen nur sagen, dass in jeder anderen Firma viel mehr Firmenhandys - in Relation zur Mitarbeiterzahl - verschwinden als bei der ÖBB.

Der Schwund ist leicht verkraftbar. Das sind nicht einmal 10 Euro pro Mitarbeiter an Schwund bei Mobiltelefonen pro Jahr. Daher verstehe ich die ÖBB, dass sie einer derartigen Nebensächlichkeit nicht nachgehen (können).

Problematisch ist aber die hohe Zahl von Mitarbeitern von den Personalkosten her. Die ÖBB muss sich dringend neue Tätigkeitsbereiche einfallen lassen für ihre Mitarbeiter, damit diese mehr bringen als sie kosten.

Wissen sie wieviel es kosten würde 40.000 Mitarbeiter derart mehr zu überwachen, damit Schwund von lächerlichen Handys in ohnedies vertretbarer Zahl unterbliebe?

Mit Sicherheit mehr als die verschwundenen Handys und damit würde sich der Verlust der Bahn nur weiter erhöhen und ausserdem würden die Mitarbeiter vielleicht streiken, wenn sie zu sehr überwacht werden, nur weil ein paar lächerliche Handys verschwinden.

Nur damit sie einmal Vorstellungen bekommen in welchen Dimensionen auf Baustellen in Österreich gestohlen wird. Beim Bau der U1 wurden vor Jahren an einem Freitag 1000 Schaltafeln geliefert - Preis in etwa der eines Billighandys - Montags war KEINE mehr da! Doch selbst da findet man keine Täter!

hw
03.11.2009 18:17
0 0

Re: Re: Meine Güte/grosszügiger msdeutschland ?

wie sagte gölsdorf: man kann an einer lokomotive nicht 1x eine tonne einsparen, aber leicht 1000x 1kg.

hw
03.11.2009 16:33
2 0

33% ...

einer lieferung kommt nicht an. wurden die bezahlt?

Antworten Gast: sepp
03.11.2009 19:52
0 0

Re: 33% ...

angekommen schon, aber gleich wieder in andere haushalte verschwunden... man verhält sich, als wäre die oebb ein selbstbedienungsrestaurant auf kosten anderer

hw
03.11.2009 23:14
0 0

Re: Re: 33% ...

das geht nicht klar hervor.
wurden sie bestellt, nicht geliefert und nicht bezahlt würde es ja sogar unter sparen fallen.

es wäre schon gut, wenn sich wenigsten die presse klar ausdrückt, wenns politiker schon nicht schaffen.

Gast: hans
03.11.2009 16:18
1 0

ich hoffe aber schon stark dass sich damit die Staatsanwaltschaft beschäftigt ??

9 000 Handys einfach so verschwunden ?
oder vielleicht gar nicht geliefert sondern nur verrechnet ?????
Ich hoffe aber stark dass sich die Staatsanwaltschaft von selber einschaltet - da dürften sich mehrere Personen ihre Pension versüsst haben???

APFELSYS
03.11.2009 16:00
1 0

Super!

Der Durchschnittspreis eines Mobiltelefons 2002 - 2005 war bedeutend höher als jetzt.

Ich schätze, Euro 250,00/Stk. wäre angemessen.

Also Euro 2.225.000,00 Euro!

hw
03.11.2009 15:52
0 0

telefonnetz

gut, telefonnetzausbau ist wohl eher eine telekommunikationsaufgabe.

was man aber tun kann, ist leitungen zurverfügung stellen und eine handyantenne für mehrere betreiber verwenden.

2 0

der artikel verschweigt es:

wurden die nicht 'angekommenen' telefone auch bezahlt?
wer hat den lieferschein unterzeichnet? wer die überweisung getätigt?
wie heißt die lieferfirma?
wer hat die kohle (9000 telefone a 100 € = ca 1 mille) abgezweigt?

Gast: Rasender Rudi
03.11.2009 15:01
1 0

Verspätung

Na die Handies werden halt Verspätung haben. Erfahrung bei Verspätung ist ja gegeben.

3 0

Jeder der in Frühpension geht ...

... hat offensichtlich das "wohlerworbene" Recht auf ein Handy für sich und seine Familie.
Es ist leider so, dass die Gewerkschaften aus den ÖBB einen Selbstbedienungsladen für die Mitarbeiter gemacht haben.
Damit wird die ÖBB angreifbar (zu Recht) und bestätigt den Ruf nach Privatisierung - so schnell als möglich.
Mir wäre ein ordentlich geführter Staatsbetrieb lieber (wird wohl ein Antagonismus sein).

Gast: gepoppter
03.11.2009 14:25
3 0

Die ÖBB sind nicht der einzige

"Gesellschaftsbetrieb" der Republik in dem etwas "wegkommt" oder versickert, wie so provokant heißt. Ich will die republikanischen Unternehmungen nicht aufzählen. Es erübrigt sich. Es gibt keine, keine , Ausnahme. Das ist in einer Bananenrepublik so üblich.

Caesar
03.11.2009 13:45
2 0

oder rund 110.000 Euro

Steuergeld pro Bahnmittarbeiter.

Strikt betriebswirtschaftlich gesehen müsste man das Unternehmen sofort auflösen und die Leute pensionieren - teurer ist das sicher auch nicht.

Antworten Gast: Pips
03.11.2009 13:54
2 0

Re: oder rund 110.000 Euro

Auflösen ja, aber warum pensionieren? Wenn eine private Firma Insolvent ist, werden da die Mitarbeiter pensionert? Bin schon lang auf der Welt, aber das war mir bisher nicht bekannt. Ist ja wie im Schlaraffenland in Ösistan!

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