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Fischler: Energie ist in Österreich zu billig

04.11.2009 | 13:13 |   (DiePresse.com)

Der ehemalige EU-Kommissar Frantz Fischler fordert eine höhere Besteuerung von Energie, um die Österreicher zur Sparsamkeit zu bewegen. Im Gegenzug soll Arbeit niedriger besteuert werden.

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Ein breit angelegte Diskussion über das österreichische Steuersystem hat der Obmann des Ökosozialen Forums und ehemalige ÖVP-EU-Kommissar Franz Fischler bei einer Pressekonferenz anlässlich der Konferenz "Erneuerbare Energie" im Kärntner Tourismusort Velden am Wörthersee gefordert. In Österreich sei im EU-Vergleich Arbeit überdurchschnittlich und der Verbrauch von Energieressourcen unterdurchschnittlich besteuert, sagte er.

Teure Energie regt zum Sparen an

Wolle man die Klimaziele erreichen, brauche man eine bessere Steuerstruktur, sagte Fischler. Ein höherer Energiepreis rege zum Sparen an, und dabei dürfe man die Energiepreise nicht isoliert sehen. "Die Sache muss sich in Summe rechnen", erklärte er. Wenn man insgesamt weniger Steuer zahle, sei ein höherer Energiepreis durchaus vertretbar. Derzeit hätten die Industriebetriebe in punkto Energieeffizienz die bessere Performance als die Haushalte, das größte Problem sei jedoch der Verkehr, so Fischler.

EU hat Entwicklung verschlafen

Die EU habe im Bereich Güterbeförderung die Entwicklung verschlafen, kritisierte er und untermauerte seine Behauptung mit Zahlen. So würden in den USA zwei Drittel aller Güter über die Schiene laufen, in Europa sei es nur ein Drittel. Auch in Österreich habe man in den vergangenen Jahren in den Bahnausbau zu wenig investiert, so Fischler. Eine weitere Ursache für das stark wachsende Verkehrsaufkommen seien schwere Fehler in der Raumplanung.

Energie im Spannungsfeld

Die Energieversorgung liege im Spannungsfeld zwischen energie- und klimapolitischen Zielen, sagte Hermann Egger, Vorstandsdirektor des Kärntner Energieversorgung Kelag, die diese Konferenz veranstaltet. Einerseits müsse die Versorgung mit großen Mengen sichergestellt und gleichzeitig Strom aus regenerativen Energieträgern in entsprechendem Ausmaß erzeugt werden. 34 Prozent des Stroms muss in Österreich bis 2020 aus regenerativen Quellen kommen, dieses Ziel hat man sich gesetzt. Und das werde nur durch dezentrale Anlagen möglich sein, so der Kelag-Vorstand.

"Dazu brauchen wir neue Technologien und vor allem eine neue Infrastruktur, die wir in der EU derzeit nicht haben", erklärte Egger. Auch er kritisierte in diesem Zusammenhang die Raumplanung. "Es sind keine Trassen für Leitungen berücksichtigt", sagte er. Er appellierte in diesem Zusammenhang auch an die Politik, Verfahren zu beschleunigen. Bis 2020 bleibe nicht mehr viel Zeit und man müsse die eingereichten Projekte auch umsetzen, so der Kelag-Direktor. Ein wichtiges Thema der Zukunft werde die Energieeffizienz sein. "Das ist eine besondere Herausforderung, die wir nur gemeinsam mit unseren Kunden schaffen werden", sagte Egger.

(APA)

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15 Kommentare
Gast: arancia
07.11.2009 10:26
0 0

Energiespar Lüge

Das Energiesparen und nicht Ausbauen dient nur um das Maximum pro Kwh aus den Österreichern rauszuholen. Eigentlich sollten wir möglichst viel verbrauchen, damit gewisse Leute investieren müssen.

Gast: arancia
07.11.2009 10:24
0 0

Man könnte auch in Österreich in Energie investieren

Damit Energie günstiger wird. Dann haben die Leute auch mehr Kaufkraft und es werden neue Arbeitsplätze geschaffen und es fließt nicht soviel Geld ab in Erdölländer. Dieses Energiesparen ist kontraproduktiv und dient nur Aktionären von Energiekonzernen. Dieser Energiemangel ist künstlich herbeigeführt. Es gibt sehr viele Alternativenergiemodelle, die man zusätzlich nutzen kann. Vielmehr wäre eine 100 % Eigenversorgung anzustreben plus Steckdosen aller Orts für E-Autos. Man könnte sich an Norwegen ein Beispiel nehmen. Es gibt Studien je mehr die Energie kostet umso mehr leidet die "normale" Wirtschaft. Diese Idee ist absoluter Humbug und dient nur den Erdölverdrehern und der Atomlobby. Wozu sollen die Konzerne bei uns investieren, wenn dann der Preis aus ihren bereits bestehenden Kraftwerken günstiger werden würde? Dafür pressen wir die Österreicher lieber aus und investieren in der Türkei.

draken
06.11.2009 08:15
0 0

In Österreich..

...hat jeder Abzocker den Hang, verbale Rülpser in den Massenmedien zu verbreiten!
Scheinbar zu blöd oder zu abgehoben fordern diese Parteibonzen grundsätzlich alles von den, die Republik und deren Bürgern erhaltenden, Arbeitnehmern!
Sollte dieser "Herr" seine Visionen vor der Industrie ausbreiten, werden sie wie Hyänen über ihn herfallen. Sofort werden Ausnahmeregelungen verlangt und geschaffen und der Arbeitnehmer zahlt wieder alles!
Man sollte solchen hirnverbrannten, abgehobenen Altpolitikern, welche horrende Pensionen beziehen, die Möglichkeit, ihre kranken Gedanken zu veröffentlichen, nehmen!

franz1
04.11.2009 18:53
1 0

alles in butter, wenn

man das monatliche einkommen dieses herrn, auf das eines durchschnittlichen bürgers herabsetzt, damit er weiss, was seine forderung für den einzelnen bedeutet.
seine masse mehrt sich umgekehrt proportional zur bedeutsamkeit seiner ideen, schade eigenlich.

Gast: sid
04.11.2009 17:45
0 0

in den wind gesprochen

fischler zieht vergleiche mit den usa heran. das hinkt aber sehr. besser wäre es den usa höhere treibstoffpreise vorzuschlagen. das wäre klimaschonend.

hw
04.11.2009 18:40
0 0

Re: in den wind gesprochen

immer die "anderen".

Smartin
04.11.2009 17:27
0 0

Relativitätstheorie

Österreichischer Lösungsvorschlag: Energie wird besonders hoch besteuert, somit kann die Besteuerung der Arbeit gleich bleiben. In der RELATION ist Energie dann teurer, der gewünschte Umwelt-Lenkungseffekt ist da. UND: die Politiker haben wieder ein bißchen Cash für Wahlzuckerl.

hw
04.11.2009 17:46
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Re: Relativitätstheorie

das wirds nicht spielen.
arbeit ist zu teuer.
mich wundert ja, dass dies die mehrheit österreicher gar nicht aufregt.
offensichtlich hängt wirklich die mehrheit in der hängematte einer minderheit.

hw
04.11.2009 17:26
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die idee einer steuer ...

ist richtig erkannt. einkommen muss niedriger besteuert werden und auch wieder mehr verteilt. energie wird knapp, deswegen muss sie teuer sein, freiwillig spart doch niemand, dass ist illusion von den soziallisten.
ich frage mich nur, warum herr fischler erst jetzt draufkommt?

viele leute haben sich an günstige energie, keine ESt-steuernzahlen und zuschüsse gewöhnt. da diese system wieder in ein gerechtes lot zu bringen wird eine schwierige aufgabe (ausgehend man will vom derzeitigen kommunismus weg)

0 0

Da läuft wohl ein Projekt des Herrn Fischler nicht so besonders...


Gast: The Outer Circle
04.11.2009 16:24
1 0

Ehemalig Abgehalfterte dürfen aber auch schweigen!

Denn am TOLLSTEN ist ja die Umverteilungswirkung jeder Ökosteuer, die bislang in Ö eingeführt wurde:

ALTE,
ARBEITSLOSE,
AUSZUBILDENDE und
ARME

...sind deswegen die fleißigsten ENERGIESPARER, weil sie sich heute schon keine Ökosteuern leisten können, während sie grad bei den hirnlosesten ENERGIEVERSCHWENDERN auf den immer weitläufiger werdenden SUV-Parkplätzen rund um die ausufernden Golfplatzwüsten nur hämische Heiterkeit hervorrufen.

WEIL MAN SICHS WERT IST!?

hw
04.11.2009 17:49
0 0

Re: Ehemalig Abgehalfterte dürfen aber auch schweigen!

und jetzt erklären sie mir mal wie energiesparen funktionieren soll, wenn sich die energie jeder locker leisten kann.

und fangens sie bitte nicht damit an, dass halt die industrie _zuerst_ sparsamere geräte entwicklen soll!

danielp
04.11.2009 14:58
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Bitte, Bitte liebe Medien - diesen Herrn mehr Aufmerksamkeit schenken,

und seine Forderungen Satz für Satz groß abdrucken. Ein Satz Fischler - 0,5% weniger GrünInnen wähler :)

Gast: jimmy
04.11.2009 14:28
0 0

Energie aus Politikern

Aha, wir sollen also vile Fernseher kaufen um die Wirtschaft anzukurbeln, aber nicht einschalten weil wir ja Energie sparen sollen.
Der Mann hat doch ein ausgeprägtes Sockenschusssyndrom.
Wenn man aus den sinnlosen Einfällen der Politiker Energie gewinnen könnte, wären wir schon lange aus sämtlichen Krisen raus.

enzo
04.11.2009 16:10
0 0

Re: Energie aus Politikern

Ja die Neuen TV die min. 2-5x mehr Stzrom verbrauchen und das alles um die "bescheidenen Programme "zu sehen.
Volksverdummung ist im Vormarsch.

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