23.11.2009 00:33 | Meine Presse Merkliste0

Auto- und Bahnfahrer reagieren kaum auf Preisänderungen

04.11.2009 | 09:21 |  Ewald Bechtloff (DiePresse.com)

Wird etwas teurer, so wird es normalerweise weniger gekauft. Das gilt jedoch nicht für Fahrkarten der öffentlichen Verkehrsmittel oder Treibstoff. Kunden des Gütertransports der Bahn hingegen sind sehr sensibel.

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Verkehr auf der Straße und Schiene steht grundsätzlich für Bewegung. Jedoch bewegen sich die Teilnehmer sehr unterschiedlich, nicht nur was ihre Art der Fortbewegung betrifft. Eine Studie des Wifo zum Thema "Preise und Preiselastizitäten im Verkehr" kam zu dem Ergebnis, dass die Verkehrsteilnehmer sehr uneinheitlich auf Preisänderungen reagieren.

Preiselastizität
In der Ökonomie gibt die "Elastizität" an, wie sich die Nachfrage nach einem Gut ändert, wenn sich der Preis ändert. Sie errechnet sich aus
Prozentueller Mengen(Nachfrage)änderung / Prozentuelle Preisänderung

Ist diese Elastizität größer 1, spricht man von einer "elastischen Nachfrage". Das bedeutet, dass sich die Nachfrage überproportional zum Preis ändert. Wenn z.B. eine Ware um 10 Prozent teurer wird, so wird dadurch um 30 Prozent weniger davon gekauft.

Teilelastische Bahnkunden

Konkret ergab die Wifo-Schätzung der Preiselastizitäten für den Verkehr in Österreich folgendes:

  • Preisänderungen bei Fahrkarten der Bahn und der Wiener Linien wirken sich kaum auf die verkauften Tickets aus
  • Allerdings reagiert die Nachfrage nach Gütertransporten der Bahn sehr stark auf Preisänderungen
  • Kurzfristig haben Veränderungen der Treibstoffpreise keine Auswirkung auf die Fahr- und damit Tankgewohnheiten der Autofahrer
  • Jedoch reagieren die Österreicher sehr sensibel auf Preisänderungen beim Pkw-Kauf. Ein Beispiel wäre etwa die CO2-abhängige Besteuerung im Juli 2008: Viele Österreicher kauften Neuwagen noch billiger im Juni, auch wenn die Anschaffung für später geplant war.

Güterverkehr ist zu teuer

Studienautor Wilfried Puwein schließt aus diesen Erkenntnissen, dass der Gütertransport der Bahn aus verkehrspolitischer Sicht zu teuer ist. Denn im Sinne der angestrebten Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene brächte eine Verbilligung des Güterverkehrs auf der Bahn größere Wirkungen als Preisstützungen im öffentlichen Personennahverkehr.

 

 

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15 Kommentare
hw
04.11.2009 15:06
0 0

grund

das liegt wohl auch daran, dass in österreich das auto relativ hohe fixkosten hat.
d.h. hat man mal ins auto investiert, muss man es auch nutzen.

wenn man die elastizität ändern will, sollte man die fixkosten (staatliche) abschaffen, oder mit den fixkosten der bahn (VC) verbinden, d.h. in der kfz-steuer ist eine VC inkludiert.

das erklärt auch warum der GV elastischer ist.

titan
04.11.2009 14:11
0 0

was für eine erkenntnis.....

ist halt so bei wichtigen gütern. wäre genauso bei lebensmitteln, luft und bier....

hw
04.11.2009 15:11
0 0

Re: was für eine erkenntnis.....

die wechselmüdigkeit hat weniger mit der wichtigkeit zutun, als mit den hohen fixkosten, welche anfallen, wenn ich mich für ein verkehrsmittel (hier: auto)entscheide.

der staat österreich will ja gar keine flexibilität im verkehr zulassen.
die oben beschrieben reaktion ist also kein zufall!

man fordert auf in der wirtschaft immer, dass menschen ortsflexibler sein sollen (siehe USA). tja meine lieben, dann müßt ihr halt dafür sorgen, dass die übersiedelungskosten (autoumeldung, grundbuchänderung, ...) wesentlich geringer werden.

hw
04.11.2009 13:13
0 1

stimmt nicht

und ob autofahrer auf die treibstoffpreise reagieren. natürlich bleiben nicht alle stehen, wenns um 1cent teuerer wird.

cuniculus
04.11.2009 13:02
0 0

Alternative

Eine Alternative wäre Schwarzfahren. (c;

Unabhängig davon sagt ja das Wifo nicht warum das so ist, es sagt nur, dass es so ist und das deshalb Preissenkungen im Güterverkehr sinnvoller sind als Preisstützungen im Personennahverkehr. Und die Aussage ist ja nicht verkehrt, oder?

Aber ein bisserl gefrotzelt fühlt man sich ob solcher Nona-Studien manchmal schon ein wenig.

Gast: Pendolino
04.11.2009 12:47
0 0

Wenn man freiwillig,

von seinem vorhergehenden Wohnort und seiner Arbeitsstelle 40km weit wegzieht, man dann noch mit dem Auto, Bahn und 2 U-Bahnlinien fahren muss. Sich dann beschwert dass einem dadurch 3 Stunden Tagesfreizeit fehlen, von den Kosten gar nicht zu reden. Denen ist nicht mehr zu helfen und sie verdienen auch kein Verständnis und Mitleid.

k19
04.11.2009 12:45
1 0

Wifo

Was ist das für ein Idiotenverein?

Wie soll ein Pendler, der auf die Öffis angewiesen ist reagieren? Aus Protest ein paar Monate in unbezahlte Karenz gehen, um keine Monatskarte kaufen zu müssen?

Wer immer diese blödsinnige Studie in Auftrag gegeben hat, müßte die Kosten dafür aus eigener Tasche bezahen.


0 0

Re: Wifo

Vollkommen richtig, man unterstellt den Leuten zum Jux - oder Gaude irgendwo hin zu fahren.

Ich behaupte ein Großteil des Verkehrsaufkommens hat beruflichen Hintergrund und wer dabei sparen will - wird wohl seinen Job kündigen müssen...

hw
05.11.2009 00:58
0 0

Re: Re: Wifo

schon. leider wird verkehr mit pendlerpauschale unterstützt und umsiedelung mit hohen abgaben bestraft.
man redet eben gern in diesem lande, aber tun tut man gar nichts.

Gast: picard
04.11.2009 11:59
0 0

was für ein schwachsinn!

hier wurden fast reine monopole unterstützt - kein wunder, dass man hier nicht reagieren KANN! weder wirtschaft noch politik bieten einem andere alternativen!

Nach Möglichkeit

Welche Alternativen sollten die hauptsächlichen Auto- und Bahnfahrer verwenden?
Die wenigsten haben die Möglichkeit eine Alternative zu verwenden (kein Öffi verfügbar, kein Öffi zur fraglichen Zeit, keine Parkplätze für PKW, regelmässige Verkehrsüberlastung bei Pendler-Strecken,...).
Die wenigsten können groß andere Möglichkeiten wählen, Telearbeit, Fahrrad und Fusswege sind nur für eine geringe Minderheit eine Option.
Allerdings werden sich diese Personen langfristig nach anderen Möglichkeiten (nähere Anstellung, anderer Wohnort, Fahrgemeinschaften,...) umsehen!

Pete
04.11.2009 11:05
0 0

Alternativen bitte

Die Überschrift ist schon sehr grenzwertig. Wohin soll der Reisende ausweichen, zeigen sie bitte Alternativen auf. In die Arbeit wandern, besonders für Pendler von Interesse.

Gast: mikerobusto
04.11.2009 10:53
2 0

Was bleibt Pendlern über...

... als Preissteigerungen und Serviceverschlechterungen der Bahn zu schlucken?

Gast: Jimmy
04.11.2009 10:26
1 0

Sehr lustige Headline

Erzählt mal welche Alternativen es gibt um in die Arbeit zu kommen. Ob ich das Geld dafür in den Rachen der Öffis oder der Tankstellen werfe bleibt dabei egal.
Nicht jeder hat den Luxus nur 3 Minuten von seinem Arbeitsplatz zu wohnen.
Und wenn man ein bisserl abseits wohnt und sich nicht in Ballungszentren zusammen pferchen lassen will, braucht man auch ein Auto um bis zur Bahn zu kommen.
Natürlich kann ich mich gegen diese unverschämten Preiserhöhungen wehren und täglich 10 Stunden Fußweg auf mich nehmen. *Kopfschüttel*

Gast: Halbwissen
04.11.2009 10:19
0 0

Hauptsächlich

eine Frage der Alternativen

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