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Baumgarten wird europäische Gasbörse

04.11.2009 | 16:16 |   (DiePresse.com)

Ab 11. Dezember wird Erdgas aus Russland am "Central European Gas Hub" in Petersbaumgarten über die Wiener Börse verkauft. Jährlich könnten bis 20 Milliarden Kubikmeter gehandelt werden.

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Die geplante Gasbörse in Österreich wird am 11. Dezember mit dem Spothandel (Kassamarkt) starten, teilte die OMV in einer Aussendung am Mittwoch mit. Der Terminhandel ist für das Frühjahr 2010 geplant. Die OMV erwartet sich dadurch einen wichtigen "Beitrag zur Liquidität des Gasmarktes". Der Handel wird über die Wiener Börse ausgeführt. Lieferpunkt ist der Central European Gas Hub (CEGH), der noch eine 100-prozentige Tochter der OMV ist. Pro Jahr könnten 20 Milliarden Kubikmeter Erdgas gehandelt werden.

Der Gashub CEGH stellt internationalen Gasunternehmen eine Plattform zur Abwicklung ihrer Gashandelsaktivitäten in Baumgarten und anderen Grenzpunkten des österreichischen Netzes - beispielsweise Oberkappel oder Überackern - zur Verfügung. Im Vorjahr hat der CEGH ein Handelsvolumen von 15 Milliarden Kubikmeter erreicht und sich damit "als einer der größten Gas-Hubs in Kontinentaleuropa" platziert, heißt es.

EU muss zustimmen

Die CEGH soll vorbehaltlich der wettbewerbsrechtlichen Zustimmung der EU-Kommission in ein Joint Venture umgewandelt werden, an dem die OMV und der russische Gasriese Gazprom mit je 30 Prozent, die Wiener Börse und die zu Gazprom gehörende Centrex Europe Energy & Gas mit je 20 Prozent beteiligt sein sollen.

"Börse mit nur einem Verkäufer"

Bedenken gegen die Gasbörse hatte in der Vergangenheit der Energieregulator E-Control wegen der russischen Verkäuferübermacht geäußert. E-Control-Chef Walter Boltz kritisierte die monopolistische Versorgungsstruktur an dieser Börse, "das ist so als ob es an der Wertpapierbörse nur einen einzigen Aktienverkäufer gäbe. Wenn 80 Prozent des Gases aus Russland kommen, kann Gazprom durch gezielte Über- oder Unterversorgung Einfluss auf die Preise nehmen", warnte Boltz. Die Kritik des Energieregulators wegen der russischen Verkäuferübermacht wies OMV-Vorstand Werner Auli Anfang September zurück.

(ag)

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1 Kommentare
Gast: ASVG-Sklave
05.11.2009 08:18
0 0

naiv

Sie glauben wirklich, dass die Russen die Preisfindung ein paar Belzebuben in Österreich überlassen, die eine getürkte Börse vorspielen? Ich nehme an, dass die Russen einen Preis festlegen, unter dem sie nicht verkaufen. --- Den Börsenschmäh könnte sogar die Ukraine (oder jedes andere Transitland) betreiben, frei nach dem Motto: "Wir verkaufen (leiten nur) zum Börsenpreis weiter". Ein paar Traumtänzer in der OMV!!!

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